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Language of thougt,
Sprache der Gedanken Weitere Informationen:
Parole (franz., Wort,
Äußerung, Rede) nennt Saussure im Gegensatz zur langue die gesprochene
Sprache. Als Weltanschauung bezeichnet
man das Gesamtverständnis von Individuen über die Welt, in der
sie leben (so z. B. bei Dilthey, Jaspers und Scheler). In diesem Zusammenhang
spricht man auch von Lebensanschauung. Leid ist stark vom Bewußtsein der Einschränkung oder des Scheiterns von Lebenserwartungen oder Zielstellungen geprägt. Für eudämonistische und hedonistische Lehren ist Leid ein Übel. Von metaphysischem Leiden am Sein redet man, wenn das endliche menschliche Leben insgesamt als leidvoll betrachtet wird. Insofern ist die buddhistische Lehre von den vier edlen Wahrheiten eine Position des metaphysischen Leidens. Die Erkenntnis, das Leiden nicht generell vermeidbar ist, hat in der christlichen Theologie zu der Frage geführt, wie man Gott als Schöpfer der Welt betrachten kann. Vom Begriff des Leidens geht die Ethik von Hans Driesch aus. Bei Jaspers ist Leiden eine Grenzsituation, die den Menschen aus der Geborgenheit im Dasein wirft und ihn vor sein Selbstseinkönnen stellt. Viele ethische Theorien, insbesondere viele pathozentrische Tierethiken gehen davon aus, daß auch Tiere leiden können und dass unser Verhalten auf die Minimierung des Gesamtleidens hin, optimiert werden soll. So ist nach Singer (Singer,
P.: Praktische Ethik. Neuausgabe. Stuttgart 21994, 83), die Fähigkeit
zu leiden Voraussetzung für die Fähigkeit, Interessen haben zu
können. Anders als die Grazer
Schule und die Berliner Schule suchte die Leipziger Schule im Gefühlsgrund
des Erlebens die Ursache solcher psychischen Phänomene wie die optische
Wahrnehmung. Schon Leukipp und Demokrit kannten den Satz vom zureichenden Grunde. Sie sagten: Kein Ding entsteht ohne Ursache, alles entsteht aus irgendeinem Grunde und mit Notwendigkeit. Demokrit interpretiert
den Satz vom zureichenden Grunde ontologisch: Er sagt auch: Die Entdeckung des Satzes vom zureichenden Grunde wird gewöhnlich Leibniz zugeschrieben. Leibniz formulierte: "Im Sinne des zureichenden Grundes [raison suffisante] finden wir, daß keineTatsache als wahr oder existierend und keine Aussage als wahr betrachtet werden kann, ohne daß ein zureichender Grund vorhanden wäre, warum es so ist und nicht anders ..." (Leibniz, G. W.: Monadologie, § 33, Nr. 32 ) Den Satz vom zureichenden Grunde betrachtete Leibniz als Prinzip aller Erfahrungswahrheiten, im Unterschied zum Satz vom Widerspruch, der von ihm als Prinzip aller Wahrheiten des Verstandes interpretiert wurde. Der Satz des zureichenden
Grundes hat seine ontologische Entsprechung im Satz des Grundes. Da die Liebesethiken sich sowohl auf menschliche als auch auf die Liebe nichtmenschlicher Entitäten beziehen kann, lässt sich die Liebesethik sowohl anthropozentrisch als auch pathozentrisch ausführen. Die Liebesethik ist eng
mit der Wohlwollensethik verwandt. Die Sprache stellt in dieser Weise ein durch Differenzen zusammenhängendes Ganzes dar. Saussure gebraucht hierfür die Bezeichnung System. Nach Saussure beginnt die Prager Schule (N. S. Trubetzkoy, Roman Jakobson) von der Struktur eines Systems zu sprechen, wobei Struktur den Charakter der Sprache als System hervorheben soll. Struktur meint Ordnungszusammenhang zwischen den Elementen in der Sprache. Schließlich wird die Bezeichnung strukturell für die Methode selbst verwendet. Im Gegensatz zu Richtungen, die die Elemente der Sprache je für sich untersuchen, geht es der strukturelle Linguistik um die Beziehungen zwischen den Elementen. Nach Saussure wurde die
strukturelle Linguistik vor allem von der Prager Schule und der sogenannten
Kopenhagener Schule um L. Hjelmslev weiterentwickelt. Während Hjelmslev
