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V

Vagheit
Als Vagheit bezeichnet man eine Unbestimmtheit. 

Eine Begriff ist ein vager Begriff, wenn es wenigstens ein Objekt aus dessen Grundbereich gibt, für den nicht feststellbar ist, ob er zur Extensionalität des Begriffes gehört. Dabei muß das Unvermögen aus dem Begriff und nicht aus subjektiven Gründen resultieren. 

Eine Aussage ist eine vage Aussage, wenn nicht für alle Situationen feststellbar ist, ob die Aussage wahr ist. Die Vagheit einer Aussage macht es unmöglich, Situationen auf die sie zutrifft von Situationen zu unterscheiden, auf die sie nicht zutrifft.
http://www.phillex.de/vagheit.htm


Vaiseshika
Die Vaiseshika-Schule ist eine Richtung der indischen Philosophie, die dem Kanada zugeschrieben wird. Sie hat einen atomistischen Charakter. Als Elemente der Körper werden Erde, Wasser, Luft und Licht genannt.
http://www.phillex.de/vaisesh.htm


Vedanta
Die Vedanta-Philosophie betrachtet das empirische Wissen als Nichtwissen. Dem wahren Wissen enthüllt sich die Vielheit der Dinge und Individuen als Schein, als Illusion (Schleier der Maja). 

In Wahrheit existiert nur das Eine, das göttliche Allwesen, das Brahman. Die Welt ist nichtig, wesenlos (Akosmismus), keinesfalls eine Emanation des Göttlichen. Das Brahman ist ewiges, unwandelbares, reines Sein, übersinnlich, immateriell. 

Die Körperwelt ist ebenso Schein wie die Welt der einzelnen Ichs, die nur in der Erscheinung verschieden, an sich aber eins, das göttliche Selbst (Atman) sind. Es wird also ein monistischer Pantheismus gelehrt. 

Höchstes Ziel ist die, alle Seelenwanderung, alle Wiedergeburt (mit den Folgen des früheren Le- bens, dem Karma) aufhebende Einswerdung mit dem Einen.
http://www.phillex.de/vedanta.htm


Velatus, Verhüllter
Als Verhüllter (lat.: velatus) bezeichnet man einen antiken Sophismus, der auf Eubulides zurückgeht. 

Erkennst Du diesen Verhüllten? Nein! Es ist Dein Vater! Daraus folgt: Du erkennst Deinen Vater nicht. 

Dieser Sophismus ist ein quaternio terminorum. Er beruht auf einer unklaren Verwendung des Wortes erkennen.

Eubulides wolte mit diesem Sophismus zeigen, daß Erkenntnis unmöglich ist.
http://www.phillex.de/velatus.htm


Venn-Diagramm
Venn ist als Schöpfer der ellipsoiden Diagramme der mathematischen Logik bekannt (= Venn-Diagramme), die eine Weiterentwicklung der Eulerschen Kreise sind. Mit Hilfe eines Systems zweier sich überschneidender Kreise oder Ellipsen brachte er die Beziehungen zwischen Klassen bzw. Umfängen von Begriffen zum Ausdruck. 

In seinen Arbeiten systematisierte er das in der Algebra der Logik gegen Ende des 19. Jh. gesammelte Material.
http://www.philosophenlexikon.de/venn.htm#diagramm
Siehe unter John Venn


Verallgemeinerung, induktive
Als induktive Verallgemeinerung oder Induktionsschluß bezeichnet man die Form der Induktion bei der von einer Teilklasse auf die Gesamtklasse geschlossen wird. Die Prämissen dieses Schlusses bestehen darin, daß einerseits eine bestimmte Klasse in einer anderen enthalten ist und andererseits alle Elemente der ersten Klasse eine bestimmte Eigenschaft haben. Es wird geschlossen, daß auch alle Elemente der zweiten Klasse diese Eigenschaft haben. 

In der logischen Untersuchung des Induktionsschlusses gibt es eine starke Tradition eines wahrscheinlichkeitslogischen Ansatzes. Mit diesem konkurriert aber zumindest auch ein Ansatz im Rahmen der mehrwertigen Logik. 

