Erster
HdM-Workshop zur Medienethik,
am 26.-27. November 2001
-- Senatssaal der HdM, S-Vaihingen --
Die
Massenmedien übernehmen heute Funktionen, die früher der Mythos
und die Religionen hatten: Sinnstiftung durch Werte- und Normenvermittlung,
Orientierung und Reduktion von Komplexität. Der mythische Held und der
Heilige wurden (teilweise) ersetzt durch eine Vielzahl von "Stars",
die auf der Bühne der alltäglichen Medienwelt als Serienhelden,
Talkmaster, Nachrichtensprecher oder Actionhelden erscheinen. Das Fernsehen
als das immer noch unangefochtene Leitmedium zeigt uns Menschen und Geschichten,
die für unsere alltägliche Lebenswelt von Bedeutung sind. Die Frage
ist, ob diese 'Helden' aus ethischer Sicht wirklich Vorbilder für
unser Handeln sind.
Nach
dem Gesetz der Aufmerksamkeitsökonomie müssen die Medien etwas
Ungewöhnliches zeigen. Ungewöhnliches wird durch Wiederholung gewöhnlich,
so dass das Steigerungsprinzip dem Gesetz der Aufmerksamkeit immanent
ist. Damit stellt sich aus medienethischer Sicht die Frage, wo die Grenzen
des Zeigbaren liegen und ob in Zeiten des sogenannten Wertepluralismus
ein gesellschaftlicher Konsens über zeigbare Menschenbilder noch
besteht. Die Würde eines Menschen betrifft eine zentrale ethische
Dimension. Zu diskutieren bleibt, was sie für unsere Mediengesellschaft
konkret bedeutet.
Um
der Vielfalt des Themas "Menschenbilder in den Medien: ethische
Vorbilder?" gerecht zu werden, bietet der Workshop unterschiedliche
Zugänge und Perspektiven. Es werden Positionen der Philosophie,
Medienwissenschaft, Schule, Kirche, Rundfunkveranstalter, Rundfunkaufsicht
und Medienrecht in die Diskussion eingebracht.
Prof.
Dr. Rafael Capurro
&
Prof.
Dr. Petra Grimm
Eintritt:
FREI
(Anmeldung
erwünscht !)
Mit
Unterstützung des Referats für Technik- und Wissenschaftsethik
an den Fachhochschulen in Baden-Württemberg