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L

Language of thougt, Sprache der Gedanken
Als Sprache der Gedanken (language of thought) bezeichnet man eine Ansicht, die auf Fodor zurückgeht, wonach alle mentale Repräsentationen sprachliche Ausdrücke in einer internen Sprache sind, die signifikant der gesprochenen Sprache ähnelt. 

Weitere Informationen:
•    Fodor, J.: The language of thought. New York 1975
•    Fodor, J.: Psychosemantics. Cambridge, MA 1987
http://www.phillex.de/gedanspr.htm


Langue und Parole
Mit langue (franz. Sprache) bezeichnet Saussure die Sprache als ein System.

Parole (franz., Wort, Äußerung, Rede) nennt Saussure im Gegensatz zur langue die gesprochene Sprache.
http://www.phillex.de/langue.htm#langue


Lebensanschauung, Weltanschauung
Der Begriff Weltanschauung findet sich wohl erstmals in Kants Kritik der Urteilskraft. 

Als Weltanschauung bezeichnet man das Gesamtverständnis von Individuen über die Welt, in der sie leben (so z. B. bei Dilthey, Jaspers und Scheler). In diesem Zusammenhang spricht man auch von Lebensanschauung.
http://www.phillex.de/weltan.htm



Leid, Leiden
Leid (auch Leiden, Erleiden nennt man ein quälendes subjektives Empfinden in der Erfahrung des körperlichen Ausgeliefertsein (dauerhafter Schmerz, Krankheit) oder das seelische Ausgeliefertsein (Gewalt, Versagung von Bedürfnissen und Wünschen). 

Leid ist stark vom Bewußtsein der Einschränkung oder des Scheiterns von Lebenserwartungen oder Zielstellungen geprägt. 

Für eudämonistische und hedonistische Lehren ist Leid ein Übel. 

Von metaphysischem Leiden am Sein redet man, wenn das endliche menschliche Leben insgesamt als leidvoll betrachtet wird. Insofern ist die buddhistische Lehre von den vier edlen Wahrheiten eine Position des metaphysischen Leidens. 

Die Erkenntnis, das Leiden nicht generell vermeidbar ist, hat in der christlichen Theologie zu der Frage geführt, wie man Gott als Schöpfer der Welt betrachten kann. 

Vom Begriff des Leidens geht die Ethik von Hans Driesch aus. 

Bei Jaspers ist Leiden eine Grenzsituation, die den Menschen aus der Geborgenheit im Dasein wirft und ihn vor sein Selbstseinkönnen stellt. 

Viele ethische Theorien, insbesondere viele pathozentrische Tierethiken gehen davon aus, daß auch Tiere leiden können und dass unser Verhalten auf die Minimierung des Gesamtleidens hin, optimiert werden soll. 

So ist nach Singer (Singer, P.: Praktische Ethik. Neuausgabe. Stuttgart 21994, 83), die Fähigkeit zu leiden Voraussetzung für die Fähigkeit, Interessen haben zu können.
http://www.phillex.de/leid.htm


Leipziger Schule
Die Leipziger Schule der Gestaltpsychologie bildete sich um Felix Krueger. 

Anders als die Grazer Schule und die Berliner Schule suchte die Leipziger Schule im Gefühlsgrund des Erlebens die Ursache solcher psychischen Phänomene wie die optische Wahrnehmung.
http://www.phillex.de/l-schule.htm


Lemma, Zornsches
Das Zornsche Lemma ist ein zum Auswahlaxiom äquivalenter Satz der Mengenlehre und der Logik der auf Zorn zurückgeht. Ist G = (G, ) eine teilweise geordnete Menge, in der jede nichtleere Kette K nach oben beschränkt ist, so gibt es in G maximale Elemente. Eine Kette K ist dabei eine durch  totalgeordnete Teilmenge von G, und diese heißt nach oben beschränkt, wenn ein a  G existiert mit x  a für alle a  K. Allgemein gibt es zu jedem a0  G ein maximales Element m mit m  a0.
http://www.phillex.de/zornlemm.htm


Lex rationis determinantis sive sufficientis: Satz vom zureichenden Grunde
Satz vom zureichenden Grunde (lat. lex rationis determinantis sive sufficientis) oder Prinzip vom zureichenden Grunde ist einer der vier Hauptsätze der klassischen formalen Logik. Diesem Satz zufolge muss jeder wahre Gedanke durch einen anderen Gedanken begründet werden, dessen Wahrheit bewiesen ist. 

Schon Leukipp und Demokrit kannten den Satz vom zureichenden Grunde. Sie sagten: Kein Ding entsteht ohne Ursache, alles entsteht aus irgendeinem Grunde und mit Notwendigkeit. 

