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I Der Idealismus tritt erstmals in ausgeprägter Form bei Platon auf. Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Idealismus hatte Descartes. Nach Descartes ist die geistige Seinsweise leichter zu erkennen als die körperliche (cogito ergo sum). Eine der bedeutendsten idealistischen Schulen ist die Schule des absoluten Idealismus. Diese Schule hat insbesondere auf die Herausbildung der Kohärenztheorien maßgeblichen Einfluss gehabt. In The Refutation of Idealism (1903) kritisiert Moore den Idealismus der damaligen englischen Universitätsphilosophie. Moore untersucht die seiner Meinung nach entscheidende idealistische Annahme, daß das, was nicht von einem Bewusstsein aufgefasst werden kann, auch nicht existiert. Bei näherer Betrachtung - so Moore - erweist sich die Frage nach der Existenz eines Gegenstands unabhängig von einem Bewusstsein als eine offene Frage, und damit bricht die Grundlage der idealistischen Philosophie zusammen. Simmel verbindet die psychologisch-genetische,
evolutionistische mit einer idealistischen, an Kant und Hegel orientierten,
Auffassung. Sie war motiviert durch den Versuch religöse Überzeugungen in eine Weise zu begründen, die durch den Darwinismus nicht angreifbar ist. Außerdem wollte man dem Utilitarismus eine bessere Alternative entgegensetzen. Die Hauptvertreter sind:
Für den absoluten Idealisten ist das Absolute namengebend. Der Hintergrund für die Position der absoluten Idealisten ist, dass sie annahmen, dass es keine von der Erfahrung (experience) unabhänige Außenwelt gibt. Nun gibt es aber in der Welt zahlreiche menschliche und tierische Erfahrungen. Die Welt muß daher die Totalität dieser Erfahrungen sein. Wie kann man aber diese Totalität denken. Es muß ein unfassendes (comprehensive), unendliches Erfahrungszentrum, das Absolute, geben. Dies ist zeitlos. Es ist ein Zustand des perfekten Verständnisses seiner selbst und aller Erfahrungen, die es enthält. Bei der Bestimmung des Absoluten unterscheiden sich die absoluten Idealisten durchaus. Für Bradley ist das Absolute eine einzelne Erfahrung, die höhergestellt ist als die Relationen und die alles enthält was ist [Bradley, F. H.: Essays on Truth and Reality, Oxford 1914, 246]. Nach Royce ist das Absolute ein unverselles Selbst, dessen Leben aus den Leben aller bewußten Wesen in ihrer Einheit besteht. Im Gegensatz dazu betrachtet McTaggart das Absolute als Universum, das man sich als ein System von Selbsts vorstellen kann, die direkt oder indirekt durch Affekte verbunden sind. Nach Wallace ist das Absolute eine einheitliche Erfahrungsgesamtheit. James hat gegen diese Position eine Version des Problems des Übels (problem of evil) eingewandt: Wie kann das Ganze perfekt sein, wenn so viele Teile oder Aspekte von ihm so unvollkommen sind? Die Suche nach der Antwort auf diese Frage ist die Grundlage für die Untersuchung der Kohärenz durch die absoluten Idealisten. Die absoluten Idealisten haben behauptet, dass es keine externen Relationen gibt. Es ist genau die Relation zu den anderen Dingen, die ein Ding zu dem macht was es ist. Dies hat weitgehende erkenntnistheoretische Folgen: Die vollständige Erkenntnis ist nämlich dann nur möglich, wenn man das ganze Universum kennt. Moore hat eingewendet, dass das Argument der absoluten Idealisten von der Behauptung Wenn ein Ding die Eigenschaften hat, die es hat, dann kann es nicht mit einem Ding identisch sein, das diese Eigenschaften nicht hat auf die Behauptung Ein Ding hat notwendigerweise gerade die Eigenschaften, die es hat schließen. Blanshard hält dem entgegen, dass kein entscheidender Unterschied zwischen kausaler Notwendigkeit und logischer Notwendigkeit besteht. Die Unterscheidung von externen und internen Relationen beruht nach Blanshard auf der Unterscheidung von kausaler und logischer Notwendigkeit. Häufig wird auch