Carnap unterscheidet in seiner Arbeit Induktive Logik und Wahrscheinlichkeit fünf Haupttypen der induktiven Verallgemeinerung:
•    direkter Schluss
•    Voraussageschluss
•    Analogieschluss
•    inverser Schluss
•    Allschluss

Hume, Popper u. a. bezweifeln die Möglichkeit, durch induktive Verallgemeinerung die Wahrheit wissenschaftlicher Hypothesen begründen zu können. 

Die induktive Verallgemeinerung ist Grundlage des Induktivismus.
http://www.phillex.de/i-allg.htm


Verantwortung
Als Verantwortung bezeichnet man die ethische Verpflichtung eines Menschen zum Tun oder Unterlassen, zum Einstehen für die Folgen des Tuns und Unterlassens. 

Der Begriff Verantwortung spielt insbesondere in Verantwortungsethiken eine große Rolle.
http://www.phillex.de/verantw2.htm


Verantwortungsethik
Verantwortungsethik nennt man die Richtung in der Ethik, die die Verantwortung zum Zentrum ihrer Überlegungen macht. Die Verantwortungsethiken gehören zu den konsequentialistischen Ethiken. 

Überwiegend geht man davon aus, daß eine bestimmte Form von Freiheit für (moralische) Verantwortlichkeit notwendig ist. 

Da die Veranwortungsethiken sich sowohl auf Verantwortung gegenüber Menschen als auch auf Verantwortung gegenüber nichtmenschlichen Entitäten beziehen kann, läßt sich die Verantwortungsethik sowohl anthropozentrisch als auch pathozentrisch ausführen.
http://www.phillex.de/verantw.htm


Verb, assertives; Assertive Äußerungen
Assertive Äußerungen (auch: repräsentionale) bilden in der Sprechakttheorie eine der Klassen performativer Äußerungen. Entsprechend den performativen Verben spricht man auch von assertiven Verben. 

Beispiele für assertive Äußerungen sind:
•    behaupten
•    feststellen,
•    zustimmen,
•    bestreiten,
•    insistieren und
•    informieren. 

Eine saubere Unterscheidung der assertiven Äußerungen von den konstativen steht noch aus.
http://www.phillex.de/assertiv.htm


Verb, performatives; Performative Äußerungen
In der Sprechakttheorie von Austin werden diejenigen sprachlichen Akte, mit deren Hilfe bestimmte Handlungen vollzogen werden, als performativ bezeichnet. 

Performative Äußerungen haben - im Gegensatz zu den Konstativa - keinen beschreibenden Charakter und sind deshalb weder wahr noch falsch. 

Die für performative äußerungen relevante Beurteilungsdimension ist nicht die der Wahrheit, sondern die des Glückens bzw. Nicht-Glückens. 

Austin stellt einen Katalog von fünf Punkten zusammen, die erfüllt sein müssen, wenn eine sprachlich performierte Handlung erfolgreich sein soll: Sie muß z. B. aufgrund einer Konvention formuliert sein, die ihrerseits auf die richtige Situation angewendet werden muß; sie muß korrekt im Sinn der Konvention und vollständig sein; sofern sie Absichten und Gefühle darstellt, muß der Sprecher diese auch tatsächlich haben eine performative Äußerung kann nicht erfolgreich sein, wenn ich zwar verspreche zu kommen, aber gar nicht die Absicht habe zu kommen. 

Die Standardform performativer Äußerungen ist die Ich-Form. Durch performative Verben wird signalisiert, welchen Akt die ich-Person mit ihrer Äußerung vollzieht. 

Diese performativen Verben werden in assertive (auch: repräsentionale), kommissive, direktive, deklarative und expressive Verben eingeteilt. 

Beispiele für performative Verben sind:
•    direktive: bitten, befehlen, auffordern, anordnen und beauftragen;
•    deklarative: ernennen, verurteilen, kündigen, taufen und exkommunizieren;
•    expressive: danken, gratulieren, protestieren, loben und begrüßen. 

Strawson hat in seiner Wahrheitstheorie Äußerungen als performativ bezeichnet, in denen die Anerkennung oder Bestätigung einer zuvor geäußerten Behauptung zum Ausdruck gebracht wird. 