Demokrit interpretiert den Satz vom zureichenden Grunde ontologisch:
"Nichts geschieht ohne Ursache, sondern alles hat einen zureichenden Grund." 

Er sagt auch:
"Nicht ein Ding entsteht ohne Ursache, sondern alles entsteht aus irgendeinem Grund und mit Notwendigkeit." 

Die Entdeckung des Satzes vom zureichenden Grunde wird gewöhnlich Leibniz zugeschrieben. 

Leibniz formulierte: "Im Sinne des zureichenden Grundes [raison suffisante] finden wir, daß keineTatsache als wahr oder existierend und keine Aussage als wahr betrachtet werden kann, ohne daß ein zureichender Grund vorhanden wäre, warum es so ist und nicht anders ..." (Leibniz, G. W.: Monadologie, § 33, Nr. 32 ) 

Den Satz vom zureichenden Grunde betrachtete Leibniz als Prinzip aller Erfahrungswahrheiten, im Unterschied zum Satz vom Widerspruch, der von ihm als Prinzip aller Wahrheiten des Verstandes interpretiert wurde. 

Der Satz des zureichenden Grundes hat seine ontologische Entsprechung im Satz des Grundes.
http://www.phillex.de/satzgd2.htm


Liebesethik
Liebesethik nennt man die Richtung in der Ethik, die das Streben nach Liebe zum Zentrum ihrer Überlegungen macht. 

Da die Liebesethiken sich sowohl auf menschliche als auch auf die Liebe nichtmenschlicher Entitäten beziehen kann, lässt sich die Liebesethik sowohl anthropozentrisch als auch pathozentrisch ausführen. 

Die Liebesethik ist eng mit der Wohlwollensethik verwandt.
http://www.phillex.de/liebeth.htm


Linguistik, strukturelle
Die strukturelle Linguistik untersucht die Sprache als ein System von Zeichen, die durch die zwischen ihnen bestehenden Differenzen und Abhängigkeiten bestimmt sind. Sie hebt den Charakter des Sprachzeichens als Unterscheidungsmerkmal hervor. Das einzelne Zeichen ist nichts in sich selbst. Es wird erst durch die Unterschiede zu anderen Zeichen der Sprache gebildet. 

Die Sprache stellt in dieser Weise ein durch Differenzen zusammenhängendes Ganzes dar. Saussure gebraucht hierfür die Bezeichnung System. 

Nach Saussure beginnt die Prager Schule (N. S. Trubetzkoy, Roman Jakobson) von der Struktur eines Systems zu sprechen, wobei Struktur den Charakter der Sprache als System hervorheben soll. 

Struktur meint Ordnungszusammenhang zwischen den Elementen in der Sprache. Schließlich wird die Bezeichnung strukturell für die Methode selbst verwendet. Im Gegensatz zu Richtungen, die die Elemente der Sprache je für sich untersuchen, geht es der strukturelle Linguistik um die Beziehungen zwischen den Elementen. 

Nach Saussure wurde die strukturelle Linguistik vor allem von der Prager Schule und der sogenannten Kopenhagener Schule um L. Hjelmslev weiterentwickelt. Während Hjelmslev an den Unterscheidungen Saussures im wesentlichen festhält (besonders langue, und parole), will Roman Jakobson sie überwinden, um zu einem Ganzheitskriterium der Sprache zu gelangen.
http://www.phillex.de/lingu.htm


Logik
Als Logik bezeichnet man die Wissenschaft von den Gesetzen und Formen des Denkens. Die Logik kann als eine Ethik des Denkens bezeichnet werden. 

In der formalen Logik werden die Gesetze des abgeleiteten Wissens studiert, das aus früher bestimmten und geprüften Wahrheiten gewonnen wird, ohne in jedem konkreten Fall direkt auf die Erfahrung zurückzugreifen. 

Die traditionelle Logik untersucht die allgemeinen Gesetze der Logik, z. B. das Gesetz von der Identität, das Gesetz vom Widerspruch, das Gesetz vom ausgeschlossenen Dritten und das Gesetz vom zureichenden Grunde. Sie untersucht die allgemeinen Formen des Denkens wie Urteil und Begriff sowie die Formen der Verknüpfung der Gedanken im Schluss.
Um auszudrücken, dass sie nur Gesetze innerhalb der Symbolik aufstellt und keinerlei Aussagen über Grundgesetze des Seins oder tatsächliche Beziehungen in der Wirklichkeit macht, spricht man von reiner Logik. In allen anderen Fällen spricht man von angewandter Logik. 

Als Vernunftlehre tritt die Logik in zweifacher Hinsicht auf:
•    Sie thematisiert die subjektiven Fähigkeiten des Denkens, die normativen Denkregeln und Denkgesetze und
•    sie thematisiert die objektiven Verstandesgebilde und die allgemein verbindlichen Bedeutungsbeziehungen. 

