Home

Philosophen

Studienarbeiten

Glossar

Forum I

Forum II

Forum III

Links & Literatur

Videoabstimmung

Impressum & Kontakt


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


I

I
Das Symbol i ist in der traditionellen Logik das Zeichen für ein partiulär verneinendes Urteil. So wird Einige S sind nicht P durch SiP abgekürzt. Das Symbol kommt von dem Wort affirmo = ich behaupte.
http://www.phillex.de/i.htm


Ichheit
Als Ichheit bezeichnet Fichte den Charakter des Ich-Seins, das heißt das Für-sich-sein.
http://www.phillex.de/ichheit.htm


Idealismus
Als Idealismus bezeichnet man eine philosophische Grundhaltung, die dem Denken oder den Ideen den Vorrang gegenüber der materiellen Welt oder der sinnlichen Erfahrung einräumt. 

Der Idealismus tritt erstmals in ausgeprägter Form bei Platon auf. 

Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Idealismus hatte Descartes. Nach Descartes ist die geistige Seinsweise leichter zu erkennen als die körperliche (cogito ergo sum). 

Eine der bedeutendsten idealistischen Schulen ist die Schule des absoluten Idealismus. Diese Schule hat insbesondere auf die Herausbildung der Kohärenztheorien maßgeblichen Einfluss gehabt. 

In The Refutation of Idealism (1903) kritisiert Moore den Idealismus der damaligen englischen Universitätsphilosophie. Moore untersucht die seiner Meinung nach entscheidende idealistische Annahme, daß das, was nicht von einem Bewusstsein aufgefasst werden kann, auch nicht existiert. Bei näherer Betrachtung - so Moore - erweist sich die Frage nach der Existenz eines Gegenstands unabhängig von einem Bewusstsein als eine offene Frage, und damit bricht die Grundlage der idealistischen Philosophie zusammen. 

Simmel verbindet die psychologisch-genetische, evolutionistische mit einer idealistischen, an Kant und Hegel orientierten, Auffassung.
http://www.phillex.de/idealism.htm


Idealismus, absoluter
Der absolute Idealismus ist eine hegelianische philosophische Schule des späten 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert im englischsprachigen Raum. Sie entstand, als man in Deutschland bereits begann, sich von Hegel abzuwenden. 

Sie war motiviert durch den Versuch religöse Überzeugungen in eine Weise zu begründen, die durch den Darwinismus nicht angreifbar ist. Außerdem wollte man dem Utilitarismus eine bessere Alternative entgegensetzen. 

Die Hauptvertreter sind:
•    Caird, John
•    Caird, Edward
•    Green, Thomas Hill
•    Ward, James
•    Wallace, William
•    Bradley, Francis Herbert
•    Bosanquet, Bernard
•    Royce, Josiah
•    Sorley, W. R.
•    Whiton Calkins, Mary
•    McTaggart, John Ellis
•    Joachim, Harold H.
•    Blanshard, Brand 

Für den absoluten Idealisten ist das Absolute namengebend. Der Hintergrund für die Position der absoluten Idealisten ist, dass sie annahmen, dass es keine von der Erfahrung (experience) unabhänige Außenwelt gibt. Nun gibt es aber in der Welt zahlreiche menschliche und tierische Erfahrungen. Die Welt muß daher die Totalität dieser Erfahrungen sein. Wie kann man aber diese Totalität denken. Es muß ein unfassendes (comprehensive), unendliches Erfahrungszentrum, das Absolute, geben. Dies ist zeitlos. Es ist ein Zustand des perfekten Verständnisses seiner selbst und aller Erfahrungen, die es enthält. 

Bei der Bestimmung des Absoluten unterscheiden sich die absoluten Idealisten durchaus. Für Bradley ist das Absolute eine einzelne Erfahrung, die höhergestellt ist als die Relationen und die alles enthält was ist [Bradley, F. H.: Essays on Truth and Reality, Oxford 1914, 246]. Nach Royce ist das Absolute ein unverselles Selbst, dessen Leben aus den Leben aller bewußten Wesen in ihrer Einheit besteht. Im Gegensatz dazu betrachtet McTaggart das Absolute als Universum, das man sich als ein System von Selbsts vorstellen kann, die direkt oder indirekt durch Affekte verbunden sind. Nach Wallace ist das Absolute eine einheitliche Erfahrungsgesamtheit. 

James hat gegen diese Position eine Version des Problems des Übels (problem of evil) eingewandt: Wie kann das Ganze perfekt sein, wenn so viele Teile oder Aspekte von ihm so unvollkommen sind? 

Die Suche nach der Antwort auf diese Frage ist die Grundlage für die Untersuchung der Kohärenz durch die absoluten Idealisten. 

Die absoluten Idealisten haben behauptet, dass es keine externen Relationen gibt. Es ist genau die Relation zu den anderen Dingen, die ein Ding zu dem macht was es ist. Dies hat weitgehende erkenntnistheoretische Folgen: Die vollständige Erkenntnis ist nämlich dann nur möglich, wenn man das ganze Universum kennt. 

Moore hat eingewendet, dass das Argument der absoluten Idealisten von der Behauptung Wenn ein Ding die Eigenschaften hat, die es hat, dann kann es nicht mit einem Ding identisch sein, das diese Eigenschaften nicht hat auf die Behauptung Ein Ding hat notwendigerweise gerade die Eigenschaften, die es hat schließen. 

Blanshard hält dem entgegen, dass kein entscheidender Unterschied zwischen kausaler Notwendigkeit und logischer Notwendigkeit besteht. Die Unterscheidung von externen und internen Relationen beruht nach Blanshard auf der Unterscheidung von kausaler und logischer Notwendigkeit. 

Häufig wird auch die Position von Hegel als absoluter Idealismus bezeichnet, da er selbst diese Bezeichnung verwendet hat.
http://www.phillex.de/absideal.htm


Idealismus, aktualistischer
Der aktualistische Idealismus ist eine stark von Hegel geprägte philosophische Schule im späten 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert. Die Hauptvertreter sind: 

•    Croce, Benedetto
•    Gentile, Giovanni
•    Collingwood, Robin George
http://www.phillex.de/aktideal.htm


Idee, transzendentale; Vernunftbegriff
Vernunftbegriffe (auch transzendentale Ideen), wie Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, gründen nach Kant in der Natur der Vernunft. Sie sind notwendige Begriffe einer reinen Vernunft. Sie sind also keine Fiktionen. 

Durch Vernunftbegriffe können keine Gegenstände erkannt werden. 