an den Unterscheidungen Saussures im wesentlichen festhält (besonders
langue, und parole), will Roman Jakobson sie überwinden, um zu einem
Ganzheitskriterium der Sprache zu gelangen. In der formalen Logik werden die Gesetze des abgeleiteten Wissens studiert, das aus früher bestimmten und geprüften Wahrheiten gewonnen wird, ohne in jedem konkreten Fall direkt auf die Erfahrung zurückzugreifen. Die traditionelle Logik
untersucht die allgemeinen Gesetze der Logik, z. B. das Gesetz von der Identität,
das Gesetz vom Widerspruch, das Gesetz vom ausgeschlossenen Dritten und
das Gesetz vom zureichenden Grunde. Sie untersucht die allgemeinen Formen
des Denkens wie Urteil und Begriff sowie die Formen der Verknüpfung
der Gedanken im Schluss. Als Vernunftlehre tritt
die Logik in zweifacher Hinsicht auf: Die Eleaten, die Sophisten und die Megariker verwenden bereits bewusst Schluss und Beweis. Sokrates legt Wert auf Definition und Induktion. Platon begründet eine Dialektik. In seiner ersten Schrift zu Logik, der Topik, untersucht Aristoteles die Probleme der Logik in Zusammenhang mit der Rhetorik. Aristoteles betrachtet in der Topik die Logik als Teil der Rhetorik. In späteren Arbeiten betrachtet Aristoteles die Logik nicht mehr als ein Mittel der Einwirkung des Redners auf das Auditorium, sondern als Wissen, das den Weg zur Erlangung der Wahrheit weist. Das Ausgangsprinzip der
Logik ist in der Aristotelischen Logik das Prinzip der Widerspruchsfreiheit
des Denkens. Die Peripatetiker Eudemos und Theophrast entwickeln die Aristotelische Logik insbesondere die Lehre vom Syllogismus und von der Modalität der Urteile weiter und entdecken die hypothetischen und die disjunktiven Urteile. Das Verständnis von Logik als Kunstlehre des Denkens geht auf die Stoiker zurück. Die Logik zerfällt der stoischen Logik zufolge in Rhetorik und Dialektik (Diog. L. VII, 41). Die Epikureer ersetzen die Logik durch die Kanonik. Sie befassen sich mit der Induktion und der Analogie. Der Skeptiker Karneades stellt eine Theorie der Wahrscheinlichkeit auf. Auch in der nyāya-Schule wurden logische Theorien entwickelt. Von großer Bedeutung für die Entwicklung Logik sind auch Porphyrios und Apuleius. Böethius übersetzt und erläutert Teile des Organon von Aristoteles und die Isagoge des Porphyrios. Er schreibt auch über Schlüsse und über Topik. Al-Farabi unterscheidet die theoretische, reine Logik (logica docens) von einer praktischen, angewandten Logik (logica utens). Im Mittelalter konzentrierte sich die logische Diskussion auf den Universalienstreit. Im Mittelalter ist die Synopsis von Michael Psellos, übersetzt von Petrus Hispanus, ein vielbenutztes Kompendium der Logik. Nach Duns Scotus ist die Logik ein modus sciendi. Petrus Ramus kritisiert
die überkommene Logik als unnatürlich. Er unterteilt die Logik
in: Zu Beginn des 17. Jh., als die Entwicklung der empirischen Wissenschaften und der Produktion die Schaffung vollkommenerer Erkenntnismethoden erforderlich machte, veröffentlichte F. Bacon seine Schrift Novum Organum (1620), die er als ein Instrument der neuen Wissenschaft den logischen Arbeiten des Aristoteles gegenüberstellte, die die Gesamtbezeichnung Organon trugen. Während die Logik als Mittel zur Prüfung und Begründung der Wahrheit betrachtet wurde, sah Bacon im Novum Organum die Logik als Instrument, mit dessen Hilfe neue wissenschaftliche Entdeckungen gemacht werden. Die von Bacon vorgeschlagene induktive Logik stellte nach Bacon eine Gesamtheit von Methoden dar, von Stützmitteln des Verstandes, mit deren Hilfe Formen ermittelt und neue Wahrheiten entdeckt werden. Descartes wendet sich gegen die Dialektik. Er gibt methodische Regeln der Forschung an. Einige von den Cartesianern haben in der Geschichte der Logik eine Rolle gespielt, z. B. Geulincx, Clauberg und die Verfasser der Logik von Port-Royal Arnauld und Nicole. Die