Die Eleaten, die Sophisten und die Megariker verwenden bereits bewusst Schluss und Beweis. Sokrates legt Wert auf Definition und Induktion. Platon begründet eine Dialektik. 

In seiner ersten Schrift zu Logik, der Topik, untersucht Aristoteles die Probleme der Logik in Zusammenhang mit der Rhetorik. Aristoteles betrachtet in der Topik die Logik als Teil der Rhetorik. 

In späteren Arbeiten betrachtet Aristoteles die Logik nicht mehr als ein Mittel der Einwirkung des Redners auf das Auditorium, sondern als Wissen, das den Weg zur Erlangung der Wahrheit weist. 

Das Ausgangsprinzip der Logik ist in der Aristotelischen Logik das Prinzip der Widerspruchsfreiheit des Denkens.

Aristoteles untersuchte bereits modale Urteile, in denen die Möglichkeit des Vorhandenseins oder Fehlens eines Merkmals bei einem Gegenstand wiedergegeben wird. 

Die Peripatetiker Eudemos und Theophrast entwickeln die Aristotelische Logik insbesondere die Lehre vom Syllogismus und von der Modalität der Urteile weiter und entdecken die hypothetischen und die disjunktiven Urteile. 

Das Verständnis von Logik als Kunstlehre des Denkens geht auf die Stoiker zurück. Die Logik zerfällt der stoischen Logik zufolge in Rhetorik und Dialektik (Diog. L. VII, 41). 

Die Epikureer ersetzen die Logik durch die Kanonik. Sie befassen sich mit der Induktion und der Analogie. 

Der Skeptiker Karneades stellt eine Theorie der Wahrscheinlichkeit auf. 

Auch in der nyāya-Schule wurden logische Theorien entwickelt. 

Von großer Bedeutung für die Entwicklung Logik sind auch Porphyrios und Apuleius. 

Böethius übersetzt und erläutert Teile des Organon von Aristoteles und die Isagoge des Porphyrios. Er schreibt auch über Schlüsse und über Topik. 

Al-Farabi unterscheidet die theoretische, reine Logik (logica docens) von einer praktischen, angewandten Logik (logica utens). 

Im Mittelalter konzentrierte sich die logische Diskussion auf den Universalienstreit. 

Im Mittelalter ist die Synopsis von Michael Psellos, übersetzt von Petrus Hispanus, ein vielbenutztes Kompendium der Logik. 

Nach Duns Scotus ist die Logik ein modus sciendi. 

Petrus Ramus kritisiert die überkommene Logik als unnatürlich. Er unterteilt die Logik in:
1.    die Lehre von der Erfindung (invetio argumentorum), d. h. von den Begriffen und
2.    die Lehre von der dispositio und dem indicium (Urteil, Schluß, Methode). 

Zu Beginn des 17. Jh., als die Entwicklung der empirischen Wissenschaften und der Produktion die Schaffung vollkommenerer Erkenntnismethoden erforderlich machte, veröffentlichte F. Bacon seine Schrift Novum Organum (1620), die er als ein Instrument der neuen Wissenschaft den logischen Arbeiten des Aristoteles gegenüberstellte, die die Gesamtbezeichnung Organon trugen. Während die Logik als Mittel zur Prüfung und Begründung der Wahrheit betrachtet wurde, sah Bacon im Novum Organum die Logik als Instrument, mit dessen Hilfe neue wissenschaftliche Entdeckungen gemacht werden. 

Die von Bacon vorgeschlagene induktive Logik stellte nach Bacon eine Gesamtheit von Methoden dar, von Stützmitteln des Verstandes, mit deren Hilfe Formen ermittelt und neue Wahrheiten entdeckt werden. 

Descartes wendet sich gegen die Dialektik. Er gibt methodische Regeln der Forschung an. 

Einige von den Cartesianern haben in der Geschichte der Logik eine Rolle gespielt, z. B. Geulincx, Clauberg und die Verfasser der Logik von Port-Royal Arnauld und Nicole. Die Logik von Port-Royal unterscheidet die Elementarlehre (Lehre vom Begriff, vom Urteil und vom Schließen) und die Methodenlehre (die kunstgerechte Behandlung der Elementarlehre zur Erzeugung einer systematischen Wissenschaft). 

Nach Gassendi ist die Logik die Lehre vom richtigen Denken. Sie ist abiuncta a rebus (reine Logik) und coniuncta cum rebus (angewandte Logik). 

Nach Locke beschäftigt sich die Logik oder Semiotik mit der Untersuchung der Zeichen für das Verständnis der Dinge und für die Mitteilung des Wissens an andere. 

