SOZIOLOGEN
Ulrich Mueller
Wolfgang van den Daele
MUELLER, Ulrich
Direktor am Institut für Medizinische Soziologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Marburg

Quelle: Gebt uns die Lizenz zum Klonen! Ein Plädoyer für die schrankenlose Nutzung von Gen- und Biotechnik.
FAZ 9. März 2001, Nr. 58, S. 41
Position: für Embryonenforschung, Gentechnik und PID
Ethische Argumente: Ethik des Heilens, Freiheit der Forschung
Zitate:
"Das erste Ziel einer neuen Regelung muß sein, die Forschung und die medizinische Versorgung der Hilfsbedürftigen nicht länger zu behindern."
"Die Gesundheit und das Überleben vieler Menschen hängen von gentechnisch hergestellten, sogenannten rekombinanten Medikamenten ab. Und künftig werden sogar auf den einzelnen Kranken zugeschnittene, individuell gezüchtete Gewebe verfügbar sein.
Wohin Panik auf diesem Gebiet führen kann, zeigen die juristischen Relikte solcher Reaktionen: das restriktive Embryonenschutzgesetz von 1990 und die - bei uns nicht in Kraft getretene - Bioethikkonvention des Europarates von 1997 mit dem Verbot von Keimbahntherapien."
VAN DEN DAELE, Wolfgang
Soziologe am Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, Mitglied des Ethikbeirates des Bundesgesundheitsministeriums.

Quelle: Zweierlei Moral. Forschung an embryonalen Stammzellen? Im Ethikbeirat der Gesundheitsministerin war kein Konsens in Sicht. Nun wird der Rat aufgelöst.
DIE ZEIT, 3. Mai 2001, Nr. 19, S. 42
Position: abwägende Haltung, die zum Moratorium hin tendiert. Gegen den Import embryonaler Stammzellen.
Ethische Argumente: Der Konflikt zwischen den Moralen lässt sich (in diesem Fall) nicht schlichten (graduelle vs. absolute Schutzkonzepte). Ausweichmanöver (Unterstellung unlauterer Motive, Prinzip der Folgenverantwortung, Aussichtsreiche Alternativen: adulte Stammzellen) lassen den Konflikt offen oder verschieben ihn wie z.B. im Falle eines Moratoriums.
Links:
Die Natürlichkeit des Menschen als Kriterium und Schranke technischer Eingriffe