Logik von Port-Royal unterscheidet die Elementarlehre (Lehre vom Begriff, vom Urteil und vom Schließen) und die Methodenlehre (die kunstgerechte Behandlung der Elementarlehre zur Erzeugung einer systematischen Wissenschaft). Nach Gassendi ist die Logik die Lehre vom richtigen Denken. Sie ist abiuncta a rebus (reine Logik) und coniuncta cum rebus (angewandte Logik). Nach Locke beschäftigt sich die Logik oder Semiotik mit der Untersuchung der Zeichen für das Verständnis der Dinge und für die Mitteilung des Wissens an andere. Mit Leibniz wird das Verständnis der Logik auf jede Art formgerechten Beweisgangs, auf jede Vernunftüberlegung, die kraft ihrer Form Schlüsse zieht und bei der man kein Beweisstück zu ergänzen braucht, ausgeweitet. Alle logischen Regeln sollen per numeros demonstriert werden. Die Logik definierte Wolff
als Propädeutik der Philosophie, die die gnoseologische Fähigkeit
untersucht, im Urteil Wahres und Falsches zu unterscheiden. Die Logik hilft
nach Wolff, "daß wir die Kräfte des menschlichen Verstandes und
ihren rechten Gebrauch in Erkenntnis der Wahrheit erkennen lernen". Es gibt
eine lehrende und eine ausübende Logik. Nach Hume ist "die Darlegung der Prinzipien und Operationen unseres Denkvermögens und der Beschaffenheit unserer Vorstellungen" Aufgabe der Logik. Die Logik ist nach Platner "eine pragmatische, mit Bemerkungen, Grundsätzen und Regeln von Wahrheit und Irrtum begleitete Geschichte des menschlichen Erkenntnisvermögens". Sie "ist eine Untersuchung des menschlichen Erkenntnisvermögens, angestellt in der Absicht, genauer zu bestimmen, ob der Mensch fähig sei, die Wahrheit zu erkennen und zu beweisen, d. i. ob das menschliche Erkenntnisvermögen gelten könne als Maßstab der Wahrheit". Nach Kant ist die Logik die "Wissenschaft von den notwendigen Gesetzen des Verstandes und der Vernunft überhaupt oder - welches einerlei ist - von der bloßen Form des Denkens überhaupt". Sie abstrahiert von allen Objekten, ist kein Organon, sondern ein Kanon des Verstandes. Die Logik enthält "lauter Gesetze a priori". Die Logik ist die "Wissenschaft der Verstandesregeln überhaupt". Sie fragt, wie wir denken sollen. Kant unterscheidet die reine Logik von der angewandten Logik. Innerhalb der reinen Logik unterscheidet Kant die allgemeine Logik und die transzendentale Logik. Bei J. G. Fichte ist die gemeine Logik keine wahre Wissenschaft. Die allgemeine Logik muss aus der Wissenschaftslehre deduziert werden und setzt das Erkennen voraus. Die Logik ist nach Baader "Sprach- und Denklehre", "die Formierungslehre oder die Lehre vom Logos als Formator durch seinen Geist". Er unterscheidet die theosophische Logik und die anthroposophische Logik. Hegel kritisierte die Versuche, die Gesetze der formalen Logik als allgemeine Erkenntnismethode zu deklarieren. Die Gesetze der formalen Logik sind nach Hegel Gesetze des abgeleiteten Wissens und nicht allgemeine Gesetze der Erkenntnis. Er betrachtet die Logik als Grundwissenschaft. Die Logik ist das System des reinen Gedankens. Sie handelt von der Wahrheit an sich. Nach Hegel zerfällt die Logik in die objektive Logik (Logik des Seins) und die subjektive (Logik des Begriffs). Rosenkranz unterscheidet die subjektive Logik von der (objektiven) Ideologie. Nach Hamilton ist die Logik "the science of the laws of thought as thought". Nach Mill hat die Logik erkenntnistheoretischen Charakter. Sie ist "die Wissenschaft von den Verstandesoperationen, welche zur Schätzung der Evidenz dienen". Die Logik muß die psychologischen Bedingungen des Denkens berücksichtigen. Die Logik ist z. T. Methodenlehre. Nach Schleiermacher müssen Logik und Metaphysik zur Dialektik vereinigt werden. Nach Hillebrand ist die Logik Theorie der Wissenschaft. Nach Ueberweg ist die
Logik die Wissenschaft von den normativen Gesetzen der menschlichen Erkenntnis.
