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Régis Debray: Für eine Mediologie



 

Biographische Daten

 

Geboren am 02.09.1940 in Paris. Studierte u. a. als Schüler des marxistischen Philosophen Althusser, Philosophie in Paris. Mit dieser Grundlage der sozialrevolutionären Ideen unterstützte er die Guerillatätigkeit Che Guevaras in Bolivien wo er 1967-1970 in Gefangenschaft war. Nachdem er Anfang der 70er Jahre nach Frankreich zurückkehrte, distanzierte er sich mehr und mehr vom Linksextremismus und trat der Sozialistischen Partei in Frankreich bei. 1981-1985 war er Berater von Francois Mitterand in Fragen der Dritten Welt. Nachdem er sich jedoch immer mehr im Widerspruch mit Mitterand sieht, besinnt er sich auf wissenschaftlich-philosophische und mediologische Projekte zurück. Er gründete AD REM, eine mediologische Gesellschaft und bringt eine Zeitschrift namens „Cahiers de Médiologie „ heraus.

 

Einige seiner bekanntesten Werke:

 

Ein Leben für ein Leben (1977);

Voltaire verhaftet man nicht! (1979);

 

Zu seiner Theorie – Die Übertragung ist das Medium

 

Im Begriff Mediologie  steht der Wortteil „Medio“ nicht für das Medium (Mittel) sondern für Mediationen (Vermittlungen).

 

Mediationen sind die dynamische Gesamtheit der Prozeduren und Körper, die zwischen eine Produktion von Zeichen und eine Produktion von Ereignissen geschaltet sind. Was bedeutet, dass Mediationen sowohl technischer als auch kultureller Natur sind. Um damit umzugehen sind wir schlecht ausgestattet, weil wir diese Aspekte bisher isoliert betrachtet haben.

 

 

 

Niklas Luhmann: Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation



 

Biographische Daten

Geboren am 8.12.1927 in Lüneburg (Niedersachsen). Studierte Rechtswissenschaften, Verwaltungswissenschaften, und Soziologie in Freiburg, Harvard und Münster. Seit 1968 ist Luhmann Professor für Soziologie in Bielefeld.

 

Einige seiner bekanntesten Werke:

 

Soziologische Aufklärung (1970-1987);

Macht (1975);

Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie (1984);

Gesellschaftsstruktur und Semantik: Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft (1980-1989).

 

Zu seiner Theorie – Das System ist das Medium

 

Kommunikation ist aus 3 Gründen unwahrscheinlich.

1) Aufgrund der Trennung und Individualisierung des Bewusstseins der

Kommunizierenden, ist es unwahrscheinlich zu verstehen was der

andere meint.

 

2) Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Extension ist es unwahrscheinlich, dass eine Kommunikation mehr Personen erreicht als in einer konkreten Situation anwesend sind.

 

3) Eine verstandene Kommunikation muss nicht unbedingt angenommen werden. Daher ist der Erfolg einer Kommunikation unwahrscheinlich.

 

Die Lösung eines Problems erschwert die Lösung der anderen.

         - umso mehr man versteht, desto mehr lehnt man ab.

         - umso mehr man versucht zu erreichen, desto schwieriger verstehen die anderen und lehnen eher ab.

 

Medien = Sämtliche Einrichtungen, die der Umformung unwahrscheinlicher in wahrscheinliche Kommunikation dienen, und zwar für alle drei Grundprobleme.

 

 

 

Marshall McLuhan: Heiße und Kalte Medien



 

Biographische Daten

 

Geboren am 21.07.1911 in Edmonton (Kanada). Studierte Kommunikations- und Literaturwissenschaften in Manitoba und Cambridge. War ausserdem Medientheoretiker, Medienkritiker und Publizist. Gehörte gemeinsam mit Hinis und Ong zur Kanadischen Schule. Seine Arbeiten zum Thema „Sprache“ und „Medien“ veröffentlichte er in dem von ihm 1953 gegründeten Magazin „Explorations“. Sein wahrscheinlich bekanntester Slogan „The Medium is the Message“ ist das Resultat seiner Erkenntnis, dass hinter einem Farbfernseher weit mehr steckt als nur ein technologischer Fortschritt.

 

Einige seiner bekanntesten Werke:

 

Die Mechanische Braut (1951)

Die Gutenberggalaxis (1962)

Understanding Media (1964)

 

Zu seiner Theorie – Die Wahrnehmung ist das Medium

 

Es gibt heiße und kalte Medien. Heiße Medien erweitern nur einen der Sinne bis etwas detailreich ist und verlangen daher kaum persönliche Beteiligung. Kalte Medien wiederum verlangen eine Vervollständigung durch das Publikum.

Heiße Medien können uns hypnotisieren, kühle Medien lassen uns halluzinieren.

 

 

 

Talcott Parsons: Sozialstruktur und die symbolischen Tauschmedien



 

Biographische Daten

 

Geboren am 13.12.1902 in Colorado. Studierte Biologie, Wirtschaftswissenschaften, Nationalökonomie in Massachusetts, London und Heidelberg. Während seinen Studienaufenthalten in Europa machte er sich mit dem kulturanthropologischen Denken Malinowskis und dem soziologischen Denken Max Webers vertraut. Von 1944 bis zu seinem Tod 1979 war er Professor für Soziologie an der Harvard University in Cambridge.

 

Einige seiner bekanntesten Werke:

 

Sozialstruktur und Persönlichkeit (1964)

Das System moderner Gesellschaften (1971)

 

Zu seiner Theorie – Die Institution ist das Medium

 

Geld und Macht ist ein Medium. In ihnen erfüllt sich das Ziel der Kommunikation. (Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien)

 

Beide haben folgende Parallelen:

- Symbolcharakter (Geld hat einen Tauschwert, keinen Gebrauchswert)

- Institutionalisierung (Geld steht für einen Bezug zum Eigentum)

- Zirkulationsfähigkeit (Geld geht von Hand zu Hand)

- keine Nullsummen-Eigenschaft (Kreditschöpfung)

 

 

 

Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit



 

Biographische Daten

 

Geboren am 15.07.1892 in Berlin. Wurde durch ein jüdisch-assimiliertes Elternhaus geprägt. Studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg, Berlin, München und in Bern. Nach einer Bekanntschaft mit Asja Lazis, eine lettische Schauspielerin und Regisseurin die als Revolutionärin bekannt war, wandte er sich 1924 dem Marxismus zu.

Neben Essays, Literaturkritiken und Rundfunksendungen brachte er zahlreiche Werke heraus, die sich mit Geschichtsphilosophie und dem Ende der klassischen Kunstperiode auseinandersetzten. 1933 emigrierte er nach Paris. Dort lebte er bis zur Besetzung Frankreichs 1940. Nachdem sein Vorhaben über Spanien in die USA zu fliehen missglückt war – er bekam kein Visum – nahm er sich aus Angst vor der Gestapo am 27. September das Leben.

 

Einige seiner bekanntesten Werke:

 

Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik (1920);

Goethes Wahlverwandtschaften (1925);

Ursprung des deutschen Trauerspiels (1928);

Einbahnstraße (1928); ;

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1936);

 

Zu seiner Theorie - Das Kunstwerk ist das Medium

 

Das Kunstwerk verliert durch die technische Reproduktion seine „Aura“.

Das Hier und Jetzt des Kunstwerks und seine Einmaligkeit gehen verloren.