Mit Leibniz wird das Verständnis der Logik auf jede Art formgerechten Beweisgangs, auf jede Vernunftüberlegung, die kraft ihrer Form Schlüsse zieht und bei der man kein Beweisstück zu ergänzen braucht, ausgeweitet. Alle logischen Regeln sollen per numeros demonstriert werden. 

Die Logik definierte Wolff als Propädeutik der Philosophie, die die gnoseologische Fähigkeit untersucht, im Urteil Wahres und Falsches zu unterscheiden. Die Logik hilft nach Wolff, "daß wir die Kräfte des menschlichen Verstandes und ihren rechten Gebrauch in Erkenntnis der Wahrheit erkennen lernen". Es gibt eine lehrende und eine ausübende Logik.
Interessante Beiträge zur Logik lieferten auch Tschirnhausen, Crusius, Ploucquet, Lambert, Condillac, Feder und de Crousaz. 

Nach Hume ist "die Darlegung der Prinzipien und Operationen unseres Denkvermögens und der Beschaffenheit unserer Vorstellungen" Aufgabe der Logik. 

Die Logik ist nach Platner "eine pragmatische, mit Bemerkungen, Grundsätzen und Regeln von Wahrheit und Irrtum begleitete Geschichte des menschlichen Erkenntnisvermögens". Sie "ist eine Untersuchung des menschlichen Erkenntnisvermögens, angestellt in der Absicht, genauer zu bestimmen, ob der Mensch fähig sei, die Wahrheit zu erkennen und zu beweisen, d. i. ob das menschliche Erkenntnisvermögen gelten könne als Maßstab der Wahrheit". 

Nach Kant ist die Logik die "Wissenschaft von den notwendigen Gesetzen des Verstandes und der Vernunft überhaupt oder - welches einerlei ist - von der bloßen Form des Denkens überhaupt". Sie abstrahiert von allen Objekten, ist kein Organon, sondern ein Kanon des Verstandes. Die Logik enthält "lauter Gesetze a priori". Die Logik ist die "Wissenschaft der Verstandesregeln überhaupt". Sie fragt, wie wir denken sollen. 

Kant unterscheidet die reine Logik von der angewandten Logik. Innerhalb der reinen Logik unterscheidet Kant die allgemeine Logik und die transzendentale Logik. 

Bei J. G. Fichte ist die gemeine Logik keine wahre Wissenschaft. Die allgemeine Logik muss aus der Wissenschaftslehre deduziert werden und setzt das Erkennen voraus. 

Die Logik ist nach Baader "Sprach- und Denklehre", "die Formierungslehre oder die Lehre vom Logos als Formator durch seinen Geist". Er unterscheidet die theosophische Logik und die anthroposophische Logik. 

Hegel kritisierte die Versuche, die Gesetze der formalen Logik als allgemeine Erkenntnismethode zu deklarieren. Die Gesetze der formalen Logik sind nach Hegel Gesetze des abgeleiteten Wissens und nicht allgemeine Gesetze der Erkenntnis. Er betrachtet die Logik als Grundwissenschaft. Die Logik ist das System des reinen Gedankens. Sie handelt von der Wahrheit an sich. Nach Hegel zerfällt die Logik in die objektive Logik (Logik des Seins) und die subjektive (Logik des Begriffs). 

Rosenkranz unterscheidet die subjektive Logik von der (objektiven) Ideologie. 

Nach Hamilton ist die Logik "the science of the laws of thought as thought". 

Nach Mill hat die Logik erkenntnistheoretischen Charakter. Sie ist "die Wissenschaft von den Verstandesoperationen, welche zur Schätzung der Evidenz dienen". Die Logik muß die psychologischen Bedingungen des Denkens berücksichtigen. Die Logik ist z. T. Methodenlehre. 

Nach Schleiermacher müssen Logik und Metaphysik zur Dialektik vereinigt werden. 

Nach Hillebrand ist die Logik Theorie der Wissenschaft. 

Nach Ueberweg ist die Logik die Wissenschaft von den normativen Gesetzen der menschlichen Erkenntnis. Er betont die objektive Gültigkeit des richtigen Denkens. Die Logik ist als Theorie der Inbegriff der Normen und als Kunst die richtige Anwendung der Normen. Die subjektive Erkenntnistätigkeit muss sich den Normen unterwerfen, um ihr Ziel zu erreichen.
Als Gegenstand der Logik betrachtete Sigwart die Untersuchung der Technik des Denkens, die, wie er sagt, Hinweise gibt, wie man zu unbestreitbaren und allgemeingültigen Thesen kommt. Sigwart beschreibt die Logik als eine Kunstlehre des Denkens, die die Kriterien des wahren Denkens untersucht. 