In der Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas wird die Teilnahme an der Kommunikation, in der eine Person in der Rolle der ersten Person eine Beziehung mit mindestens einer anderen Person eine Beziehung eingeht und sich am Prozeß der Verständigung beteiligt, als performative Einstellung bezeichnet. Die performative Einstellung ist für jedes Mitglied einer Kommunikationsgemeinschaft charakteristisch, die sich durch gemeinsame Standards, Geltungsansprüche und deren Einlösbarkeit auszeichnet.
http://www.phillex.de/perform.htm


Verbaldefinition
Definition, die nur in der Erklärung einer Wortbedeutung oder einem Ersetzen einer komplizierten Beschreibung durch einfachere Ausdrücke besteht. 

Die lateinische Bezeichnung für die Verbaldefinition ist: definitio verbalis.
http://www.phillex.de/verbdef.htm


Verfahren, k
ompositives
Die naturalistischen Aristoteliker der Renaissance unterschieden das kompositive Erklärungsverfahren vom resolutiven Verfahren. 

Beim kompositiven Verfahren erfolgt die Erklärung der unbekannten Wirkung aus den Ursachen.
http://www.phillex.de/komposit.htm


Verfahren, r
esolutives
Die naturalistischen Aristoteliker der Renaissance unterschieden das resolutive Erklärungsverfahren vom kompositiven Verfahren. 

Beim resolutive Verfahren erfolgt die Auflösung der Wirkung in deren gesuchten Ursachen.
http://www.phillex.de/resolut.htm


Vermengung vieler Fragen zu einer
Als Vermengung vieler Fragen zu einer (auch: fallacia plurium interrogationum) bezeichnet man einen logischen Fehlschluß, der darin besteht, daß in einer Frage gleichzeitig mehrere mit ja oder nein zu beantwortenden Fragen zusammenfaßt, so daß sich die Antwort auf jede beliebige aus der Reihe der gestellten Fragen beziehen kann. Auf derartige Fragen kann man nicht nur mit ja oder nein antworten. 

Ein klassisches Beispiel ist der Sophismus:
Schlägst Du jetzt Deinen Vater?
Die Antwort Nein bedeutet anzuerkennen, daß es früher so war.
http://www.phillex.de/plurium.htm


Vernunftbegriff
Vernunftbegriffe (auch transzendentale Ideen), wie Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, gründen nach Kant in der Natur der Vernunft. Sie sind notwendige Begriffe einer reinen Vernunft. Sie sind also keine Fiktionen. 

Durch Vernunftbegriffe können keine Gegenstände erkannt werden. 

Darin unterscheiden sie sich von Verstandesbegriffen.
http://www.phillex.de/vernbegr.htm


Vernünftigkeit
In der Konsenstheorie der Wahrheit werden für den Prozeß der Konsensbildung Gutwilligkeit, Sprachkundigkeit, Normalsinnigkeit und Vernünftigkeit gefordert. 

Die Voraussetzung der Vernünftigkeit besagt, daß die bei der Konsenssuche Beteiligten in einem Forschungsprozeß nicht durch unreflektierte Denkgewohnheiten bestimmt sein dürfen.
http://www.phillex.de/vernuenf.htm


Vernunft, i
nstrumentelle
Von Vertretern der Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno, Habermas) wurde der Ausdruck instrumentelle Vernunft eingeführt. Sie bezeichnen damit eine zweckrational bestimmte Vernunft, die die Welt ausschließlich als Gegenstand technischer Manipulation, die Natur (auch die menschliche) allein als subjektiven Zwecken und Interessen verfügbares Objekt betrachtet. 

Nach Habermas zielt die instrumentelle Vernunft einseitig auf die Vergegenständlichung und Beherrschung der Wirklichkeit ab. Sie kann daher keine akzeptable Grundlage für die Gesellschaftswissenschaften geben. Diese sollten von einem auf Konsens ausgerichteten und auf gegenseitiger Anerkennung beruhenden Diskurs ausgehen, von der kommunikativen Vernunft.
http://www.phillex.de/vernun-i.htm


Vernunft, kosmische, kosmologische
Die kosmologische Vernunft (auch metaphysische Vernunft, Hegel spricht von der kosmischen Vernunft) gilt als ein Prinzip, das dem Kosmos, der Wirklichkeit oder der Welt Sinn, Struktur und Ordnung verleiht. 