Darin unterscheiden sie sich von Verstandesbegriffen.
http://www.phillex.de/vernbegr.htm


Idem per idem
Lateinische Bezeichnung für die Tautologie in der Definition.
http://www.phillex.de/idemidem.htm


Idola fori, Idole des Marktes
Die Idole des Marktes (idola fori) sind das Ergebnis der Fehlerhaften Verwendung der Wörter.
http://www.philosophenlexikon.de/bacon-f.htm#markt
Siehe auch unter Francis Bacon


Idola specus, Idole der Höhle
Die Idole der Höhle (idola specus) bringen nach Bacon in die Widerspiegelung der Dinge individuelle Besonderheiten jedes Menschen hinein.
http://www.philosophenlexikon.de/bacon-f.htm#hoehle
Siehe auch unter Francis Bacon


Idola theatri, Idole des Theaters
Die Idole des Theaters (idola theatri), die Phantasievorstellungen, sind falsche Lehren, die den Menschen vom richtigen Weg abbringen.
http://www.philosophenlexikon.de/bacon-f.htm#theater
Siehe auch unter Francis Bacon


Idola tribus, Idole des Stammes
Die Idole des Stammes (idola tribus) kommen nach Bacon allen Menschen zu. Sie entstellen die Widerspiegelung der Dinge im Bewusstsein des Menschen, da der Mensch der Natur der Dinge ein Teilchen seiner eigenen Natur hinzufügt.
http://www.philosophenlexikon.de/bacon-f.htm#stamm
Siehe auch unter Francis Bacon


Idole
Während Aristoteles gegen die Sophismen kämpfte, führte Franics Bacon den Kampf gegen die Idole (Trugbilder), die die richtige Erkenntnis der Welt verhindern. 

Bacon unterschied vier Idole: die Idole des Stammes, der Höhle, des Marktes und des Theaters.
http://www.philosophenlexikon.de/bacon-f.htm#idole
Siehe auch unter Francis Bacon

Idole der Höhle
Siehe idola specus

Idole des Marktes
siehe idola fori

Idole des Stammes
siehe idola tribus

Idole des Theaters
siehe idola theatri

ignoratio elenchi; Unterschieben einer These
Als Unterschieben einer These (lat. ignoratio elenchi) bezeichnet man einen Fehler in der Argumentation, der dadurch entsteht, dass man nachdem man begonnen hat, eine These zu beweisen, beginnt im Verlaufe der Beweisführung eine andere These zu beweisen, die der ersten nur äußerlich ähnelt.
http://www.phillex.de/u-schieb.htm


Ignotum per ignotum
Lateinische Bezeichnung für die Definition des Unbekannten durch Unbekanntes.
http://www.phillex.de/ignotum.htm


Illokutionärer Akt
Illokutionäre Akte sind der Hauptgegenstand der Sprechakttheorie. 

Beim illokutionären Akt (engl: illocutionary act; dt. auch: illokutionäre Handlung) wird das Gesagte in einer bestimmten Weise verwendet, z. B. als Warnung, Versprechen, Frage, Behauptung, Rat, Befehl, Empfehlung, Wette oder Taufe.
So führe ich etwa mit jeder Äußerung einer Proposition p den illokutionären Akt einer Behauptung, Feststellung oder Bestätigung aus. Der illokutionäre Akt kennzeichnet den eigentlichen Handlungscharakter der Äußerung. 

Der Unterschied des illokutionären Aktes zum perlokutionären besteht in erster Linie darin, daß er durch eine Sprachkonvention nach Regeln vollzogen wird.
http://www.phillex.de/illokakt.htm


Illusion
Eine Illusion findet statt, wenn etwas anderes erscheint, als es ist. Die Illusion unterscheidet sich von der Halluzination, die überhaupt keinen Bezugsgegenstand hat. 

Findet die Illusion in der Wahrnehmung statt, so spricht man von einer Sinnestäuschung. 

Kennzeichnend für eine Illusion ist es, dass man sie durch die Tatsache, dass man sie als solche erkennt, nicht beheben kann. 

Die Möglichkeit der Illusion wird in der Erkenntnistheorie benutzt, um die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Realität zu begründen. Darauf stützt sich das Argument, wonach uns nicht die Sachen selbst, sondern nur Erscheinungen gegeben sind. 

Das Argument der Illusion spielt bei der Begründung des Skeptizismus eine große Rolle.
http://www.phillex.de/illusion.htm


Illusion, Argument der
Das Argument der Illusion hat folgende Struktur: 

1.    Wenn eine Illusion auftritt, dann sind die Dinge nicht wirklich so beschaffen, wie sie zu sein scheinen.
2.    Wir können niemals sicher sein, dass wir nicht einer Illusion erlegen sind.
3.    Daher können wir auch niemals sicher sein, dass die Dinge wirklich so sind, wie sie zu sein scheinen. 

Das Argument der Illusion wurde von den Skeptikern besonders gern an einem Spezialfall der Illusion, nämlich am Beispiel der Sinnestäuschung vorgeführt.
http://www.phillex.de/skepsis7.htm#illusion
Siehe auch unter Skeptizismus


Implikation, nomologische
Wissenschaftliche Gesetze (immer in einer wenn-dann-Form ausgedrückt) nennt Reichenbach nomologische Implikation.
http://www.philosophenlexikon.de/reichenb.htm#nomologimpl
Siehe auch unter Hans Reichenbach


In-Vitro-Fertilisation
Entscheidungen, die mit der In-Vitro-Fertilisation zusammenhängen, gehören zum Gegenstand der medizinischen Ethik.
1978 wurde mit der Geburt von Louise Brown zum ersten Mal ein Mensch geboren, der außerhalb eines menschlichen Körpers befruchtet worden war. Damit gelang es Robert Edwards und Patrick Steptoe, die Möglichkeit der In-Vitro-Fertilisation (IVF) zu zeigen. 

Um dies zu ermöglichen mussten Experimente mit menschlichen Embryonen gemacht werden. 

Inzwischen hat die IVF sich durchgesetzt. Mehr noch: Embryonen werden eingefroren um sie über mehrere Jahre aufzuheben und sie dann wiederum Frauen einzusetzen. 

Weil das IVF-Verfahren oft mehr Embryonen produziert, als sich auf sicherem Wege in den Uterus der Frau zurückgeführt werden können, gibt es viele eingefrorene Embryonen, die niemals gebraucht, vermutlich zerstört oder der Forschung zur Verfügung gestellt werden oder an andere unfruchtbare Paare weitergegeben werden. 

Die Vernichtung der Embryonen führt zu ähnlichen Problemen, wie denen, die im Umfeld mit der Abtreibung diskutiert werden. 