In der Philosophie gibt es (insbesondere im 19. Jahrhundert) eine breite Debatte um das Verhältnis von Psychologie und Logik. Die wichtigsten Positionen in dieser Debatte sind der starke Psychologismus, schwache Psychologismus und der Anti-Psychologismus (Herbart, Bolzano, Drobisch, Külpe, Cohen). 

Nach Cohen ist die Logik Logik des Urteils. Sie erzeugt formal aus dem Urteil die Kategorien als Voraussetzungen der Wissenschaft. Aufgabe der Logik ist es, der Wissenschaft ihren Weg bewußt zu machen. Die Logik ist Lehre von der Methode. Das Denken der Logik ist das Denken der Wissenschaft. Die Logik ist zugleich die Metaphysik. 

Die Logik ist nach Erdmann die allgemeine Wissenschaft von den Arten und der Geltung der Urteilsoperationen, d. i. den formalen Voraussetzungen, die allem wissenschaftlichen Denken zugrunde liegen. Die Logik abstrahiert nicht von allem Denkinhalt. Sie ist nicht Psychologie, keine Tatsachenwissenschaft, sondern die allgemeine formale und normative Wissenschaft von den methodischen Voraussetzungen des wissenschaftlichen Denkens. Die Psychologie setzt die Gültigkeit des logischen Verfahrens voraus. Ihr Maßstab ist das Ideal durchgängiger Allgemeingültigkeit oder Wahrheit.
Nach Lotze soll die Logik lehren in welchen Formen wir unsere Einzelvorstellungen verbinden und abändern müssen, damit wir aus gegebenen Tatsachen der Wahrnehmung andere nicht wahrgenommene oder zukünftige Tatsachen berechnen können. Die Logik ist nach Lotze unabhängig von der Psychologie. 

Schuppe begründete die Einheit von Logik und Erkenntnistheorie damit, dass beide sich mit der Bestimmung von wahr und falsch befassen. Die Logik lehrt keine subjektive Verfahrungsweise des bloßen Denkens (ohne Objekte), sondern gibt inhaltliche Erkenntnisse allgemeinster Art vom Seienden überhaupt und seinen obersten Arten. Die Logik ist nach Schuppe die Wissenschaft von dem objektiv gültigen Denken. 

Aus der Geschichte der Logik sind Versuche bekannt, den Gegenstand der Logik auf die Untersuchung der Psychologie des Denkens zurückzuführen. Wir finden diese Position z. B. bei Bain, Lipps, Beneke, Uphues, Schwarz, Heymans und Grot. 

Nach Wundt ist die Psychologie ein Hilfsmittel der logischen Forschung. Die Logik ist also eine normative Wissenschaft. Die logischen Normen gehen nach Wundt aus psychologischen Gesetzen hervor. Daher könne ihre Untersuchung nicht losgelöst von der Psychologie erfolgen. Dennoch ist die Logik nach Wundt kein Zweig der Psychologie. 

Nach Palágyi hat die Logik die Aufgabe, durch die Untersuchung der Erkenntnistätigkeit unser Wissen von der Wahrheit zu befördern. Hauptproblem der Logik ist die Frage nach dem Wesen des Urteils. Logik und Psychologie bedingen sich wechselseitig. 

Nach Höffding ist die Psychologie die Grundlage der Logik. Die Logik ist jedoch nicht Psychologie. Sie setzt die allgemeinen Prinzipien des Denkens voraus, kann ihre Gültigkeit aber nicht erklären. Die Logik ist eine Kunstlehre, die Psychologie eine Naturlehre. 

Das erste System einer mathematischen Logik schuf Boole. Die mathematische Logik wurde von Jevons, Schröder, Porezki, Peirce, McColl u. a. weiterentwickelt. 

Frege zeigt, daß eine logische Kunstsprache möglich ist, in der alle relevanten Formen von Sätzen eindeutig ausgedrückt werden können. 

In der modernen Logik haben sich zahlreichen Darstellungsformen, Begründungsweisen und Disziplinen herausgebildet. Wir unterscheiden u. a. die Dialoglogik, die intuitionistische und konstruktive Logik, die Beweistheorie, die Relevanzlogik, die Modallogik, die Zeitlogik, die mehrwertige Logik, die parakonsistente Logik, die deontische Logik, die epistemische Logik, die Kausallogik, die Logik der natürlichen Sprachen, die Präferenzlogik, die Definitionstheorie, die Kommunikationslogik und die induktive Logik.
http://www.phillex.de/logik.htm


Logik, algebraische
Als algebraische Logik bezeichnet man logische Theorien, die vorwiegend mit den Mitteln der Algebra arbeiten. 