Die Vernunft wird in diesem Sinn primär als ordnendes Prinzip (griech. logos) im Kosmos verstanden. Dieses Ordnungsprinzip waltet auch im Menschen. 

Der kosmologisch-metaphysische Vernunftbegriff findet sich bereits in der antiken Philosophie (u. a. bei Anaxagoras, Heraklit, Platon, Aristoteles und den Stoikern). 

Die Skeptiker und Empiristen haben die kosmologisch-metaphysische Erklärung der menschlichen Fähigkeit zur Vernunfterkenntnis wiederholt kritisiert. 

Kant holte kritisierte den kosmologisch-metaphysischen Vernunftbegriff. Er geht von seiner Bestimmung des möglichen Vernunftgebrauchs überhaupt aus und kritisiert die Hypostasierung der menschlichen Vernunft. Die kosmologische Vernunft löst die Vernunft von der menschlichen Erkenntnis ab und spricht ihr eine selbständige, kosmologische Existenz zu. die ihr nicht zukommen kann. 

Hegel meint, es sei gerade ein Wesensmerkmal der kosmischen Vernunft (Weltgeist), daß sie sich geschichtlich entfalte.

Ziel der Geschichte ist eine Entwicklung der menschlichen Vernunft, in deren Verlauf der Mensch einsieht, daß seine eigene Vernunft teilhat an der universellen, objektiven Vernunft. Erst dann komme die Vernunft oder der Geist durch die menschliche Vernunft zum Bewußtsein ihrer bzw. seiner selbst.
http://www.phillex.de/vernun-k.htm


Vernunft, p
raktische
Unter praktischer Vernunft versteht man eine menschliche oder göttliche Fähigkeit der Anleitung und Bestimmung des Willens. 

Die praktische Vernunft erstrebt die Erlangung einer zweckmäßigen Einheit von Handlungen. 

Kant bestimmt die praktische Vernunft als das Vermögen, allgemeine ethische Prinzipien aufzustellen, nach denen der Wille die Handlungen ausrichten soll. 

Nach ihm hat die praktische Vernunft einen selbständigen Status, da es nicht möglich ist, die Prinzipien der Ethik ausschließlich mit Hilfe der theoretischen Vernunft zu begründen. 

Fichte, Schelling und Hegel betonen die Einheit von theoretischer und praktischer Vernunft. 

In der Philosophie des 20. Jahrhunderts wird die praktischen Vernunft im Zusammenhang mit der Frage diskutiert, wie
handlungsanleitende Argumentationsweisen möglich und zu begründen sind.
http://www.phillex.de/vernun-p.htm


Vernunft, reine
Die reine Vernunft bezeichnet die theoretische Vernunft im engeren Sinne. 

Die reine Vernunft ist bei Kant dem Verstand übergeordnet, weil sie die Fähigkeit begründet, Schlüsse zu ziehen und nach dem Unbedingten (den Vernunftsideen) zu suchen. 

Kant macht es sich zur Aufgabe, den Gebrauch der reinen Vernunft in Umfang und Grenze zu bestimmen. 

Nach Kant kann die reine Vernunft keine Aussage über die Wirklichkeit selbst machen. Die Ideen, zu denen die reine Vernunft gelangt, gelten ausschließlich als regulative Ideen, d. h. als Ideen, die den Erkenntnisprozeß leiten, denen aber in der Wirklichkeit nichts entspricht. Solche Vernunftideen sind die von der Seele, von Gott und von der Welt. 

Es gibt es nach Kant sehr wohl eine apriorische, erfahrungsunabhängige Erkenntnis. Diese sagt aber nichts über die Wirklichkeit an sich aus, sondern ausschließlich über die Bedingungen einer jeden möglichen Erkenntnis von Gegenständen, sie ist Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung. 