Die Antworten können jedoch nicht einfach übertragen werden. So gilt das Argument, dass die Frau einen Anspruch darauf hat über ihren eigenen Körper zu bestimmen hier nicht. 

Andere haben in Analogie zur Abtreibungsdebatte ausgeführt, dass der Embryo einen Schutzanspruch hat, weil er ein (a) menschliches Wesen bzw. (b) ein potentielles menschliches Wesen ist. 

Ist es schon bei Föten äußerst schwierig, zu zeigen, dass sie Autonomie besitzen, so erst recht bei Embryonen. So gilt es zu bedenken, dass Embryonen im Frühstadium noch keine Individuen sind, da sich bis zu 14 Tagen nach der Befruchtung das Embryo noch jederzeit in zwei oder mehr genetisch identische Embryonen aufspalten kann. Außerdem gilt ein Embryo den meisten Philosophen nicht als Person, sondern höchstens als Quasi-Person. 

Kompliziert ist auch das Argument, dass das Embryo ein potentielles menschliches Wesen ist. Das liegt daran, dass in vitro befruchtete Eizellen eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit haben, dass sie sich im Uterus auch wirklich einnisten (10-20%). 

Im Zusammenhang mit der In-Vitro-Fertilisation sind einige neue Probleme der personalen Identität aufgetaucht.
Bis zu vierzehn Tage nach der Befruchtung kann sich der Embryo jederzeit in zwei oder mehr genetisch identische Embryonen aufspalten. Ist ein Embryo vor dieser Spaltung personal identisch mit dem späteren Kind? Und wie ist es, wenn eine solche Spaltung nicht stattfindet, wir dies aber noch nicht wissen?
http://www.phillex.de/invitro.htm


Inadäquatheit der Definition
Der Fehler der Inadäquatheit kann nur in feststellenden Definitionen auftreten. Eine feststellende Definition ist adäquat, wenn die Extension des Definiens dem des Definiendum gleicht. 

In einer adäquaten feststellenden Definition muss daher das Definiens so gewählt werden, dass seine Extension der festgestellten Extension des Definiendum gleicht. Im anderen Fall, wenn sich also die Extensionen nicht gleichen, ist die Definition inadäquat. Formen der inadäquaten Definition sind die zu enge und die zu weite Definition sowie Definitionen, in denen sich die Extension des Definiendum mit der des Definiens kreuzt.
http://www.phillex.de/inaddef.htm


Indifferenzlehre
Der Indifferenzlehre zufolge sind dieselben Objekte je nach der Betrachtung ein Einzelnes oder ein Allgemeines. Ein Vertreter dieser Position ist Adelard von Bath.
http://www.phillex.de/indiff.htm


Individualurteil
Singuläre Urteile oder Individualurteile nennt man kategorische Urteile in denen der Subjektausdruck ein Name oder eine bestimmte Beschreibung eines Einzeldings enthält, z. B. Seiffen ist ein Dorf im Erzgebirge und Chemnitz ist eine Universitätsstadt.
http://www.phillex.de/urteil.htm#singulaer
Siehe auch unter Urteil


inductio completa; Vollständige Induktion
In der Mathematik und stark mathematisierten Wissenschaften wird die vollständige Induktion (auch: mathematische Induktion, lat. inductio completa genannt) als eine Form der Induktion untersucht. 

Durch vollständige Induktion beweist man, dass eine bestimmte Eigenschaft auf jede natürliche Zahl n zutrifft, indem man zeigt:
1.    diese Eigenschaft trifft für n = 1 zu,
2.    wenn diese Eigenschaft auf n = k zutrifft, so trifft sie auch auf n = k + 1 zu. 

Dieses Prinzip der vollständigen Induktion ist eines der Axiome im Axiomensystem der natürlichen Zahlen von Peano.
Mitunter wird die Induktion durch vollständige Aufzählung auch als vollständige Induktion bezeichnet.
http://www.phillex.de/v-indukt.htm


inductio incompleta; Unvollständige Induktion
Als unvollständige Induktion (lat. inductio incompleta) oder problematische Induktion bezeichnet man jede Induktion, die keine vollständige Induktion ist. 

Bei einer unvollständigen Induktion spricht man also, wenn die induktiv gewonnene Konkulusion über die Prämissen hinausgeht.
http://www.phillex.de/u-indukt.htm


inductio per enumerationem simplicem; Aufzählende Induktion
Man unterscheidet bei der Analyse von Induktionen aufzählende Induktionen (auch: Induktion durch einfache Aufzählung, unvollendete Induktion, lat.: inductio per enumerationem simplicem) von ausscheidenden Induktionen.
Die aufzählende Induktion wurde von Aristoteles entdeckt. 

Bei der aufzählenden Induktion werden möglichst viele Einzeltatsachen angesammelt, um einen allgemeinen Satz, aus dem die diesen einzelnen Tatsachen entsprechenden Einzelaussagen folgen, einleuchtender zu gestalten. 

Das traditionelle Beispiel für diese Form der Induktion ist die Hypothese, dass alle Schwäne weiß seien. Es hat sich gezeigt, dass diese These durch zahllose Einzelbeobachtungen gestützt wird. Es hat sich aber auch gezeigt, dass diese Form der Induktion besonders anfechtbar ist, da eine einzelne Tatsache sie bereits widerlegen kann. 

Als in Australien schwarze Schwäne beobachtet wurden, waren die zahllosen Einzelfakten, die für die weiße Farbe aller Schwäne sprachen, wertlos. 

Trotz dieses Mangels hat die aufzählende Induktion für die Erkenntnis heuristischen Wert. 

Ist die Aufzählung vollständig geht die aufzählende Induktion in eine Deduktionsform über, die sog. Induktion durch vollständige Aufzählung. 

Bereits im Novum Organum bezeichnete F. Bacon die Induktion durch einfache Aufzählung als unzuverlässig. 

Eine Sonderform der aufzählenden Induktion ist die enumerative Induktion
http://www.phillex.de/aufzaehl.htm


Induktion
Die Induktion (auch: induktive Methode, induktiver Schluß) ist neben der Abduktion eine der beiden Arten des nichtdeduktiven Schließens. F. Bacon stellt sie der Antizipation gegenüber. 

Einer der ersten, der das induktive Denken untersucht hat, war Sokrates. Wissen, so sagte er, ist Begriff vom Allgemeinen, und Allgemeines wird zunächst an Einzelfällen durch Vergleich dieser Fälle untereinander erkannt. Die Mäeutik des Sokrates schloss elementare induktive Methoden ein. 

