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fallacia a dicto secundum
quid ad dictum simpliciter
Als Schluß vom bedingt Gesagten zum schlechthin Gesagten (lat.: fallacia
a dicto secundum quid ad dictum simpliciter) heißt der logische Fehlschluß,
bei dem eine nur unter bestimmten Bedingungen wahre These als ein Argument
verwendet wird, das unter allen Bedingungen richtig ist.
Der Schluß verletzt den Satz vom zureichenden Grunde.
http://www.phillex.de/adicto.htm
fallacia a sensu composito ad sensum divisum
Als Schluß von der Kollektivbedeutung zur Distributivbedeutung (lat.
fallacia a sensu composito ad sensum divisum) bezeichnet man einen Fehlschluß
infolge des sprachlichen Ausdrucks. Vom jedem Einzelnen wird behauptet,
was für das Ganze zutrifft.
Wird z. B. gesagt, daß
eine Bibliothek gut ist, so wird gefolgert, daß jedes einzelne Buch
dieser Bibliothek gut ist.
Ein anderes Beispiel stammt von Jevons: Er sagt, daß die Minister,
die im Staatsrat sitzen, wahrscheinlich zu vernünftigen Entscheidungen
in einer wichtigen Frage kommen werden. Daraus folgt dem Fehlschluß
von der Kollektivbedeutung zur Distributivbedeutung, daß jeder von
ihnen für sich genommen zu einer vernünftigen Entscheidung kommt.
http://www.phillex.de/kolldist.htm
fallacia a sensu diviso ad sensum compositum
Als Schluß von der Distributivbedeutung zur Kollektivbedeutung (lat.:
fallacia a sensu diviso ad sensum compositum) bezeichnet man den Fehlschluß
infolge des sprachlichen Ausdruck, bei dem vom zusammengesetzten Ganzen
das behauptet wird, was für jedes seiner Teile einzeln zutrifft.
Z. B. schließt ein
Kranker, der jedes der Symptome seiner Krankheit für sich genommen
für ungefährlich hält, daß alle Symptome zusammengenommen
ebenfalls ungefährlich sind. Tatsächlich können alle Symptome
für sich genommen ungefährlich sein, ihre Gesamtheit sich aber
als sehr gefährlich erweisen.
http://www.phillex.de/distkoll.htm
fallacia extra dictionem
Als logisch falschen Schluß oder fallacia extra dictionem bezeichnet
man einen Fehlschluß, bei dem der Gedankeninhalt oder die Form der
Verbindung der Urteile falsch ist.
http://www.phillex.de/fallac1.htm
figura dictionis
Als figura dictionis bezeichnet man einen Fehlschluß infolge des
sprachlichen Ausdrucks bei dem die Bedeutung von Wörtern verwechselt
wird, die aus einer Wurzel abgeleitet werden, aber unterschiedliche Bedeutung
haben.
Solche Wörter sind z. B. der Bauer - das Bauer, der Hahn im Hof und
der Hahn der Wasserleitung, das Schloß an der Tür und das Schloß
als Gebäude.
http://www.phillex.de/fig-dict.htm
Folk psychology
Als Folk psychology bezeichnet man den common sense, dass der Mensch andere
Menschen und höhere tierische Wesen verstehen und ihr Verhalten erklären
kann.
http://www.phillex.de/folkpsy.htm
Form, logische
Zwei Ausdrücke haben genau dann die gleiche logische Form, wenn der
eine aus dem anderen durch Austausch (Substitution) seiner nicht-logischen
Wörter durch andere nicht-logische Wörter zustande kommt.
Der Austausch eines nicht-logischen
Wortes muß universell, d. h. immer möglich sein und mit Hilfe
von Wörtern der gleichen logischen Kategorie geschehen, d. h. singulare
Ausdrücke müssen durch andere singulare Ausdrücke ersetzt
werden.
Die Lehre von der logischen
Form wird bisweilen auch als Dianoilogik bezeichnet.
http://www.phillex.de/logform.htm
Frankfurter Schule
Frankfurter Schule nennt man eine sozialphilosophische Richtung,
die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno begründet wurde. Sie ist
aus dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt a. M. hervorgegangen
und wurde nach 1933 in die USA verlegt.
Die Vertreter dieser Schule
versuchten die politische Ökonomie von Marx mit der Psychoanalyse von
Freud zu einer kritischen Theorie über die kapitalistische Gesellschaft
zu verbinden. In vielem stimmte ihre Position mit der von Marcuse überein,
der deshalb manchmal dieser Schule zugerechnet wird.
Zur 1. Generation der
Frankfurter Schule gehören weiterhin u. a. K. A. Wittfogel und F. Borkenau.
Vertreter der 2. Generation dieser Schule sind J. Habermas, A. Schmidt.
http://www.phillex.de/frankf-m.htm
Freude
Die geistige Befriedigung heißt Freude.
http://www.phillex.de/lust.htm#freude
Fundamentalismus
Als Fundamentalismus bezeichnet man die Auffassung, nach der es kontextunabhängige
basale Sätze und Normen gibt, von denen alle anderen Sätze und
Normen abgeleitet sind und auf denen Sinn und ihre Geltung von Sätzen
und Normen beruhen.
Wir unterscheiden nach
seinem Anwendungsbereich den erkenntnistheoretischen Fundamentalismus und
den ethischen Fundamentalismus.
Konkurrenzansätze
sind der Kontextualismus, die Kohärenztheorien und der Skeptizismus.
http://www.phillex.de/fundam.htm
Fundamentalismus, formaler
Auf Michael Williams geht die Unterscheidung zwischen dem formalen Fundamentalismus
und dem substantiellen Fundamentalismus zurück [1].
Der formale Fundamentalismus,
die Grundlage einer jeden fundamentalistischen Erkenntnistheorie, macht
nur Aussagen über die allgemeine Struktur der epistemischen Rechtfertigungen
unserer Meinungen und behauptet die Existenz kontextunabhängiger basaler
Meinungen.
Zentral für den formalen
Fundamentalismus sind folgende Thesen:
1. Es gibt basale Überzeugungen, die nicht inferentiell
durch andere Überzeugungen gerechtfertigt werden müssen, sondern
anderweitig gerechtfertigt sind.
2. Alle nicht-basalen Überzeugungen werden inferentiell
gerechtfertigt. Dabei wird direkt oder indirekt auf basale Überzeugungen
zurückgegriffen.
3. Die inhaltlich ausgezeichneten Typen von Überzeugungen
sind für alle Rechtfertigungenskontexte (für alle Personen) dieselben.
Die letzte These unterscheidet den Fundamentalismus vom Kontexttualismus.
[1] Williams, M.: Unnatural Doubts. Epistemological Realism and the Basis
of Scepticism. Princeton, N. J. 1996, 114ff.
http://www.phillex.de/f-fundam.htm
Fundamentalismus, substantieller
Auf Michael Williams geht die Unterscheidung zwischen dem formalen Fundamentalismus
und dem substantiellen Fundamentalismus zurück [1].
Der substantielle Fundamentalismus fügt dem formalen Fundamentalismus
Aussagen darüber hinzu, welche Meinungen basale Meinungen sind.
[1] Williams, M.: Unnatural Doubts. Epistemological Realism and the Basis
of Scepticism. Princeton, N. J. 1996, 114ff.
http://www.phillex.de/s-fundam.htm
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