WISSENSCHAFTLICHE INSTITUTIONEN

DFG
Ernst Ludwig Winnacker
Hubert Markl

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)



Empfehlungen zur Forschung mit menschlichen Stammzellen
Quelle:Homepage der DFG

"9.2: Der ethische und rechtliche Schutz der Forschungsfreiheit ist nicht absolut; genausowenig wie das Lebensrecht des Embryos. Indem der Gesetzgeber bestimmte Verfahren der Empfängnisverhütung , beispielsweise Nidationshemmer, gestattet und auch den Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Bedingungen von der Strafverfolgung ausnimmt, ist auch der Schutz des menschlichen Embryos nicht uneingeschränkt gewährt. Aus der Sicht der DFG setzt ein Abwägungsprozeß zugunsten der wissenschaftlichen Forschung die Hochrangigkeit der Forschungsziele voraus. Diese allerdings kann sich nicht auf Heilungsversprechen allein beziehen, sondern setzt echte Chancen auf deren Realisierbarkeit voraus. Die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre deuten darauf hin, daß eine solche Erwartung als nicht unbegründet anzusehen ist.
Abgelehnt wird von der DFG die Herstellung von Embryonen ausschließlich zu Forschungszwecken (Dolly-Verfahren).

10: Die DFG hält es allerdings für zwingend erforderlich, daß eine etwaige Herstellung von embryonalen Stammzellen wie auch das Arbeiten mit embryonalen Stammzellinien - einschließlich der importierten - in jedem einzelnen Falle nur unter streng kontrollierten Bedingungen möglich sein darf."

Links:
Entscheidungen und Initiativen der DFG zum Thema Stammzellforschung 1997-2001



WINNACKER, Ernst-Ludwig

Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft


Quelle: "Wir wollen keine Menschen züchten"
FAZ 5. Mai 2001, Nr. 104, S. 43 (im Gespräch mit Joachim Müller-Jung und Christian Schwägerl)
Position: Für die Embryonenforschung, keine Züchtung zu Forschungszwecken
Ethische Argumente: Freiheit der Wissenschaft, Aussicht auf Heilung


Stellungnahme des DFG-Präsidenten, Prof. E.-L. Winnacker, zur Ankündigung von Severino Antinori und Panos Zavos
Quelle: Homepage der DFG

(August 2001) Angesichts der Ankündigung des italienischen Reproduktionsmediziners, Severino Antinori und seines amerikanischen Partners, Panos Zavos, noch im Jahre 2001 mit dem Klonen von Menschen beginnen zu wollen, erklärte der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker:

"Die Ankündigungen sind unsinnig und hochgradig verwerflich. Sie entbehren zudem jeder wissenschaftlichen Grundlage. Ein Klonen von Menschen kann weder im Hinblick auf die Legitimität der Ziele noch auf die Vertretbarkeit der Mittel zulässig sein. In rechtlicher Hinsicht ist eine Klonierung beim Menschen nach deutscher Gesetzeslage auf Grund des Embryonenschutzgesetzes verboten. Schon in unserer Stellungnahme von 1997 hat die DFG internationale Vereinbarungen gegen das Klonen von Menschen gefordert und wird sich allen Bemühungen in dieser Hinsicht anschließen."

Links:
Die Embryonenforschung wird kommen (BerliNews)
Winnackers Weg (FAZ)



MARKL, Hubert

Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Biologe


Quelle: Von Caesar lernen heißt forschen lernen.
FAZ 25. Juni 2001, Nr. 144, S. 52
Position: für Embryonenforschung
Ethische Argumente: Beginn des menschlichen Lebens erst mit der Einnistung des Keimes im Uterus, nicht schon mit der Befruchtung (epigenetisches Argument);
gegen "Zufallsunglück" und für "selbstverantwortliche Lenkung der eigenen Geschicke";
Forschungsfreiheit im Dienste der Gesellschaft.

Vgl. dazu die Kritik von Frank Schirrmacher:
Bürger Markl. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft treibt Kultur.(F.A.Z, 26.Juni)

Links:
Hubert Markl bringt Biologie und Kulturwissenschaft zusammen (Süddeutsche Zeitung)