Demokritos ist einer der Begründer der Induktionslogik, in der bei ihm die Analogie einen bedeutenden Platz einnimmt.
Aristoteles verwies darauf, dass Sokrates sich um logische Schlüsse bemühte, und schrieb in der Metaphysik, dass man zu Recht zwei Dinge von Sokrates übernehmen müsste, die Induktionsurteile und die Bildung von allgemeinen Definitionen. 

Aristoteles beschäftigte sich mit der Theorie der Induktion und entdeckte Formen die Induktion durch einfache Aufzählung und die Induktion durch vollständige Aufzählung. 

Manchmal versteht man unter Induktion noch heute das Aufsteigen vom Besonderen zum Allgemeinen und stellt die induktiven Schlüsse den deduktiven Schlüssen als Schlüssen, die vom Allgemeinen zum besonderen führen, entgegen. Diese Gegenüberstellung geht auf den Begriff der epagoge bei Aristoteles zurück. 

Gegen die Berechtigung der Induktion treten die Skeptiker auf. Die Induktion kann nicht alle Fälle berücksichtigen. Wenn sie aber nur einige Fälle berücksichtigt, so ist möglich, dass der Verallgemeinerung einige nicht berücksichtigte Fälle entgegentreten. 

Bacon bezeichnet im Novum Organum (1620) die Induktion durch einfache Aufzählung als unzuverlässig. Er stellte der Induktion die Ermittlung von Formen, d. h. von etwas Stabilem in den Erscheinungen als Grundlage ihrer äußeren Eigenschaften. Bacon schlug vor, die Formen mit Hilfe einer Reihe von Methoden zu ermitteln, die er Verstandeshilfe nannte. Er verlangte, die ermittelten Fakten in Tabellen unter vorhanden, fehlt und Grad aufzuteilen. Im Endergebnis, so dachte Bacon, kann man den wirklichen Zusammenhang zwischen den Erscheinungen klären. 

Hume führt die Induktion auf Gewohnheit zurück. 

Nach Reid fußt alle Induktion auf dem Satz, dass gleiche Wirkungen gleiche Ursachen haben müssen. 

Kant schreibt dem durch Induktion Gefundenen nur komparative Allgemeinheit zu. 

Nach Apelt ist die Induktion formell ein disjunktiver Vernunftschluß. Sie gründet sich auf einen angeborenen Hang der Vernunft nach Einheit und Zusammenhang ihrer Erkenntnisse. Die Allgemeingültigkeit der durch Induktion gewonnenen Gesetze beruht auf apriorischen Prinzipien. 

Whewell fundiert die Induktion auf fundamental ideas, die das Denken in die Erfahrungen legt. 

Hamilton, Trendelenburg und Lotze führen die Induktion auf die Deduktion zurück. 

Mill knüpft an die Ergebnisse von Bacon und Herschel an, vertrat aber eine Position, die später als Allinduktionismus kritisiert wurde. Mill zielte bei seiner Analyse vor allem auf Methoden zur Untersuchung von Kausalzusammenhängen. Mill erblickt in der Induktion das methodische Fundament alles Wissens. Die Induktion ist diejenige Verstandesoperation, durch welche wir schließen, dass dasjenige, was für einen besonderen Fall oder besondere Fälle wahr ist, auch in allen Fällen wahr sein wird, welche jenem in irgend einer nachweisbaren Beziehung ähnlich sind. Jede Induktion lässt sich nach Mill in der Form eines Syllogismus darstellen, dessen Obersatz unterdrückt und selbst eine Induktion ist. Die Induktion beruht auf der natürlichen Neigung des Geistes, seine Erfahrungen zu generalisieren. Die Voraussetzung, dass der Gang der Natur gleichförmig ist, nennt Mill das Axiom der Induktion. Dieses Axiom beruht selbst auf einer allgemeinsten Induktion. 

Nach Jevons führt die Induktion zur Entdeckung allgemeiner Gesetze, zur Entdeckung der Beziehungen von Ursache und Wirkung, zur Entdeckung aller allgemeinen Wahrheiten. Daher ist die Induktion wichtiger als Traduktion und Deduktion. Den Induktionsurteilen kommt nur Wahrscheinlichkeit zu. Die Induktion ist ein Spezialfall des Wahrscheinlichkeitsschlusses. 

Nach Heymans ist die Wahrscheinlichkeitstheorie nicht imstande, die Induktion zu erklären, da in beiden die Schlussfolgerung über das in den Prämissen Gegebene hinausgeht. Der Induktion liegt die Unveränderlichkeit des Bestehenden zugrunde. 

Nach Erdmann setzt die Induktion voraus, dass gleiche Ursachen gleiche Wirkungen hervorbringen, und dass gleiche Ursachen gegeben sind. Der Grundsatz der Induktion ist ein Postulat des Vorherwissens, das sich in der Erfahrung bewährt hat. 

Nach E. v. Hartmann hängt der Wert der Induktion davon ab, daß wir eindeutig determinierende kausale Beziehungen zu konstatieren vermögen. Induktion und Deduktion rekonstruieren reale Verhältnisse ideell. 

Nach Sigwart ist die Induktion eine Umkehrung des Syllogismus. 

Nach Wundt ist die elementare logische Form der Induktion der Verbindungsschluss (Schluss der dritten Aristotelischen Figur). Die induktive Methode sucht durch eine mannigfach wechselnde Benutzung der analytischen und synthetischen Methode die Deutungen der Tatsachen zu beschränken. Als das Resultat einer Induktion ergibt sich stets ein allgemeiner Satz, welcher die einzelnen Tatsachen der Erfahrung, die zu seiner Ableitung gedient haben, als spezielle Fälle in sich enthält. Einen solchen Satz nennen wir ein Gesetz. Wie die Konstanz der Objekte unserer Beobachtung die Bedingung für die Abstraktion von Gattungsbegriffen ist, so ist die Regelmäßigkeit des Geschehens die Bedingung für die Induktion von Gesetzen. Nach dem Grade der Allgemeinheit sind drei Stufen der Induktion zu unterscheiden: 

1.    Die Auffindung empirischer Gesetze,
2.    die Verbindung einzelner empirischer Gesetze zu allgemeineren Erfahrungsgesetzen, und
3.    die Ableitung von Kausalgesetzen und die logische Begründung der Tatsachen. 

Die allgemeine logische Regel der physikalischen Induktion lautet: Unter den eine Erscheinung begleitenden Umständen sind diejenigen als wesentliche Bedingungen derselben anzusehen, deren Beseitigung die Erscheinung selber beseitigt, und deren quantitative Veränderung eine quantitative Veränderung der Erscheinung herbeiführt. 