die Position von Hegel als absoluter Idealismus bezeichnet, da er selbst
diese Bezeichnung verwendet hat. • Croce,
Benedetto Durch Vernunftbegriffe können keine Gegenstände erkannt werden. Darin unterscheiden sie
sich von Verstandesbegriffen. Bacon unterschied vier
Idole: die Idole des Stammes, der Höhle, des Marktes und des Theaters. Beim illokutionären
Akt (engl: illocutionary act; dt. auch: illokutionäre Handlung) wird
das Gesagte in einer bestimmten Weise verwendet, z. B. als Warnung, Versprechen,
Frage, Behauptung, Rat, Befehl, Empfehlung, Wette oder Taufe. Der Unterschied des illokutionären
Aktes zum perlokutionären besteht in erster Linie darin, daß
er durch eine Sprachkonvention nach Regeln vollzogen wird. Findet die Illusion in der Wahrnehmung statt, so spricht man von einer Sinnestäuschung. Kennzeichnend für eine Illusion ist es, dass man sie durch die Tatsache, dass man sie als solche erkennt, nicht beheben kann. Die Möglichkeit der Illusion wird in der Erkenntnistheorie benutzt, um die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Realität zu begründen. Darauf stützt sich das Argument, wonach uns nicht die Sachen selbst, sondern nur Erscheinungen gegeben sind. Das Argument der Illusion
spielt bei der Begründung des Skeptizismus eine große Rolle.
1. Wenn
eine Illusion auftritt, dann sind die Dinge nicht wirklich so beschaffen,
wie sie zu sein scheinen. Das Argument der Illusion
wurde von den Skeptikern besonders gern an einem Spezialfall der Illusion,
nämlich am Beispiel der Sinnestäuschung vorgeführt. Um dies zu ermöglichen mussten Experimente mit menschlichen Embryonen gemacht werden. Inzwischen hat die IVF sich durchgesetzt. Mehr noch: Embryonen werden eingefroren um sie über mehrere Jahre aufzuheben und sie dann wiederum Frauen einzusetzen. Weil das IVF-Verfahren oft mehr Embryonen produziert, als sich auf sicherem Wege in den Uterus der Frau zurückgeführt werden können, gibt es viele eingefrorene Embryonen, die niemals gebraucht, vermutlich zerstört oder der Forschung zur Verfügung gestellt werden oder an andere unfruchtbare Paare weitergegeben werden. Die Vernichtung der Embryonen führt zu ähnlichen Problemen, wie denen, die im Umfeld mit der Abtreibung diskutiert werden. Die Antworten können jedoch nicht einfach übertragen werden. So gilt das Argument, dass die Frau einen Anspruch darauf hat über ihren eigenen Körper zu bestimmen hier nicht. Andere haben in Analogie zur Abtreibungsdebatte ausgeführt, dass der Embryo einen Schutzanspruch hat, weil er ein (a) menschliches Wesen bzw. (b) ein potentielles menschliches Wesen ist. Ist es schon bei Föten äußerst schwierig, zu zeigen, dass sie Autonomie besitzen, so erst recht bei Embryonen. So gilt es zu bedenken, dass Embryonen im Frühstadium noch keine Individuen sind, da sich bis zu 14 Tagen nach der Befruchtung das Embryo noch jederzeit in zwei oder mehr genetisch identische Embryonen aufspalten kann. Außerdem gilt ein Embryo den meisten Philosophen nicht als Person, sondern höchstens als Quasi-Person. Kompliziert ist auch das Argument, dass das Embryo ein potentielles menschliches Wesen ist. Das liegt daran, dass in vitro befruchtete Eizellen eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit haben, dass sie sich im Uterus auch wirklich einnisten (10-20%). Im Zusammenhang mit der
In-Vitro-Fertilisation sind einige neue Probleme der personalen Identität
aufgetaucht. In einer adäquaten
feststellenden Definition muss daher das Definiens so gewählt werden,
dass seine Extension der festgestellten Extension des Definiendum gleicht.