Er betont die objektive Gültigkeit des richtigen Denkens. Die Logik
ist als Theorie der Inbegriff der Normen und als Kunst die richtige Anwendung
der Normen. Die subjektive Erkenntnistätigkeit muss sich den Normen
unterwerfen, um ihr Ziel zu erreichen. In der Philosophie gibt es (insbesondere im 19. Jahrhundert) eine breite Debatte um das Verhältnis von Psychologie und Logik. Die wichtigsten Positionen in dieser Debatte sind der starke Psychologismus, schwache Psychologismus und der Anti-Psychologismus (Herbart, Bolzano, Drobisch, Külpe, Cohen). Nach Cohen ist die Logik Logik des Urteils. Sie erzeugt formal aus dem Urteil die Kategorien als Voraussetzungen der Wissenschaft. Aufgabe der Logik ist es, der Wissenschaft ihren Weg bewußt zu machen. Die Logik ist Lehre von der Methode. Das Denken der Logik ist das Denken der Wissenschaft. Die Logik ist zugleich die Metaphysik. Die Logik ist nach Erdmann
die allgemeine Wissenschaft von den Arten und der Geltung der Urteilsoperationen,
d. i. den formalen Voraussetzungen, die allem wissenschaftlichen Denken
zugrunde liegen. Die Logik abstrahiert nicht von allem Denkinhalt. Sie ist
nicht Psychologie, keine Tatsachenwissenschaft, sondern die allgemeine formale
und normative Wissenschaft von den methodischen Voraussetzungen des wissenschaftlichen
Denkens. Die Psychologie setzt die Gültigkeit des logischen Verfahrens
voraus. Ihr Maßstab ist das Ideal durchgängiger Allgemeingültigkeit
oder Wahrheit. Schuppe begründete die Einheit von Logik und Erkenntnistheorie damit, dass beide sich mit der Bestimmung von wahr und falsch befassen. Die Logik lehrt keine subjektive Verfahrungsweise des bloßen Denkens (ohne Objekte), sondern gibt inhaltliche Erkenntnisse allgemeinster Art vom Seienden überhaupt und seinen obersten Arten. Die Logik ist nach Schuppe die Wissenschaft von dem objektiv gültigen Denken. Aus der Geschichte der Logik sind Versuche bekannt, den Gegenstand der Logik auf die Untersuchung der Psychologie des Denkens zurückzuführen. Wir finden diese Position z. B. bei Bain, Lipps, Beneke, Uphues, Schwarz, Heymans und Grot. Nach Wundt ist die Psychologie ein Hilfsmittel der logischen Forschung. Die Logik ist also eine normative Wissenschaft. Die logischen Normen gehen nach Wundt aus psychologischen Gesetzen hervor. Daher könne ihre Untersuchung nicht losgelöst von der Psychologie erfolgen. Dennoch ist die Logik nach Wundt kein Zweig der Psychologie. Nach Palágyi hat die Logik die Aufgabe, durch die Untersuchung der Erkenntnistätigkeit unser Wissen von der Wahrheit zu befördern. Hauptproblem der Logik ist die Frage nach dem Wesen des Urteils. Logik und Psychologie bedingen sich wechselseitig. Nach Höffding ist die Psychologie die Grundlage der Logik. Die Logik ist jedoch nicht Psychologie. Sie setzt die allgemeinen Prinzipien des Denkens voraus, kann ihre Gültigkeit aber nicht erklären. Die Logik ist eine Kunstlehre, die Psychologie eine Naturlehre. Das erste System einer mathematischen Logik schuf Boole. Die mathematische Logik wurde von Jevons, Schröder, Porezki, Peirce, McColl u. a. weiterentwickelt. Frege zeigt, daß eine logische Kunstsprache möglich ist, in der alle relevanten Formen von Sätzen eindeutig ausgedrückt werden können. In der modernen Logik
haben sich zahlreichen Darstellungsformen, Begründungsweisen und Disziplinen