Schuppe verhielt sich skeptisch zur Induktion. Er erkannte ihr keinen selbständigen Wert als Form des Schließens zu. Die Induktion ist formal ein Syllogismus mit disjunktivem Obersatz. Dabei wird der Begriff der Kausalität oder des Zusammengehörens vorausgesetzt. 

Cohen bestimmt die Induktion als Hinführung auf die allgemeinen Gesetze der Kausalität und des Systems. 

Nach dem Charakter des Ergebnisses unterscheidet man die primäre Induktion von der sekundären Induktion. 

Man kann weiterhin aufzählende Induktionen von ausscheidenden Induktionen unterscheiden. 

In der Mathematik und stark mathematisierten Wissenschaften wird die vollständige Induktion als eine Form der Induktion untersucht und der unvollständigen Induktion gegenübergestellt. 

Weitere Formen der Induktion sind die induktive Verallgemeinerung und die kritische Induktion. 

Auf F. Bacon geht die Induktion durch Ausschließen zurück. 

Kein Schluss, sondern eine Form der Definition ist die induktive Definition. 

Eng verbunden mit der Induktion ist das Induktionsproblem.
http://www.phillex.de/induktio.htm


Induktion, aufzählende
siehe inductio per enumerationem simplicem


Induktion, ausscheidende
Man unterscheidet bei der Analyse von Induktionen aufzählende Induktionen von ausscheidenden Induktionen (auch: eliminierende Induktionen, eliminative Induktion oder ausschaltende Induktion genannten). 

Bei der ausscheidenden Induktion werden aus der Gesamtzahl der möglichen Hypothesen alle ausgeschaltet, die nicht in Frage kommen. 

Die Methode der ausschaltenden Induktion hat vor allem Mill untersucht. 

Mill unterschied fünf mögliche Fälle der ausschaltenden Induktion, die bei ihm Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge sind, nämlich
1.    die Methode der Ähnlichkeit,
2.    die Methode des Unterschiedes,
3.    die vereinigte Methode von Ähnlichkeit und Unterschied,
4.    die Methode der Reste und
5.    die Methode der begleitenden Veränderung.
http://www.phillex.de/scheid.htm


Induktion durch Ausschließen
F. Bacon schlug eine Form der Induktion, die Induktion durch Ausschließen, vor, in deren Verlauf Hinweise auf Eigenschaften beseitigt werden, die nicht die Ursache der untersuchten Tatsachen sein können, da diese Tatsachen existieren, nicht aber jene Eigenschaften. Um das zu erreichen, schlug Bacon vor, möglichst vollständige Tatsachentabellen zusammenzustellen und dabei insbesondere negative Beispiele auszusondern.
http://www.phillex.de/ausschl.htm


Induktion durch vollständige Aufzählung
Die Induktion durch vollständige Aufzählung ist eine Form der Deduktion und nicht der Induktion wie der Name erwarten lässt. Dies hängt mit der engen Verwandtschaft zur aufzählenden Induktion zusammen. 

Aristoteles, der die Induktion durch vollständige Aufzählung entdeckt hat, nennt diese Induktionssyllogismus. 

Nehmen wir an, eine Klasse K habe die Elemente a, b, c. Wissen wir, dass die Eigenschaft F auf das Element a zutrifft, und stellen dann fest, dass sie auch auf das Element b und das Element c zutrifft, dann können wir den Schluss ziehen, dass alle Elemente dieser Klasse die genannte Eigenschaft haben. 

Einige Logiker vertreten die Ansicht, dass die Induktion durch vollständige Aufzählung der Form nach dem Darapti entspricht, andere betrachten die vollständige Induktion als distributiven Syllogismus.
http://www.phillex.de/v2-induk.htm

Induktion, enumerative
Die enumerative Induktion ist eine Sonderform der Induktion durch einfache Aufzählung. 

In ihr verläuft die logische Prozedur des Überganges von den Prämissen zur Konklusion nach folgendem Russelschen Prinzip:
1.    Es ist eine gewisse Anzahl von n Fällen einer Klasse  gegeben.
2.    Diese n Fälle erweisen sich alle als Glieder einer Klasse .
3.    Es ist kein einziger Fall in  bekannt, der nicht zu  gehört. 

Auf dieser Grundlage kann man zwei Behauptungen aufstellen:
•    bei spezieller Induktion: Es wird der auf die n Fälle folgende Fall aus  als ein Fall aus  angenommen;
•    bei allgemeiner Induktion: Es werden alle Fälle aus  als Fälle aus  betrachtet. 

Beide Behauptungen haben eine gewisse Wahrscheinlichkeit, die bei Vergrößerung der Zahl n zunimmt.
http://www.phillex.de/enumerat.htm


Induktion, kritische
Als kritische Induktion bezeichnet man Induktionen, die negative Instanzen berücksichtigen.
http://www.phillex.de/k-indukt.htm


Induktion, primäre
Nach dem Charakter des Ergebnisses unterscheidet man bei den Induktionen die primäre Induktion von der sekundären Induktion. 

Das Ergebnis der primären Induktion ist eine allgemeine Aussage (Hypothese oder Gesetz). Aus einzelnen Fakten (Beobachtungen, Experimenten usw.), die durch Einzelaussagen erfaßt sind, wird der allgemeine Satz erschlossen.
http://www.phillex.de/p-indukt.htm


Induktion, sekundäre
Nach dem Charakter des Ergebnisses unterscheidet man bei den Induktionen die primäre Induktion von der sekundären Induktion. 

Das Ergebnis einer sekundären Induktion ist eine Theorie. Aus einer Reihe von allgemeinen Sätzen wird eine Theorie erschlossen.
http://www.phillex.de/s-indukt.htm


Induktion, unvollständige
Als unvollständige Induktion (lat. inductio incompleta) oder problematische Induktion bezeichnet man jede Induktion, die keine vollständige Induktion ist. 

Bei einer unvollständigen Induktion spricht man also, wenn die induktiv gewonnene Konkulusion über die Prämissen hinausgeht.
http://www.phillex.de/u-indukt.htm


Induktion, vollständige
In der Mathematik und stark mathematisierten Wissenschaften wird die vollständige Induktion (auch: mathematische Induktion, lat. inductio completa genannt) als eine Form der Induktion untersucht.
Durch vollständige Induktion beweist man, dass eine bestimmte Eigenschaft auf jede natürliche Zahl n zutrifft, indem man zeigt: 

1.    diese Eigenschaft trifft für n = 1 zu,
2.    wenn diese Eigenschaft auf n = k zutrifft, so trifft sie auch auf n = k + 1 zu. 