Im anderen Fall, wenn sich also die Extensionen nicht gleichen, ist die
Definition inadäquat. Formen der inadäquaten Definition sind die
zu enge und die zu weite Definition sowie Definitionen, in denen sich die
Extension des Definiendum mit der des Definiens kreuzt. Durch vollständige
Induktion beweist man, dass eine bestimmte Eigenschaft auf jede natürliche
Zahl n zutrifft, indem man zeigt: Dieses Prinzip der vollständigen
Induktion ist eines der Axiome im Axiomensystem der natürlichen Zahlen
von Peano. Bei einer unvollständigen
Induktion spricht man also, wenn die induktiv gewonnene Konkulusion über
die Prämissen hinausgeht. Bei der aufzählenden Induktion werden möglichst viele Einzeltatsachen angesammelt, um einen allgemeinen Satz, aus dem die diesen einzelnen Tatsachen entsprechenden Einzelaussagen folgen, einleuchtender zu gestalten. Das traditionelle Beispiel für diese Form der Induktion ist die Hypothese, dass alle Schwäne weiß seien. Es hat sich gezeigt, dass diese These durch zahllose Einzelbeobachtungen gestützt wird. Es hat sich aber auch gezeigt, dass diese Form der Induktion besonders anfechtbar ist, da eine einzelne Tatsache sie bereits widerlegen kann. Als in Australien schwarze Schwäne beobachtet wurden, waren die zahllosen Einzelfakten, die für die weiße Farbe aller Schwäne sprachen, wertlos. Trotz dieses Mangels hat die aufzählende Induktion für die Erkenntnis heuristischen Wert. Ist die Aufzählung vollständig geht die aufzählende Induktion in eine Deduktionsform über, die sog. Induktion durch vollständige Aufzählung. Bereits im Novum Organum bezeichnete F. Bacon die Induktion durch einfache Aufzählung als unzuverlässig. Eine Sonderform der aufzählenden
Induktion ist die enumerative Induktion Einer der ersten, der das induktive Denken untersucht hat, war Sokrates. Wissen, so sagte er, ist Begriff vom Allgemeinen, und Allgemeines wird zunächst an Einzelfällen durch Vergleich dieser Fälle untereinander erkannt. Die Mäeutik des Sokrates schloss elementare induktive Methoden ein. Demokritos ist einer der
Begründer der Induktionslogik, in der bei ihm die Analogie einen bedeutenden
Platz einnimmt. Aristoteles beschäftigte sich mit der Theorie der Induktion und entdeckte Formen die Induktion durch einfache Aufzählung und die Induktion durch vollständige Aufzählung. Manchmal versteht man unter Induktion noch heute das Aufsteigen vom Besonderen zum Allgemeinen und stellt die induktiven Schlüsse den deduktiven Schlüssen als Schlüssen, die vom Allgemeinen zum besonderen führen, entgegen. Diese Gegenüberstellung geht auf den Begriff der epagoge bei Aristoteles zurück. Gegen die Berechtigung der Induktion treten die Skeptiker auf. Die Induktion kann nicht alle Fälle berücksichtigen. Wenn sie aber nur einige Fälle berücksichtigt, so ist möglich, dass der Verallgemeinerung einige nicht berücksichtigte Fälle entgegentreten. Bacon bezeichnet im Novum Organum (1620) die Induktion durch einfache Aufzählung als unzuverlässig. Er stellte der Induktion die Ermittlung von Formen, d. h. von etwas Stabilem in den Erscheinungen als Grundlage ihrer äußeren Eigenschaften. Bacon schlug vor, die