Surfen an der Leine
Referat zum ZEIT-Artikel von Henrik Bork
Von Gabriela Fleischmann
Wir leben heute im Informationszeitalter mit neuen Technologien. Kein Staat dieser Welt kann es sich leisten bewußt darauf zu verzichten.
Durch die Einführung des Internets in China wird die totalitäre und kontrollwütige chinesische Regierung verunsichert. China darf einerseits sich dem Fortschritt im Informationszeitalter nicht entziehen befürchtet andererseits aber, den Verlust des Informationsmonopols der chinesischen Regierung und somit die Kontrolle über ihre Bürger. Um so informierten die Bürger sind, um so höher steigt die Gefahr, daß die bestehende totalitäre kommunistische Ordnung zerbricht.
Neben dem Verbot der Meinungsfreiheit, ist es in den kommunistischen Ländern üblich, den Bürgern, die Ausführung ihrer Religion zu verbieten.
Zum Beispiel versucht die chinesische Regierung überall in den tibetischen Klöster, Bilder des Religionsführes Dalai Lama zu beschlagnahmen. Mit Hilfe des Internets kann jeder das Foto des Religionsführes auf den Bildschirm laden.
Deshalb versucht das chinesische Ministerium für Post und Telekommunikation mit Hilfe von Ingenieure und moderne Filterprogramme, alle konterrevolutionäre Inhalte im Internet , den chinesischen Bürgern vorzuenthalten.
Mißtrauische Stimmen konnten sich bereits 1994 bei der Einführung des Internets nicht vorstellen, daß ein kommunistischer Staat, dessen Existenz von der Kotrolle seiner Bürger abhängig ist, mit einem Schlag liberal wird und sein Volk mit uneingeschränkter Information versorgt.
In China ist es heutzutage üblich, daß sich jeder Bürger mit Internetanschluß polizeilich registrieren lassen muß. Internetbenutzer in Schanghai müssen sogar einen Vertrag unterschreiben, der besagt, daß keine Staatsgeheimnisse, wie z.B. Wirtschaftsinformationen, weitergegeben werden. Wer sich diesen Vorschriften widersetzt, muß mit strenger Bestrafung rechnen. Seit 1996 müssen alle Internetanschlüsse vom chinesischen Postministerium genehmigt werden.
Solche Maßnahmen schüchtern den chinesischen Benutzer ein, das Internet mit seinen ganzen Möglichkeiten, zu benutzen.
China braucht das Internet, um chinesischen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu bieten, auf Information zuzugreifen, aber die chinesische Regierung wird sich von ihrem Vorhaben, Information zu kontrollieren, nicht abbringen lassen. Der Anschluß Chinas ans Internet bedeutet nicht einen Anschluß an die absolute Informationsfreiheit.
In allen Staaten der Welt, ist das Internet ein Netz der Forschung und der Lehre, dessen vorrangiges Ziel die Verbindung aller Universitäten, Hochschulen, Bibliotheken und Krankenhäusern ist. So waren es auch in China die großen Universitäten, die einen Internetanschluß hatten. Den meisten Benutzern wurde es lediglich erlaubt über E-mail zu kommunizieren, das Internetsurfen war nur einer Minderheit erlaubt. Die E-mails werden von der chinesischen Regierung auf ihren Inhalt überprüft.
Ein weiteres Hindernis ist, daß nur Bürger mit hohem Einkommen sich einen privaten Internetanschluß leisten können. Die meisten chinesischen Bürger sind jedoch ziemlich arm, nur wenige können sich einen PC leisten.
Internetanbieter in China bieten Wirtschaftsinformation an, nicht aber politische und soziale Information, aus Angst von der Regierung.
Neben dem ethischen Problem, der Bevormundung des erwachsenen, chinesischen Bürgers durch Zensur, gibt es auch ein technisches Problem. Das Netz hat eine mangelnde Infrastruktur, ebenfalls hervorgerufen durch die Zensur.
Sämtliche Manifeste, Mitteilungen, Aufrufe übers Internet können noch leichter zum Absender zurückverfolgt werden, wie ein Fax. Wenigen Insider ist es gelungen, Wege zu finden, sich im Internet frei bewegen zu können und die Zensur zu umgehen. Sie machen sich damit jedoch strafbar.
Trotz aller Hindernisse wurden im letzten Jahr rund 900000 neue PC in China verkauft.
Die Bevölkerung zeigt großes Interesse an der neuen Möglichkeit sich zu informieren, auch wenn es zur Zeit eine eingeschränkte Information ist. Es ist vielleicht eine Möglichkeit, die Freiheit doch zu erlangen.
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