herausgebildet. Wir unterscheiden u. a. die Dialoglogik, die intuitionistische
und konstruktive Logik, die Beweistheorie, die Relevanzlogik, die Modallogik,
die Zeitlogik, die mehrwertige Logik, die parakonsistente Logik, die deontische
Logik, die epistemische Logik, die Kausallogik, die Logik der natürlichen
Sprachen, die Präferenzlogik, die Definitionstheorie, die Kommunikationslogik
und die induktive Logik. Das bekannteste Beispiel
für eine algebraische Logik ist die Algebra der Logik. Andere Beispiele
sind die Aussagenlogik von McColl, die Zylinderalgebra, die substitutiv
indizierte Algebra und die polyadische Algebra. Kant stellt sie der transzendentalen Logik gegenüber. Nach Kant untersucht die allgemeine Logik die Formen des Denkens, Begriffe, Urteile und Schlüsse. Sie abstrahiert dabei völlig von einer Analyse der gegenständlichen Inhaltes des Denkbaren in diesen Formen. Die allgemeine Logik hat
es sowohl mit empirischen Kenntnissen als auch mit reinen Kenntnissen der
Vernunft zu tun. In der transzendentalen
Logik wird nach Kant das Wissen in Form eines Urteils ausgedrückt.
Er stellt ihr die demonstrative
Logik gegenüber. Er stellt ihr die theosophische
Logik gegenüber. Die apophantische Logik
ist dabei die Logik der Bedeutungskategorien Begriff, Satz, Schluß
usw. Er stellt ihr die anthropologische
Logik gegenüber. Die erworbene Logik ist
die Fähigkeit, zu folgerichtigem Denken, die bei Beachtung bestimmter
Regeln allmählich anwächst. Es wird der Grad der Wahrscheinlichkeit von Urteilen untersucht, die aufgrund der Daten einer unvollständigen Information gebildet werden. Die moderne Induktionslogik, die in Arbeiten von Reichenbach, Carnap, Hempel, Keynes u. a. erarbeitet wird, verwendet bei ihren Untersuchungen die Wahrscheinlichkeitslogik. Ein anderer wichtiger
Strom der Induktionslogik gründet auf der mehrwertigen Logik (approximatives
Schließen, unscharfes Schließen). Die natürliche Logik
ist die natürliche Anlage zum folgerichtigen Denken. Nach Gassendi unterscheidet
die abiuncta a rebus (reine Logik) und die coniuncta cum rebus (angewandte
Logik). Die reine Logik betrachtet nach Maass das Denken abgesondert, an und für sich. Lodi kritisierte Kants Unterteilung in reine und angewandte Logik. Die reine Logik ist nach Theodor Lipps die Wissenschaft von den Gesetzen des überindividuellen Denkens, von den Vernunftgesetzen. Nach Husserl läßt sich die reine Logik in eine apophantische Logik und eine formale Ontologie gliedern. Husserl betont die Apriorität der reinen Logik. Das was andere eine reine
Logik nennen, ist nach Meinongs Meinung, gerade die Erkenntnistheorie. Er stellt ihr die anthroposophischen
Logik gegenüber. Die transzendentale Logik
betrachtet nach Kant die Bedingungen, die dem Wissen einen apriorischen
Charakter verleihen und damit allumfassende und unbedingt notwendige Wahrheiten
gewährleisten. Der Empirismus akzeptiert nur Aussagen mit logischer Notwendigkeit. Diese Auffassung ist u. a. von Kripke kritisiert worden. Quine hat den Versuch der Empiristen, den Begriff der logischen Notwendigkeit mit Hilfe der Begriffe analytisches Urteil und Sinn zu erklären, in Zweifel gezogen. In Hegels Logik ist etwas
eine logische Notwendigkeit, wenn es nicht anders gedacht werden kann.