Formen mit Hilfe einer Reihe von Methoden zu ermitteln, die er Verstandeshilfe nannte. Er verlangte, die ermittelten Fakten in Tabellen unter vorhanden, fehlt und Grad aufzuteilen. Im Endergebnis, so dachte Bacon, kann man den wirklichen Zusammenhang zwischen den Erscheinungen klären. Hume führt die Induktion auf Gewohnheit zurück. Nach Reid fußt alle Induktion auf dem Satz, dass gleiche Wirkungen gleiche Ursachen haben müssen. Kant schreibt dem durch Induktion Gefundenen nur komparative Allgemeinheit zu. Nach Apelt ist die Induktion formell ein disjunktiver Vernunftschluß. Sie gründet sich auf einen angeborenen Hang der Vernunft nach Einheit und Zusammenhang ihrer Erkenntnisse. Die Allgemeingültigkeit der durch Induktion gewonnenen Gesetze beruht auf apriorischen Prinzipien. Whewell fundiert die Induktion auf fundamental ideas, die das Denken in die Erfahrungen legt. Hamilton, Trendelenburg und Lotze führen die Induktion auf die Deduktion zurück. Mill knüpft an die Ergebnisse von Bacon und Herschel an, vertrat aber eine Position, die später als Allinduktionismus kritisiert wurde. Mill zielte bei seiner Analyse vor allem auf Methoden zur Untersuchung von Kausalzusammenhängen. Mill erblickt in der Induktion das methodische Fundament alles Wissens. Die Induktion ist diejenige Verstandesoperation, durch welche wir schließen, dass dasjenige, was für einen besonderen Fall oder besondere Fälle wahr ist, auch in allen Fällen wahr sein wird, welche jenem in irgend einer nachweisbaren Beziehung ähnlich sind. Jede Induktion lässt sich nach Mill in der Form eines Syllogismus darstellen, dessen Obersatz unterdrückt und selbst eine Induktion ist. Die Induktion beruht auf der natürlichen Neigung des Geistes, seine Erfahrungen zu generalisieren. Die Voraussetzung, dass der Gang der Natur gleichförmig ist, nennt Mill das Axiom der Induktion. Dieses Axiom beruht selbst auf einer allgemeinsten Induktion. Nach Jevons führt die Induktion zur Entdeckung allgemeiner Gesetze, zur Entdeckung der Beziehungen von Ursache und Wirkung, zur Entdeckung aller allgemeinen Wahrheiten. Daher ist die Induktion wichtiger als Traduktion und Deduktion. Den Induktionsurteilen kommt nur Wahrscheinlichkeit zu. Die Induktion ist ein Spezialfall des Wahrscheinlichkeitsschlusses. Nach Heymans ist die Wahrscheinlichkeitstheorie nicht imstande, die Induktion zu erklären, da in beiden die Schlussfolgerung über das in den Prämissen Gegebene hinausgeht. Der Induktion liegt die Unveränderlichkeit des Bestehenden zugrunde. Nach Erdmann setzt die Induktion voraus, dass gleiche Ursachen gleiche Wirkungen hervorbringen, und dass gleiche Ursachen gegeben sind. Der Grundsatz der Induktion ist ein Postulat des Vorherwissens, das sich in der Erfahrung bewährt hat. Nach E. v. Hartmann hängt der Wert der Induktion davon ab, daß wir eindeutig determinierende kausale Beziehungen zu konstatieren vermögen. Induktion und Deduktion rekonstruieren reale Verhältnisse ideell. Nach Sigwart ist die Induktion eine Umkehrung des Syllogismus. Nach Wundt ist die elementare logische Form der Induktion der Verbindungsschluss (Schluss der dritten