In der Philosophie des 20. Jahrhunderts ist die Idee einer reinen Vernunft zumeist auf die Frage nach der Möglichkeit apriorischer Erkenntnis, nach der Möglichkeit synthetisch-apriorischer Urteile reduziert worden.
http://www.phillex.de/vernun-r.htm


Vernunftreligion
Die Vernunftreligion wird in der Aufklärung vor allem von Freidenkern und Deisten ausgebildet. 

Die Vernunft gilt als höchste Richterin in Glaubensdingen. Gegen die Vernunft braucht nicht geglaubt zu werden. Obwohl die Deisten die personale Existenz Gottes nicht bestreiten, behaupten sie, daß nach der Schöpfung die Welt sich nach ihren eigenen Gesetzen bewege und entwickle. Offenbarungs- und Wunderglaube werden abgelehnt. 

Vertreter dieser Position waren Coornhert, H. von Cherbury, Blount, Tindal, Bolingbroke, Voltaire, Rousseau, Reimarus, Edelmann und Toland.
http://www.phillex.de/v-relig.htm


Vernunft,
theoretische
Die theoretische Vernunft bezeichnet ein menschliches oder göttliches Erkenntnisvermögen. Die einen betrachten die theoretische als eine Form der kosmologischen Vernunft, andere betrachten sie ausschließlich als ein Erkenntnisvermögen. 

Häufig wird der Begriff der theoretischen Vernunft synonym mit dem Verstandesbegriff verwendet. 

Theoretische Vernunfterkenntnis wird in diesem Fall mit Wissen gleichgesetzt und steht hier im Gegensatz zum bloßen Glauben. 

Der Verstand und die Verstandesbegriffe sind nach Kant an das Sinnesmaterial gebunden, welches der Sinnlichkeit gegeben ist. Die theoretische Vernunft im engeren Sinn, die reine Vernunft ist dem Verstand übergeordnet, weil sie die Fähigkeit begründet, Schlüsse zu ziehen und nach dem Unbedingten (den Vernunftsideen) zu suchen. 

Fichte, Schelling und Hegel betonen die Einheit von theoretischer und praktischer Vernunft.
http://www.phillex.de/vernun-t.htm


Vernunftwahrheit
In der von Leibniz und Hume getroffenen Unterscheidung von Vernunftwahrheit und Tatsachenwahrheit wird die Vernunftwahrheit durch das Prinzip vom Widerspruch bestimmt. Vernunftwahrheiten sind notwendig. Ihr Gegenteil kann nicht widerspruchsfrei gedacht werden. 

Lessing unterschied zufällig Geschichtswahrheiten und notwendige Vernunftwahrheiten.
http://www.phillex.de/wahrh-v.htm


Versprechen
Die Sprechakttheorie hat der Analyse von Versprechen große Aufmerksamkeit geschenkt. Versprechen werden von den Sprechakttheoretikern zu den kommissiven Akten gezählt. 

Gelingensbedingungen - so die Sprechakttheorie - für ein Versprechen sind: (Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 15)
- daß der Sprecher auf eine zukünfitge Bedingung Bezug nimmt (Bedingung des propositionalen Gehaltes),
- daß sich der Sprecher auf die Ausführung dieser zukünftigen Handlung festlegt (Durchsetzungsmodus des illokutionären Zweckes) 

Die Erfüllungsbedingung eines Versprechens besteht in derjenigen Handlung, auf die sich der Sprecher durch das Versprechen festlegt (Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 16). 

Wenn das Versprechen gebrochen wird (so Searle), ist der schuld, der das Versprechen gegeben hat (Welt-auf-Wort-Ausrichtung) (Searle, J. R.: Intentionalität. Eine Abhandlung zur Philosophie des Geistes. Frankfurt a. M. 1987, 23). 

Dieses Urteil von Searle ist allerdings etwas zu kurz gegriffen, denn es kann durchaus auch äußere Umstände geben, die dazu führen, das der Versprechende sein Versprechen nicht halten kann. 

Insbesondere ist das Semele-Problem zu diskutieren. 

Jean Paul schrieb über Versprechen:
"KeineVersprechen werden schwerer und später gehalten als die, bei welchen die Zeit der Erfüllung nicht bestimmt ist." (Jean Paul: Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch. Almanach für Matrosen, wie sie sein sollten. Leipzig 1965, 116). 