Dieses Prinzip der vollständigen Induktion ist eines der Axiome im Axiomensystem der natürlichen Zahlen von Peano. 

Mitunter wird die Induktion durch vollständige Aufzählung auch als vollständige Induktion bezeichnet.
http://www.phillex.de/v-indukt.htm


Induktion, voraussagende; Voraussageschluss
Bei einem Voraussageschluss oder der voraussagenden Induktion wird von einem Fall auf einen in der Zukunft liegenden anderen Fall geschlossen. Es wird also z. B. aus den bisherigen Beobachtungen von Schwänen geschlossen, dass über den Kreis der beobachteten hinaus alle Schwäne weiß sind. 

Der Voraussageschluss ist nach Carnap einer der Haupttypen des Induktionsschlusses.
http://www.phillex.de/vschluss.htm


Induktionslogik, Induktive Logik
Als induktive Logik (auch: Induktionslogik) bezeichnet man den Teil der Logik, in dem die Induktion untersucht wird.
In der nichtklassischen Induktionslogik werden Mittel zur Wertung des Grades des logischen Zusammenhanges von hypothetischen Aussagen mit anderen Aussagen erarbeitet, deren Wahrheit bereits bewiesen ist. 

Es wird der Grad der Wahrscheinlichkeit von Urteilen untersucht, die aufgrund der Daten einer unvollständigen Information gebildet werden. 

Die moderne Induktionslogik, die in Arbeiten von Reichenbach, Carnap, Hempel, Keynes u. a. erarbeitet wird, verwendet bei ihren Untersuchungen die Wahrscheinlichkeitslogik. 

Ein anderer wichtiger Strom der Induktionslogik gründet auf der mehrwertigen Logik (approximatives Schließen, unscharfes Schließen).
http://www.phillex.de/i-logik.htm


Induktionsprinzip
Als Induktionsprinzip bezeichnet man das folgende Prinzip: 

Wenn eine Menge A = {A1, A2,... An} unter veränderten Bedingungen untersucht worden ist und alle Elemente der Menge A ohne Ausnahme die Eigenschaft B haben, können wir hieraus schließen, dass jedes Element der Menge A die Eigenschaft B hat. 

Das Prinzip führt nicht zu logisch gültigen Schlüssen, in denen die Behauptung er Prämissen und die Leugnung der Konklusion selbstwidersprüchlich ist. Ein Beispiel ist die Entdeckung schwarzer Schwäne in Australien zu einer Zeit, als man sicher zu sein glaubte, dass es nur weiße Schwäne gibt. 

Das Prinzip kann auch nicht durch seine erfolgreiche Anwendung begründet werden, da der Schluss, dass das Induktionsprinzip mit Erfolg in Situation 1, Situation 2 ... Situation n angewendet wurde und daher immer mit Erfolg angewendet werden kann, selbst ein induktiver Schluß ist und der Beweis wäre zirkular. 

Das Induktionsprinzip und seine Begründung spielt in der Debatte um das Induktionsproblem eine zentrale Rolle.
http://www.phillex.de/indprinz.htm


Induktionsschluss, Induktive Verallgemeinerung
Als induktive Verallgemeinerung oder Induktionsschluss bezeichnet man die Form der Induktion bei der von einer Teilklasse auf die Gesamtklasse geschlossen wird. Die Prämissen dieses Schlusses bestehen darin, dass einerseits eine bestimmte Klasse in einer anderen enthalten ist und andererseits alle Elemente der ersten Klasse eine bestimmte Eigenschaft haben. Es wird geschlossen, dass auch alle Elemente der zweiten Klasse diese Eigenschaft haben. 

In der logischen Untersuchung des Induktionsschlusses gibt es eine starke Tradition eines wahrscheinlichkeitslogischen Ansatzes. Mit diesem konkurriert aber zumindest auch ein Ansatz im Rahmen der mehrwertigen Logik. 

Carnap unterscheidet in seiner Arbeit Induktive Logik und Wahrscheinlichkeit fünf Haupttypen der induktiven Verallgemeinerung: 

•    direkter Schluss
•    Voraussageschluss
•    Analogieschluss
•    inverser Schluss
•    Allschluss 

Hume, Popper u. a. bezweifeln die Möglichkeit, durch induktive Verallgemeinerung die Wahrheit wissenschaftlicher Hypothesen begründen zu können. 

Die induktive Verallgemeinerung ist Grundlage des Induktivismus.
http://www.phillex.de/i-allg.htm


Induktionssyllogismus; Induktion durch vollständige Aufzählung
Die Induktion durch vollständige Aufzählung ist eine Form der Deduktion und nicht der Induktion wie der Name erwarten lässt. Dies hängt mit der engen Verwandtschaft zur aufzählenden Induktion zusammen. 

Aristoteles, der die Induktion durch vollständige Aufzählung entdeckt hat, nennt diese Induktionssyllogismus.
Nehmen wir an, eine Klasse K habe die Elemente a, b, c. Wissen wir, dass die Eigenschaft F auf das Element a zutrifft, und stellen dann fest, dass sie auch auf das Element b und das Element c zutrifft, dann können wir den Schluss ziehen, dass alle Elemente dieser Klasse die genannte Eigenschaft haben. 

Einige Logiker vertreten die Ansicht, dass die Induktion durch vollständige Aufzählung der Form nach dem Darapti entspricht, andere betrachten die vollständige Induktion als distributiven Syllogismus.
http://www.phillex.de/v2-induk.htm


Induktivismus
Als Induktivismus bezeichnet man die wissenschaftstheoretische Position, wonach Beobachtungsaussagen die Grundlage jeder Erkenntnis darstellen. 

Beobachtungsaussagen bzw. Erlebnisaussagen stehen am Anfang eines jeden Erkenntnisprozesses. Durch induktive Verallgemeinerung werden aus den Einzelaussagen allgemeine Sätze oder Hypothesen gewonnen. 

Dem Induktivismus liegt als Annahme die Gleichförmigkeit der Natur zugrunde. Diese Gleichförmigkeit lässt die Erwartung zu, dass beobachtbare Phänomene sich auch künftig so ereignen werden wie bisher. 