Aristotelischen Figur). Die induktive Methode sucht durch eine mannigfach wechselnde Benutzung der analytischen und synthetischen Methode die Deutungen der Tatsachen zu beschränken. Als das Resultat einer Induktion ergibt sich stets ein allgemeiner Satz, welcher die einzelnen Tatsachen der Erfahrung, die zu seiner Ableitung gedient haben, als spezielle Fälle in sich enthält. Einen solchen Satz nennen wir ein Gesetz. Wie die Konstanz der Objekte unserer Beobachtung die Bedingung für die Abstraktion von Gattungsbegriffen ist, so ist die Regelmäßigkeit des Geschehens die Bedingung für die Induktion von Gesetzen. Nach dem Grade der Allgemeinheit sind drei Stufen der Induktion zu unterscheiden: 1. Die
Auffindung empirischer Gesetze, Die allgemeine logische Regel der physikalischen Induktion lautet: Unter den eine Erscheinung begleitenden Umständen sind diejenigen als wesentliche Bedingungen derselben anzusehen, deren Beseitigung die Erscheinung selber beseitigt, und deren quantitative Veränderung eine quantitative Veränderung der Erscheinung herbeiführt. Schuppe verhielt sich skeptisch zur Induktion. Er erkannte ihr keinen selbständigen Wert als Form des Schließens zu. Die Induktion ist formal ein Syllogismus mit disjunktivem Obersatz. Dabei wird der Begriff der Kausalität oder des Zusammengehörens vorausgesetzt. Cohen bestimmt die Induktion als Hinführung auf die allgemeinen Gesetze der Kausalität und des Systems. Nach dem Charakter des Ergebnisses unterscheidet man die primäre Induktion von der sekundären Induktion. Man kann weiterhin aufzählende Induktionen von ausscheidenden Induktionen unterscheiden. In der Mathematik und stark mathematisierten Wissenschaften wird die vollständige Induktion als eine Form der Induktion untersucht und der unvollständigen Induktion gegenübergestellt. Weitere Formen der Induktion sind die induktive Verallgemeinerung und die kritische Induktion. Auf F. Bacon geht die Induktion durch Ausschließen zurück. Kein Schluss, sondern eine Form der Definition ist die induktive Definition. Eng verbunden mit der
Induktion ist das Induktionsproblem. Bei der ausscheidenden Induktion werden aus der Gesamtzahl der möglichen Hypothesen alle ausgeschaltet, die nicht in Frage kommen. Die Methode der ausschaltenden Induktion hat vor allem Mill untersucht. Mill unterschied fünf
mögliche Fälle der ausschaltenden Induktion, die bei ihm Methoden
zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge sind, nämlich Aristoteles, der die Induktion durch vollständige Aufzählung entdeckt hat, nennt diese Induktionssyllogismus. Nehmen wir an, eine Klasse K habe die Elemente a, b, c. Wissen wir, dass die Eigenschaft F auf das Element a zutrifft, und stellen dann fest, dass sie auch auf das Element b und das Element c zutrifft, dann können wir den Schluss ziehen, dass alle Elemente dieser Klasse die genannte Eigenschaft haben. Einige Logiker vertreten
die Ansicht, dass die Induktion durch vollständige Aufzählung
der Form nach dem Darapti entspricht, andere betrachten die vollständige
Induktion als distributiven Syllogismus. Induktion, enumerative In ihr verläuft die