Und Ovid vermeldete:
"An Versprechen ist jeder so reich, wie er will."( Ovid: Die Liebeskunst, Leipzig 1966, 20).
http://www.phillex.de/verspre.htm


vera rerum vocabula
Vera rerum vocabula (lat.: richtige, wahre Bezeichnung der Dinge) ist eine Methode des Streitgespräches.
http://www.phillex.de/vocabula.htm


Verstand
Als Verstand bezeichnet man das geistige Vermögen der Begriffsbildung. 

Nach Cusanus stellt der Verstand (ratio) Gegensätzliches gegenüber. 

Der Verstand liefert nach Kant das Material für die Vernunft.
http://www.phillex.de/verstand.htm


Vollständigkeit, funktionale und funktionale Unvollständigkeit
Ein formales System ist funktional vollständig, wenn jede wohlgeformte Formel des Systems bewiesen oder widerlegt werden kann, d. h. wenn entweder die Formel oder ihre Negation bewiesen werden kann. Im entgegengesetzten Fall ist das System funktional unvollständig.
http://www.phillex.de/f-vollst.htm


Voraussageschluß
Bei einem Voraussageschluß oder der voraussagenden Induktion wird von einem Fall auf einen in der Zukunft liegenden anderen Fall geschlossen. Es wird also z. B. aus den bisherigen Beobachtungen von Schwänen geschlossen, daß über den Kreis der beobachteten hinaus alle Schwäne weiß sind. 

Der Voraussageschluß ist nach Carnap einer der Haupttypen des Induktionsschlusses.
http://www.phillex.de/vschluss.htm


Vorstellung
Der Terminus Vorstellung wird in der Philosophie sehr unterschiedlich verwendet. Eingeführt wurde er in die deutsche Sprache durch Wolff. 

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Vorstellung (engl. idea, conception, notion; franz. idée, conception, notion; griech. phantasia, phantasma; lat. perceptio, imaginatio, repraesentatio, idea)
•    im Sinn eines Vermögens,
•    im Sinn der Ausübung dieses Vermögens und
•    im Sinn des Resultats dieser Ausübung. 

In seiner weitesten Version fällt jedes (geistige) Erfassen eines Inhalts unter den Begriff Vorstellung, auch bereits die Wahrnehmung. 

Bei Kant ist Vorstellung (repraesentatio) Oberbegriff für Perzeption (Vorstellung mit Bewußtsein), Empfindung, Erkenntnis, Anschauung, Begriff und Idee (als Vernunftbegriff). 

Vorstellung werden nach mehreren Gesichtspunkten eingeteilt, die nicht miteinander verwechselt werden sollten.
Am geläufigsten ist wohl die Einteilung nach den Sinnen, mit denen sie auf die eine oder andere Weise (qualitativ, kausal usw.) verknüpft sein sollen: visuelle, auditive, olfaktorische, gustatorische, taktile Vorstellung Ferner unterteilt man sie nach der seelischen Funktion (z. B. Erinnerungsvorstellung, Phantasievorstellung usw.). 

Bei den Phantasievorstellungen ging man traditionell davon aus, daß sie durch Trennung und Verbindung bereits vorrätiger Vorstellung gebildet werden. 

Schließlich kann man sie nach der Art der beteiligten Zeichensysteme klassifizieren (verbale Vorstellung, bildhafte Vorstellung usw.). 

Das häufig zugrundegelegte Modell, demzufolge Vorstellung private innere Gegenstände (etwa eine Art innere Bilder oder andere innere Zeichen) sind, welche dem Vorstellenden durch eine Art innerer Wahrnehmung zugänglich sind, ist auf vielfältige Kritik gestoßen. 

Häufig werden Vorstellungen unter dem Terminus geistige (mentale, innere) Repräsentation erörtert. 

Nach Hartley besteht eine Tendenz der Vorstellungen nach Ergänzung. 

Nach P. Brown entspringen alle Vorstellungen aus der äußeren Wahrnehmung. 

Nach Bonnet entspringen die Vorstellungen teils aus den Sinnen, teils aus der Reflexion.
http://www.phillex.de/vorstell.htm