Diese Annahme ist allerdings aufgrund des Induktionsproblems umstritten.
http://www.phillex.de/indukism.htm


induzieren
Von induzieren sprechen wir, wenn wir Wissen durch Induktion erhalten.
http://www.phillex.de/induzier.htm


Inhärenz der Zeichen
Als Inhärenz der Zeichen bezeichnet man die Unveränderlichkeit der Zeichen innerhalb eines logischen Kalküls.
http://www.phillex.de/zeichinh.htm


Inkohärenz
Bartelborth hat bei der Analyse der Kohärenz der systematischen Kohärenz die Inkohäenz gegenübergestellt (Bartelborth, T.: Begründungsstrategien. Ein Weg durch die analytische Erkenntnistheorie. Berlin 1996, 192).

Ein Überzeugungssystem X ist um so inkohärenter,
1.    je mehr Inkonsistenzen in X auftreten (auch probabilistische)
2.    in je mehr Subsysteme X zerfällt, die untereinander relativ wenig vernetzt sind (Subsystembedingung),
3.    je mehr Erklärungsanomalien in X auftreten (Anomalienbedingung),
4.    je mehr konkurrierende Erklärungen in X vorliegen (Konkurrenzbedingung). 

Der Begriff der Inkohärenz wird bei Bartelborth nicht nur der systematischen Kohärenz gegenübergestellt, sondern ist gleichzeitig Voraussetzung zur Bestimmung der systematischen Kohärenz.
http://www.phillex.de/inkohaer.htm


Inkonsistenz
Inkonsistenz (lat. in-, un-, und consistere, zusammentreten, verharren, sich behaupten) nennt man einen Mangel an innerem Zusammenhang. 

Sei  eine Menge von Aussagen.  heißt inkonsistent genau dann, wenn es mindestens ein A gibt, mit {A, ~A}  . 

Der Inkonsistenz wird die Konsistenz gegenübergestellt.
http://www.phillex.de/inkonsis.htm


Instrumentalismus
In der Wissenschaftsphilosophie sind der Instrumentalismus und Szientismus Formen des Empirismus.
Als Instrumentalismus (lat. instrumentum, Hilfsmittel, Werkzeug) werden diejenigen erkenntnistheoretischen und wissenschaftsphilosophischen Auffassungen bezeichnet, die in den Wissenschaften nur ein intellektuelles Werkzeug sehen, um unsere Erfahrungen im Hinblick auf eine Verbesserung unserer Handlungsmöglichkeiten systematisieren zu können. 

Wissenschaftliche Theorien sind eine Form von Schlussfolgerungs- und Rechenregeln, die den Übergang gegebener Basissätze (Daten) auf neue Beobachtungsaussagen (Voraussagungen) erlauben. Die in solchen Theorien scheinbar als Aussagen auftretenden Sätze sind daher weder wahr noch falsch. Sie sind keine Aussagen, sondern Regeln oder Definitionen. Damit ist der Instrumentalismus wohl eine Variante des wissenschaftstheoretischen Skeptizismus. 

Ebenso sind für den Instrumentalismus die theoretischen Größen, mit denen sich wissenschaftliche Theorien beschäftigen (z. B. Gene, Elektronen), nicht Teile der Wirklichkeit, sondern nützliche Fiktionen oder heuristische Konstruktionen, die eingeführt werden, um die Erfahrungen auf eine zweckmäßige Weise zu ordnen. 

Diese Ansicht, die bereits bei Berkeley zu finden ist, finden wir bei Mach, Carnap, Quine, Toulmin, Kuhn und Feyerabend. Sie ist mit dem Konventionalismus und Operationalismus verwandt und bestreitet wie diese Richtungen den wissenschaftsphilosophischen Realismus.
http://www.phillex.de/empirism.htm#instrumentalism
Siehe auch unter Empirismus

Intention, Absicht
Eine Absicht (lat. intentio) oder Intention) ist die bewusste Streben auf ein Ziel und auch das, worauf es bei einer Willenshandlung abgesehen ist, das Ziel selbst. 

In der spätantiken und scholastischen Philosophie wird intentio in Zusammenhang mit dem religiösen Zweck des Lebens gebracht. Die Absichten des Willens müssen mit der Ausrichtung der Seele auf ein positives Verhältnis zu Gott in Einklang stehen. 

Die Scholastiker unterscheiden intentio absoluta, intentio actualis, intentio habitualis, intentio animalis, intentio bona, intentio mentalis, intentio prima und secunda naturae. 

Nach Wolff ist Absicht dasjenige, was wir durch unser Wollen zu erhalten gedenken;. 

Meinong teilt die Absichten oder Willens-Objecte in egoistische, altruistische und neutrale ein. 

Bei Husserl bezeichnet intentio das Gerichtetsein des Bewusstseins auf ein intentum, d. h. auf einen Gegenstand mit einer bestimmten Bedeutung. Die Intention ist daher ein Zug der Intentionalität. 

Heftig umstritten war die Bestimmung von absichtlich bei Hart. 

Im Rahmen der intentionalen Handlungserklärung hat Georg Meggle den Intentionsbegriff näher analysiert. Für ihn liegt eine intentionale Handlung dann und nur dann vor, wenn ein Verhalten, ein Herbeiführen-Wollen des Ziels und der Glaube, dass dies nur durch gerade dieses Verhalten erreichbar ist, zusammentreffen. 

Eine zentrale Rolle spielt der Absichtsbegriff u. a. in der der Absichtstheorie. 
http://www.phillex.de/intentio.htm


Intentionismus
Der Terminismus bzw. Intentionismus ist eine Variante des Nominalismus.
http://www.phillex.de/allgbegr.htm#intentionismus
siehe auch unter Allgemeiner Begriff, Allgemeinbegriff, Universale


Interesse
Der Begriff Interesse (von lat. inter, zwischen, und esse, sein) kommt ursprünglich aus der Handels- und Rechtssprache und erhält in der Staatsphilosophie des 17. und 18. Jh. philosophische Bedeutung. 

Wir unterscheiden subjektive und objektive Interessen. 

Als subjektives Interesse bezeichnet man Gewinn, Nutzen, Bedürfnisse, die man zu erringen oder zu haben glaubt, sowie die damit verbundene Aufmerksamkeit bzw. das Gefallen daran und das Streben nach Befriedigung von Bedürfnissen bzw. nach Erringung eines Nutzens. 

Als objektives Interesse werden die Bedürfnisse bezeichnet, die man tatsächlich besitzt - unabhängig davon, ob man sich ihrer bewusst ist oder nicht. 

In beiden Bedeutungen kann man sagen, dass Individuen, Gruppen, Institutionen und Staaten Interessen haben. 

Strittig ist das Verhältnis zwischen den Interessen des Individuums, der Gruppe, der Institutionen und des Staats. 

Nach Hobbes stellen die Eigeninteressen der Individuen für das Allgemeine des Staats eine Bedrohung dar. 