logische Prozedur des Überganges von den Prämissen zur Konklusion
nach folgendem Russelschen Prinzip: Auf dieser Grundlage kann
man zwei Behauptungen aufstellen: Beide Behauptungen haben
eine gewisse Wahrscheinlichkeit, die bei Vergrößerung der Zahl
n zunimmt. Das Ergebnis der primären
Induktion ist eine allgemeine Aussage (Hypothese oder Gesetz). Aus einzelnen
Fakten (Beobachtungen, Experimenten usw.), die durch Einzelaussagen erfaßt
sind, wird der allgemeine Satz erschlossen. Das Ergebnis einer sekundären
Induktion ist eine Theorie. Aus einer Reihe von allgemeinen Sätzen
wird eine Theorie erschlossen. Bei einer unvollständigen
Induktion spricht man also, wenn die induktiv gewonnene Konkulusion über
die Prämissen hinausgeht. 1. diese
Eigenschaft trifft für n = 1 zu, Dieses Prinzip der vollständigen Induktion ist eines der Axiome im Axiomensystem der natürlichen Zahlen von Peano. Mitunter wird die Induktion
durch vollständige Aufzählung auch als vollständige Induktion
bezeichnet. Der Voraussageschluss
ist nach Carnap einer der Haupttypen des Induktionsschlusses. Es wird der Grad der Wahrscheinlichkeit von Urteilen untersucht, die aufgrund der Daten einer unvollständigen Information gebildet werden. Die moderne Induktionslogik, die in Arbeiten von Reichenbach, Carnap, Hempel, Keynes u. a. erarbeitet wird, verwendet bei ihren Untersuchungen die Wahrscheinlichkeitslogik. Ein anderer wichtiger
Strom der Induktionslogik gründet auf der mehrwertigen Logik (approximatives
Schließen, unscharfes Schließen). Wenn eine Menge A = {A1, A2,... An} unter veränderten Bedingungen untersucht worden ist und alle Elemente der Menge A ohne Ausnahme die Eigenschaft B haben, können wir hieraus schließen, dass jedes Element der Menge A die Eigenschaft B hat. Das Prinzip führt nicht zu logisch gültigen Schlüssen, in denen die Behauptung er Prämissen und die Leugnung der Konklusion selbstwidersprüchlich ist. Ein Beispiel ist die Entdeckung schwarzer Schwäne in Australien zu einer Zeit, als man sicher zu sein glaubte, dass es nur weiße Schwäne gibt. Das Prinzip kann auch nicht durch seine erfolgreiche Anwendung begründet werden, da der Schluss, dass das Induktionsprinzip mit Erfolg in Situation 1, Situation 2 ... Situation n angewendet wurde und daher immer mit Erfolg angewendet werden kann, selbst ein induktiver Schluß ist und der Beweis wäre zirkular. Das Induktionsprinzip
und seine Begründung spielt in der Debatte um das Induktionsproblem
eine zentrale Rolle. In der logischen Untersuchung des Induktionsschlusses gibt es eine starke Tradition eines wahrscheinlichkeitslogischen Ansatzes. Mit diesem konkurriert aber zumindest auch ein Ansatz im Rahmen der mehrwertigen Logik. Carnap unterscheidet in seiner Arbeit Induktive Logik und Wahrscheinlichkeit fünf Haupttypen der induktiven Verallgemeinerung: • direkter
Schluss Hume, Popper u. a. bezweifeln die Möglichkeit, durch induktive Verallgemeinerung die Wahrheit wissenschaftlicher Hypothesen begründen zu können. Die induktive Verallgemeinerung
ist Grundlage des Induktivismus. Aristoteles, der die Induktion
durch vollständige Aufzählung entdeckt hat, nennt diese Induktionssyllogismus.
