2. Medienethik-Symposium der Hochschule der Medien

Leider ist das Thema unserer Tagung: "Krieg und Medien - Verantwortung zwischen apokalyptischen Bildern und paradiesischen Quoten?" hochaktuell. Was wir über die Kriege der Gegenwart und Vergangenheit wissen, wissen wir durch die Medien.

Wir leben nicht nur in einer Demokratie, sondern auch in einer Mediokratie. Medien vermitteln Bilder und Diskurse wodurch sie, nolens volens, das politische und das kriegerische Geschehen im Vorfeld, während dessen und im nachhineinm auch im eigenen Interesse, beeinflussen.

Unser Symposium will diese Interaktionen aus ethischer Sicht thematisieren und dabei auf Maßstäbe aufmerksam machen, die implizit oder explizit der Selektion und Kommentierung von Kriegsnachrichten - Bilder und Diskurse - zugrundeliegen.

Welche Funktion fiktionale und virtuelle "Kriegsschauspiele" für die mediale Wirklichkeitskonstruktion und Perspektivierung des "realen" Krieges haben, soll ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein. Schließlich geht es auch um die Journalisten und "War Photographers" vor Ort, die als mediale Kriegsberichterstatter unterschiedlichen Situationen ausgesetzt sind, und oftmals mit Zensur, Informationsperre oder gar persönlicher Lebensgefahr konfrontiert sind. Inwieweit können sie als Einzelne im System der weltweit operierenden Medienunternehmen und Nachrichtenagenturen für die Mendienbotschaften verantwortbar gemacht werden?

Ethik im Sinne von Reflexion über Moral findet wiederum nicht in einem medienfreien oder gar apolitischen Raum statt. Das Symposium will auch zur Selbstkritik ethischer Diskurse beitragen, vor allem sofern diese, medial vermittelt, sich zur moralischen Instanz aufspielen können. Politik, Medien und Ethik stehen somit in einem konfliktiven Spannungsfeld, die einen (prekären) Ausgang in der gegenseitigen Begrenzung findet.

Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medienwissenschaft, Philosophie, Journalismus, Kunst und Ethik suchen im Dialog mit den Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit nach Möglichkeiten, das opake Thema "Krieg und Medien" aus verschiedenen Persepktiven transparenter zu machen.

 

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