Das bekannteste Beispiel für eine algebraische Logik ist die Algebra der Logik. Andere Beispiele sind die Aussagenlogik von McColl, die Zylinderalgebra, die substitutiv indizierte Algebra und die polyadische Algebra.
http://www.phillex.de/algebra2.htm


Logik, allgemeine
Die allgemeine Logik (auch: gewöhnliche Logik) - als Teil der Logik - betrachtet nach Kant "nur die logische Form im Verhältnisse der Erkenntnisse aufeinander". 

Kant stellt sie der transzendentalen Logik gegenüber. 

Nach Kant untersucht die allgemeine Logik die Formen des Denkens, Begriffe, Urteile und Schlüsse. Sie abstrahiert dabei völlig von einer Analyse der gegenständlichen Inhaltes des Denkbaren in diesen Formen. 

Die allgemeine Logik hat es sowohl mit empirischen Kenntnissen als auch mit reinen Kenntnissen der Vernunft zu tun.
Wenn als Gegenstand des logischen Denkens Erscheingungen der Erfahrung auftreten, kann nach Kant das Wissen allumfassend und notwendig sein. 

In der transzendentalen Logik wird nach Kant das Wissen in Form eines Urteils ausgedrückt.
http://www.phillex.de/logik-a2.htm


Logik, angewandte
Die Unterteilung der Logik in reine Logik und angewandte Logik findet sich bereits bei al-Farabi. Er spricht von logica docens und logica utens.
Nach Gassendi unterscheidet die abiuncta a rebus (reine Logik) und die coniuncta cum rebus (angewandte Logik).
Auch Kant unterscheidet reine Logik und angewandte Logik. Die angewandte Logik ist "eine Vorstellung des Verstandes und der Regeln seines notwendigen Gebrauchs in concreto".
Die angewandte Logik betrachtet nach Maass das Denken in gewissen, bestimmten denkenden Wesen.
Lodi kritisierte Kants Unterteilung in reine und angewandte Logik.
http://www.phillex.de/logik-a.htm


Logik, anthropologische
Als anthropologische Logik bezeichnet Fries die "die Wissenschaft von der Natur und dem Wesen unseres Verstandes". 

Er stellt ihr die demonstrative Logik gegenüber.
http://www.phillex.de/logik-a4.htm


Logik, anthroposophische
Als anthroposophische Logik bezeichnet Baader die Lehre vom endlichen Denken.

Er stellt ihr die theosophische Logik gegenüber.
http://www.phillex.de/logik-a3.htm


Logik, apophantische
Nach Husserl läßt sich die reine Logik in eine apophantische Logik und eine formale Ontologie gliedern. 

Die apophantische Logik ist dabei die Logik der Bedeutungskategorien Begriff, Satz, Schluß usw.
http://www.phillex.de/apophant.htm


Logik, demonstrative
Als demonstrative Logik bezeichnet Fries die "Wissenschaft der analytischen Erkenntnis oder von den Gesetzen der Denkbarkeit eines Dinges". 

Er stellt ihr die anthropologische Logik gegenüber.
http://www.phillex.de/logik-d.htm


Logik, epistemische
Die epistemische Logik versucht, die zentralen Begriffe der Erkenntnistheorie logisch zu rekonstruieren. Sie untersucht nicht die Frage, ob oder unter welchen Bedingungen eine Aussage wahr ist, sondern wann eine Aussage bewiesen ist, geglaubt, behauptet oder gewußt wird, was es heißt, zu lügen, zu irren ...
http://www.phillex.de/e-logik.htm


Logik, erworbene
Pjotr Dmitrijewitsch Lodi unterschied die erworbene Logik, die er auch gelehrte Logik oder künstliche Logik nennt, von der natürlichen Logik. 

Die erworbene Logik ist die Fähigkeit, zu folgerichtigem Denken, die bei Beachtung bestimmter Regeln allmählich anwächst.
http://www.phillex.de/erwlogik.htm


Logik, induktive
Als induktive Logik (auch: Induktionslogik) bezeichnet man den Teil der Logik, in dem die Induktion untersucht wird.
In der nichtklassischen Induktionslogik werden Mittel zur Wertung des Grades des logischen Zusammenhanges von hypothetischen Aussagen mit anderen Aussagen erarbeitet, deren Wahrheit bereits bewiesen ist. 

Es wird der Grad der Wahrscheinlichkeit von Urteilen untersucht, die aufgrund der Daten einer unvollständigen Information gebildet werden. 

Die moderne Induktionslogik, die in Arbeiten von Reichenbach, Carnap, Hempel, Keynes u. a. erarbeitet wird, verwendet bei ihren Untersuchungen die Wahrscheinlichkeitslogik. 

Ein anderer wichtiger Strom der Induktionslogik gründet auf der mehrwertigen Logik (approximatives Schließen, unscharfes Schließen).
http://www.phillex.de/i-logik.htm


Logik, natürliche
Pjotr Dmitrijewitsch Lodi unterschied die natürliche Logik, die er auch volkstümliche Logik nennt, von der erworbenen Logik. 