Einige Logiker vertreten
die Ansicht, dass die Induktion durch vollständige Aufzählung
der Form nach dem Darapti entspricht, andere betrachten die vollständige
Induktion als distributiven Syllogismus. Beobachtungsaussagen bzw. Erlebnisaussagen stehen am Anfang eines jeden Erkenntnisprozesses. Durch induktive Verallgemeinerung werden aus den Einzelaussagen allgemeine Sätze oder Hypothesen gewonnen. Dem Induktivismus liegt als Annahme die Gleichförmigkeit der Natur zugrunde. Diese Gleichförmigkeit lässt die Erwartung zu, dass beobachtbare Phänomene sich auch künftig so ereignen werden wie bisher. Diese Annahme ist allerdings
aufgrund des Induktionsproblems umstritten. Ein Überzeugungssystem
X ist um so inkohärenter, Der Begriff der Inkohärenz
wird bei Bartelborth nicht nur der systematischen Kohärenz gegenübergestellt,
sondern ist gleichzeitig Voraussetzung zur Bestimmung der systematischen
Kohärenz. Sei eine Menge von Aussagen. heißt inkonsistent genau dann, wenn es mindestens ein A gibt, mit {A, ~A} . Der Inkonsistenz wird
die Konsistenz gegenübergestellt. Wissenschaftliche Theorien sind eine Form von Schlussfolgerungs- und Rechenregeln, die den Übergang gegebener Basissätze (Daten) auf neue Beobachtungsaussagen (Voraussagungen) erlauben. Die in solchen Theorien scheinbar als Aussagen auftretenden Sätze sind daher weder wahr noch falsch. Sie sind keine Aussagen, sondern Regeln oder Definitionen. Damit ist der Instrumentalismus wohl eine Variante des wissenschaftstheoretischen Skeptizismus. Ebenso sind für den Instrumentalismus die theoretischen Größen, mit denen sich wissenschaftliche Theorien beschäftigen (z. B. Gene, Elektronen), nicht Teile der Wirklichkeit, sondern nützliche Fiktionen oder heuristische Konstruktionen, die eingeführt werden, um die Erfahrungen auf eine zweckmäßige Weise zu ordnen. Diese Ansicht, die bereits
bei Berkeley zu finden ist, finden wir bei Mach, Carnap, Quine, Toulmin,
Kuhn und Feyerabend. Sie ist mit dem Konventionalismus und Operationalismus
verwandt und bestreitet wie diese Richtungen den wissenschaftsphilosophischen
Realismus. Intention, Absicht In der spätantiken und scholastischen Philosophie wird intentio in Zusammenhang mit dem religiösen Zweck des Lebens gebracht. Die Absichten des Willens müssen mit der Ausrichtung der Seele auf ein positives Verhältnis zu Gott in Einklang stehen. Die Scholastiker unterscheiden intentio absoluta, intentio actualis, intentio habitualis, intentio animalis, intentio bona, intentio mentalis, intentio prima und secunda naturae. Nach Wolff ist Absicht dasjenige, was wir durch unser Wollen zu erhalten gedenken;. Meinong teilt die Absichten oder Willens-Objecte in egoistische, altruistische und neutrale ein. Bei Husserl bezeichnet intentio das Gerichtetsein des Bewusstseins auf ein intentum, d. h. auf einen Gegenstand mit einer bestimmten Bedeutung. Die Intention ist daher ein Zug der Intentionalität. Heftig umstritten war die Bestimmung von absichtlich bei Hart. Im Rahmen der intentionalen Handlungserklärung hat Georg Meggle den Intentionsbegriff näher analysiert. Für ihn liegt eine intentionale Handlung dann und nur dann vor, wenn ein Verhalten, ein Herbeiführen-Wollen des Ziels und der Glaube, dass dies nur durch gerade dieses Verhalten erreichbar ist, zusammentreffen. Eine zentrale Rolle spielt
der Absichtsbegriff u. a. in der der Absichtstheorie. Wir unterscheiden subjektive und objektive Interessen. Als subjektives Interesse bezeichnet man Gewinn, Nutzen, Bedürfnisse, die man zu erringen oder zu haben glaubt, sowie die damit verbundene Aufmerksamkeit bzw. das Gefallen daran und das Streben nach Befriedigung von Bedürfnissen bzw. nach Erringung eines Nutzens. Als objektives Interesse werden die Bedürfnisse bezeichnet, die man tatsächlich besitzt - unabhängig davon, ob man sich ihrer bewusst ist oder nicht. In beiden Bedeutungen kann man sagen, dass Individuen, Gruppen, Institutionen und Staaten Interessen haben. Strittig ist das Verhältnis zwischen den Interessen des Individuums, der Gruppe, der Institutionen und des Staats. Nach Hobbes stellen die Eigeninteressen der Individuen für das Allgemeine des Staats eine Bedrohung dar. A. Smith ist der Meinung, dass im freien Zusammenspiel der privaten Interessen diese sich auf längere Sicht mit dem staatlichen Allgemeininteresse in Übereinstimmung befinden. Moral und Tugend bilden das Korrektiv des Gesamtinteresses, wenn dieser gesellschaftliche Automatismus nicht effektiv genug funktioniert. Rousseau trennt die Privatinteressen vom Allgemeininteresse und bestreitet, dass die Vereinigung von Privatinteresse das Allgemeininteresse oder den Gemeinwillen (volonté générale) hinreichend ausdrückt. Hegel betrachtet die bürgerliche
Gesellschaft als Ort der verschiedenen, sich widerstreitenden Privatinteressen.