Die allgemein bejahenden und die partikulär verneinenden Urteile sowie die allgemein verneinenden und die partikular bejahenden Urteile bilden jeweils ein Paar kontradiktorischer Urteile. Die allgemein bejahenden Urteile und die allgemein verneinenden Urteile sind ein Paar konträrer Urteile. Die partikular bejahenden Urteile und die partikular verneinenden Urteile bilden ein Paar subkonträrer Urteile. Die allgemeinen bejahenden Urteile und die partikular bejahenden Urteile bzw. die allgemein verneinenden Urteile und die partikular verneinenden Urteile sind subaltern. Das logische Quadrat wurde
eventuell von Michael Psellos geschaffen. Da die Wahrscheinlichkeit
dafür, daß eine bestimmte Anzahl Augen durch das Werfen eines
Würfels nach oben kommt, 1:6 ist, ist es scheinbar rational zu glauben,
daß diese Anzahl Augen nicht nach oben kommen wird. Dies gilt für
sämtliche möglichen Fälle, und es ist rational zu glauben,
daß eine von ihnen nach oben kommen wird. Eine Variante läßt den Kreter Epimenides behaupten, daß alle Leute von Kreta lügen, wobei hinzuzufügen ist, daß die Kreter in der Antike als notorische Lügner galten. Wenn die Behauptung wahr ist, lügt er, die Behauptung muß also falsch sein. Dagegen folgt die Wahrheit der Behauptung nicht aus der Annahme ihrer Falschheit, weshalb es sich in dieser Formulierung nicht um eine eigentliche Antinomie handelt. Wie A. N. Prior gezeigt hat, ist die Behauptung jedoch falsch, ungeachtet dessen, ob man sie für wahr oder falsch hält, was ein Paradoxon ist. In anderen Versionen handelt es sich um eine echte Antinomie, z. B. in der Version, die Eubulides von Megara zugeschrieben wird. Die Paradoxie vom Lügner hat er wie folgt formuliert: "Wenn ein Lügner sagt, daß er lügt, dann bedeutet das, daß er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit." Noch eine Variante ist Anlaß für zwei echte Antinomien, nämlich wenn Platon sagt, Sokrates habe recht, und Sokrates sagt, Platon lüge. Eine neuere Form derselben Antinomie ist von W. V. O. Quine formuliert worden. Hier wird definiert: "S = S ist falsch". Wenn S wahr ist, ist es wahr, daß S falsch ist, S ist also falsch. Aber wenn S falsch ist, dann ist S wahr. In der Formulierung Tarskis können wir S wie oben definieren. Eine Behauptung ist nun im allgemeinen wahr, wenn es sich so verhält, wie sie sagt, also: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S. Wir benutzen nun die Definition von S und setzen "S ist falsch" für das letzte S ein. Wir erhalten nun: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S falsch ist. Bekannt ist die Methode
Tarskis zur Umgehung der Lügner-Antinomie. Keine Sprache mit einer
gewissen Ausdruckskraft, sagt Tarski, kann semantisch geschlossen sein,
d. h. sie kann nicht Ausdrucksmittel besitzen, die eigene Semantik der Sprache
zu formulieren. Ihre Bedeutung kann nur in einer Metasprache formuliert
werden, die die betreffende Sprache, in diesem Zusammenhang Objektsprache
genannt, beschreibt. Die Definition des Satzes S, die in der Formulierung
der Lügner-Antinomie enthalten ist, bedeutet eine Verwechslung der
Sprachniveaus. Wenn diese Verwechslung entfällt, löst sich die
Antinomie auf. Die Lust entsteht dadurch, daß ein Streben seinem naturgemäßen Gegenstand in der Wirklichkeit oder in der Vorstellung findet. Die geistige Befriedigung heißt Freude. Die Lust, die uns die sinnliche Empfindung schafft, heißt sinnliche Lust. Die Lust die frei von sinnlichem Reiz und deren Gegenstand ohne Interesse gefällt heißt ästhetische Lust. Die teleologische Bedeutung der Lust liegt nach Aristoteles darin, daß sie das sachgemäße Handeln unter Kontrolle der Verrnunft hervorrufen soll. Der Hedonismus lehrt,
daß die Lust das höchste Gut und Ziel sittlichen Handelns sei.
Der Hedonismus ist eng mit dem Eudämonismus verbunden. Der Grad der
Erfüllung des Luststrebens ist das Maß für die ethische Bewertung
alles Tuns. Eine Variante des Hedonismus ist der hedonistische Utilitarismus (u. a. Bentham). Nach A. Bain beruht das
Gefühl der Lust auf der Harmonie, das der Unlust auf einem Konflikt
zwischen unseren Empfindungen.
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