Die natürliche Logik ist die natürliche Anlage zum folgerichtigen Denken.
http://www.phillex.de/natlogik.htm


Logik, reine
Die Unterteilung der Logik in reine Logik und angewandte Logik findet sich bereits bei al-Farabi. Er spricht von logica docens und logica utens. 

Nach Gassendi unterscheidet die abiuncta a rebus (reine Logik) und die coniuncta cum rebus (angewandte Logik).
Auch Kant unterscheidet reine Logik und angewandte Logik. Als reine Logik hat die Logik nach Kant "keine empirischen Prinzipien ... aus der Psychologie". 

Die reine Logik betrachtet nach Maass das Denken abgesondert, an und für sich. 

Lodi kritisierte Kants Unterteilung in reine und angewandte Logik. 

Die reine Logik ist nach Theodor Lipps die Wissenschaft von den Gesetzen des überindividuellen Denkens, von den Vernunftgesetzen. 

Nach Husserl läßt sich die reine Logik in eine apophantische Logik und eine formale Ontologie gliedern. Husserl betont die Apriorität der reinen Logik. 

Das was andere eine reine Logik nennen, ist nach Meinongs Meinung, gerade die Erkenntnistheorie.
http://www.phillex.de/logik-r.htm


Logik, theosophische
Als theosophische Logik bezeichnet Baader die Lehre vom unendlichen Denken.

Er stellt ihr die anthroposophischen Logik gegenüber.
http://www.phillex.de/logik-t2.htm


Logik,
transzendentale
Die transzendentale Logik (transcendere lat. - überschreiten) ist nach Kant die philosophische Disziplin, die die Beschränktheit der allgemeinen Logik von den Formen des Denkens überwinden soll.

Die transzendentale Logik betrachtet nach Kant die Bedingungen, die dem Wissen einen apriorischen Charakter verleihen und damit allumfassende und unbedingt notwendige Wahrheiten gewährleisten.

Die transzendentale Logik hat es nach Kant ausschließlich mit Gesetzen des Verstandes und der Vernunft zu tun, insofern diese sich nicht apriori auf Gegenstände beziehen.

Wenn als Gegenstand des logischen Denkens Erscheinungen der Erfahrung auftreten, kann nach Kant das Wissen allumfassend und notwendig sein. Sobald das logische Denken die Grenzen der sinnlichen Erfahrung, die Grenze der vom Denken zu ordnenden Welt der Erscheinungen zu überschreiten versucht und gesicherte Kenntnisse von den Dingen an sich zu gewinnen trachtet, gerät es unvermeidlich in Widerspruch mit sich selbst, und dann wird eine Begründung sowohl für eine These als auch für ihre Antithese möglich. Nach Kant entstehen vier Antinomien der kosmologischen Idee von der Vernunft.

Die transzendentale Logik zerfällt nach Kant in die transzendentale Analytik und die transzendentale Dialektik.
http://www.phillex.de/logik-t.htm


Logische Notwendigkeit
In der modernen Logik ist eine wahre Aussage genau dann logisch notwendig, wenn ihre Negation entweder direkt oder in der Form einer logischen Folgerung einen formalen Widerspruch, d. h. eine Aussage der Form sowohl P als auch nicht-P, impliziert. 

Der Empirismus akzeptiert nur Aussagen mit logischer Notwendigkeit. Diese Auffassung ist u. a. von Kripke kritisiert worden. 

Quine hat den Versuch der Empiristen, den Begriff der logischen Notwendigkeit mit Hilfe der Begriffe analytisches Urteil und Sinn zu erklären, in Zweifel gezogen. 

In Hegels Logik ist etwas eine logische Notwendigkeit, wenn es nicht anders gedacht werden kann.
http://www.phillex.de/lognotw.htm


Logisches Quadrat
Im logischen Quadrat werden die Urteilsarten: universal bejahend (Abk. SaP), partikular bejahend (SiP), universal verneinend (SeP) und partikular verneinend (SoP) veranschaulicht.

 logisches Quadrat

Die allgemein bejahenden und die partikulär verneinenden Urteile sowie die allgemein verneinenden und die partikular bejahenden Urteile bilden jeweils ein Paar kontradiktorischer Urteile. Die allgemein bejahenden Urteile und die allgemein verneinenden Urteile sind ein Paar konträrer Urteile. Die partikular bejahenden Urteile und die partikular verneinenden Urteile bilden ein Paar subkonträrer Urteile. Die allgemeinen bejahenden Urteile und die partikular bejahenden Urteile bzw. die allgemein verneinenden Urteile und die partikular verneinenden Urteile sind subaltern. 