Diese unterscheiden sich von bloß tierischen Begierden und natürlichen
Bedürfnissen, da sie in einen vorgegebenen gesellschaftlichen Arbeits-
und Rechtszusammenhang eingebettet sind. Dieser Zusammenhang ermöglicht
die gegenseitige Anerkennung der Privatinteressen anderer und das Abschließen
von Verträgen, so dass bereits vor der Ausformung der bürgerlichen
Gesellschaft ein gewisses Allgemeininteresse existiert. Die Geschichte entwickelt
sich nach Hegel auf die Verwirklichung eines freien Staates hin, in welchem
dieses Allgemeininteresse dann voll zur Geltung kommt. Der russische Psychologe
Rubinstein definiert: Habermas lehnt die klassische Auffassung von Erkenntnis, Theorie und Wissenschaft als interesseloses Betrachten ab. Stattdessen hebt er hervor, dass Erkenntnis, Theorie und Wissenschaft von nicht-theoretischen Zwecken, denen die Erkenntnis dienen soll, geleitet werden. Die Naturwissenschaften folgen einem technischen Erkenntnisinteresse. Sie streben nach Erkenntnis der Möglichkeiten zur Beherrschung und Veränderung der Natur mit Hilfe technologischer Eingriffe. Die Geistes- bzw. Sozialwissenschaften dagegen sind von einem praktischen bzw. emanzipatorischen Erkenntnisinteresse geleitet; ihnen geht es um das Verstehen der zwischenmenschlichen Verhältnisse, die eine freie intersubjektive Praxis fördern oder hemmen. Eine gewichtige Rolle
spielt der Interessenbegriff in der Interessenethik. In Abhängigkeit davon
wie man Interessen näher bestimmt gelangt man zu anthropozentrischen
oder pathozentrischen Ansätzen. Er führt den Begriff auf den Begriff der Erfordernis (requirement) zurück: Ein Zustand ist intrinisch besser als ein anderer, wenn die Betrachtung beider es erfordert, den einen dem anderen vorzuziehen. Aus dem Begriff des intrinsisch
besseren leitet Chisholm den Begriff epistemisch besser ab. In der pyrrhonischen Skepsis wird mit Hilfe ausgefeilter Argumentationstechniken Isosthenie angestrebt. Die Pyrrhoneer verweisen z. B. auf den Widerstreit der philosophischen Systeme, deren jedes für seine Anhänger evident sei, während nur eines von ihnen wahr sein könne, die übrigen also falsch sind. Die Neuplatoniker haben
diese Kritik zurückgewiesen. Die Argumentation kann die Unmöglichkeit
der Evidenz nicht zeigen, da sie voraussetzt, dass einmal eine falsche Vorstellung
evident war. Um die Evidenz einer falschen Vorstellung zu belegen, muss
man erkennen können, wie die Dinge an sich sind, um sagen zu können,
dass die Vorstellung nicht mit ihnen übereinstimmt. So stellten die
Neuakademiker nicht in Frage, dass Wahnvorstellungen falsche Vorstellungen
seien, und ebenso wenig bezweifelten sie, dass von zwei einander widersprechenden
Systemen notwendig eines falsch sein müsse, was bedeutet, dass sie den
Satz vom Widerspruch nicht nur als Argumentationsregel akzeptierten, sondern
seine Wahrheit für erkennbar hielten.
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