A. Smith ist der Meinung, dass im freien Zusammenspiel der privaten Interessen diese sich auf längere Sicht mit dem staatlichen Allgemeininteresse in Übereinstimmung befinden. Moral und Tugend bilden das Korrektiv des Gesamtinteresses, wenn dieser gesellschaftliche Automatismus nicht effektiv genug funktioniert. 

Rousseau trennt die Privatinteressen vom Allgemeininteresse und bestreitet, dass die Vereinigung von Privatinteresse das Allgemeininteresse oder den Gemeinwillen (volonté générale) hinreichend ausdrückt. 

Hegel betrachtet die bürgerliche Gesellschaft als Ort der verschiedenen, sich widerstreitenden Privatinteressen. Diese unterscheiden sich von bloß tierischen Begierden und natürlichen Bedürfnissen, da sie in einen vorgegebenen gesellschaftlichen Arbeits- und Rechtszusammenhang eingebettet sind. Dieser Zusammenhang ermöglicht die gegenseitige Anerkennung der Privatinteressen anderer und das Abschließen von Verträgen, so dass bereits vor der Ausformung der bürgerlichen Gesellschaft ein gewisses Allgemeininteresse existiert. Die Geschichte entwickelt sich nach Hegel auf die Verwirklichung eines freien Staates hin, in welchem dieses Allgemeininteresse dann voll zur Geltung kommt.
Marx knüpft an Hegel an. Doch nach Marx verwirklicht der bürgerliche Staat keineswegs das Allgemeininteresse, da er nur die Interessen der besitzenden Klasse, nicht aber die des Proletariats berücksichtigt. 

Der russische Psychologe Rubinstein definiert:
"Wenn durch irgendwelche Umstände etwas eine gewisse Bedeutung für den Menschen erlangt, so kann das sein Interesse, d. h. eine spezifische Gerichtetheit der Persönlichkeit hervorrufen ... Das Interesse im psychologischen Sinn des Wortes ist ein ganz spezifisches Gerichtetsein der Persönlichkeit, das schließlich nur durch das Bewußtsein ihrer gesellschaftlichen Interessen bedingt ist." 

Habermas lehnt die klassische Auffassung von Erkenntnis, Theorie und Wissenschaft als interesseloses Betrachten ab. Stattdessen hebt er hervor, dass Erkenntnis, Theorie und Wissenschaft von nicht-theoretischen Zwecken, denen die Erkenntnis dienen soll, geleitet werden. Die Naturwissenschaften folgen einem technischen Erkenntnisinteresse. Sie streben nach Erkenntnis der Möglichkeiten zur Beherrschung und Veränderung der Natur mit Hilfe technologischer Eingriffe. Die Geistes- bzw. Sozialwissenschaften dagegen sind von einem praktischen bzw. emanzipatorischen Erkenntnisinteresse geleitet; ihnen geht es um das Verstehen der zwischenmenschlichen Verhältnisse, die eine freie intersubjektive Praxis fördern oder hemmen. 

Eine gewichtige Rolle spielt der Interessenbegriff in der Interessenethik.
http://www.phillex.de/interess.htm


Interessenethik
Interessenethik nennt man die Richtung in der Ethik, die behauptet, Handlungen seien ausschließlich danach zu beurteilen, welche Interessen sie berühren. 

In Abhängigkeit davon wie man Interessen näher bestimmt gelangt man zu anthropozentrischen oder pathozentrischen Ansätzen.
http://www.phillex.de/intereth.htm


intersubjektive Wahrheitstheorie
Die Konsensustheorie der Wahrheit (von lat. consensus, Übereinstimmung, Einigkeit) (auch: intersubjektive Wahrheitstheorie oder Konsenstheorie der Wahrheit) bestimmt Aussagen dann als wahr, wenn eine potentiell unendlich große Menge von Menschen unter idealen Kommunikationsbedingungen dieser Aussage allgemein zustimmen würde. Es werden für den Prozeß der Konsensbildung Gutwilligkeit, Sprachkundigkeit, Normalsinnigkeit und Vernünftigkeit gefordert.
http://www.phillex.de/wahrheit.htm#konsensus
Siehe auch unter Wahrheit


Intuitionsevidenz
Man kann eine objektiv, sachliche Evidenz (Sachverhaltsevidenz) und eine persönlich einsichtige Evidenz (Intuitionsevidenz) unterscheiden. Beide hängen voneinander ab.
http://www.phillex.de/wahrheit.htm#intuitionsevidenz
Siehe auch unter Wahrheit


intrinsisch besser
Der Begriff intrinsisch besser ist einer der zentralen Begriffe der Philosophie von Chisholm. 

Er führt den Begriff auf den Begriff der Erfordernis (requirement) zurück: Ein Zustand ist intrinisch besser als ein anderer, wenn die Betrachtung beider es erfordert, den einen dem anderen vorzuziehen. 

Aus dem Begriff des intrinsisch besseren leitet Chisholm den Begriff epistemisch besser ab.
http://www.phillex.de/intrbess.htm


Isosthenie
Isosthenie (griech. isostheneia), d. h. gleichwertiger Widerstreit, ist ein Schlüsselbegriff der pyrrhonischen Skepsis.
Isosthenie der Argumente liegt vor, wenn für ein Urteil und für dessen Negation gleich überzeugende Argumente beigebracht werden können. 

In der pyrrhonischen Skepsis wird mit Hilfe ausgefeilter Argumentationstechniken Isosthenie angestrebt. 

Die Pyrrhoneer verweisen z. B. auf den Widerstreit der philosophischen Systeme, deren jedes für seine Anhänger evident sei, während nur eines von ihnen wahr sein könne, die übrigen also falsch sind. 

Die Neuplatoniker haben diese Kritik zurückgewiesen. Die Argumentation kann die Unmöglichkeit der Evidenz nicht zeigen, da sie voraussetzt, dass einmal eine falsche Vorstellung evident war. Um die Evidenz einer falschen Vorstellung zu belegen, muss man erkennen können, wie die Dinge an sich sind, um sagen zu können, dass die Vorstellung nicht mit ihnen übereinstimmt. So stellten die Neuakademiker nicht in Frage, dass Wahnvorstellungen falsche Vorstellungen seien, und ebenso wenig bezweifelten sie, dass von zwei einander widersprechenden Systemen notwendig eines falsch sein müsse, was bedeutet, dass sie den Satz vom Widerspruch nicht nur als Argumentationsregel akzeptierten, sondern seine Wahrheit für erkennbar hielten.
http://www.phillex.de/isosthen.htm