Das logische Quadrat wurde eventuell von Michael Psellos geschaffen.
http://www.phillex.de/logquad.htm


Lotterie-Paradoxon
Ein Paradoxon, das den Begriff der rationalen Überzeugung betrifft, ist das Lotterie-Paradoxon. 

Da die Wahrscheinlichkeit dafür, daß eine bestimmte Anzahl Augen durch das Werfen eines Würfels nach oben kommt, 1:6 ist, ist es scheinbar rational zu glauben, daß diese Anzahl Augen nicht nach oben kommen wird. Dies gilt für sämtliche möglichen Fälle, und es ist rational zu glauben, daß eine von ihnen nach oben kommen wird.
http://www.phillex.de/lotterie.htm


Lügner-Antinomie
Die Lügner-Antinomie, eine semantische Antinomie wird seit der Antike diskutiert. 

Eine Variante läßt den Kreter Epimenides behaupten, daß alle Leute von Kreta lügen, wobei hinzuzufügen ist, daß die Kreter in der Antike als notorische Lügner galten. Wenn die Behauptung wahr ist, lügt er, die Behauptung muß also falsch sein. Dagegen folgt die Wahrheit der Behauptung nicht aus der Annahme ihrer Falschheit, weshalb es sich in dieser Formulierung nicht um eine eigentliche Antinomie handelt. 

Wie A. N. Prior gezeigt hat, ist die Behauptung jedoch falsch, ungeachtet dessen, ob man sie für wahr oder falsch hält, was ein Paradoxon ist. 

In anderen Versionen handelt es sich um eine echte Antinomie, z. B. in der Version, die Eubulides von Megara zugeschrieben wird. Die Paradoxie vom Lügner hat er wie folgt formuliert: 

"Wenn ein Lügner sagt, daß er lügt, dann bedeutet das, daß er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit." 

Noch eine Variante ist Anlaß für zwei echte Antinomien, nämlich wenn Platon sagt, Sokrates habe recht, und Sokrates sagt, Platon lüge. 

Eine neuere Form derselben Antinomie ist von W. V. O. Quine formuliert worden. Hier wird definiert: "S = S ist falsch". Wenn S wahr ist, ist es wahr, daß S falsch ist, S ist also falsch. Aber wenn S falsch ist, dann ist S wahr. 

In der Formulierung Tarskis können wir S wie oben definieren. Eine Behauptung ist nun im allgemeinen wahr, wenn es sich so verhält, wie sie sagt, also: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S. Wir benutzen nun die Definition von S und setzen "S ist falsch" für das letzte S ein. Wir erhalten nun: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S falsch ist. 

Bekannt ist die Methode Tarskis zur Umgehung der Lügner-Antinomie. Keine Sprache mit einer gewissen Ausdruckskraft, sagt Tarski, kann semantisch geschlossen sein, d. h. sie kann nicht Ausdrucksmittel besitzen, die eigene Semantik der Sprache zu formulieren. Ihre Bedeutung kann nur in einer Metasprache formuliert werden, die die betreffende Sprache, in diesem Zusammenhang Objektsprache genannt, beschreibt. Die Definition des Satzes S, die in der Formulierung der Lügner-Antinomie enthalten ist, bedeutet eine Verwechslung der Sprachniveaus. Wenn diese Verwechslung entfällt, löst sich die Antinomie auf.
http://www.phillex.de/luegner.htm


Lust
Lust wird die angenehme Empfindung (im Gegensatz zum Schmerz) oder das Gefühl der Befriedigung genannt. 

Die Lust entsteht dadurch, daß ein Streben seinem naturgemäßen Gegenstand in der Wirklichkeit oder in der Vorstellung findet. 

Die geistige Befriedigung heißt Freude. 

Die Lust, die uns die sinnliche Empfindung schafft, heißt sinnliche Lust. 

Die Lust die frei von sinnlichem Reiz und deren Gegenstand ohne Interesse gefällt heißt ästhetische Lust. 

Die teleologische Bedeutung der Lust liegt nach Aristoteles darin, daß sie das sachgemäße Handeln unter Kontrolle der Verrnunft hervorrufen soll. 

Der Hedonismus lehrt, daß die Lust das höchste Gut und Ziel sittlichen Handelns sei. Der Hedonismus ist eng mit dem Eudämonismus verbunden. Der Grad der Erfüllung des Luststrebens ist das Maß für die ethische Bewertung alles Tuns.
Anhänger des Hedonismus waren die Kyrenaiker, Epikur, Helvétius und La Mettrie. 

Eine Variante des Hedonismus ist der hedonistische Utilitarismus (u. a. Bentham). 

Nach A. Bain beruht das Gefühl der Lust auf der Harmonie, das der Unlust auf einem Konflikt zwischen unseren Empfindungen.
http://www.phillex.de/lust.htm