"Privatheit und Medien: Paradigmenwechesel in der Gesellschaftsethik?"
20.-21. November 2000FH Druck und Medien
Veranstalter:
Petra Grimm (FH Druck und Medien)
Uwe Jäger (FH Druck und Medien)
Rafael Capurro (FH Stuttgart HBI)
Privatheit, Individualität, Intimsphäre und Staat unterliegen im Zeitalter der Massenmedien und des Internet möglicherweise einem Paradigmenwechsel. Ist der Begriff der Privatheit und dessen Grenze heute neu zu definieren? Big Brother, Web-Cams, Spycams, Videoüberwachung, Hackerangriffe und Viren sind Phänomene, die zu einer kritischen Reflexion Anlass geben.
Ist Privatheit ein historisches Relikt einer vergangenen Epoche oder ist sie ein unveräußerliches Menschenrecht gemäß Art. 3 und 12 der Allg. Erklärung der Menschenrechte, das heute mehr denn je zu schützen ist? Wie kann ein solcher Schutz aussehen?
Wie wird Privatheit in den Massenmedien und dem Internet dargestellt und welche Tendenzen lassen sich hier aufzeigen? Konkurrieren die "alten" Medien (Fernsehen und Print) mit den "neuen" Medien um das Primat der Privatheit, des Voyeurismus und des Exhibitionismus? Inwieweit wird durch Cross-Mediaprodukte (wie z. B. "Big Brother") und die zukünftige Konvergenz der Medien das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit beeinflußt?
Wie sieht eine Weltgesellschaft aus, in der der Bedarf nach Öffentlichkeit unbegrenzt zu wachsen scheint, während zugleich sowohl Einzelne als auch Gruppen und ganze Gesellschaften sich aus kommerziellen, kulturellen, politischen und religiösen Gründen von einer solchen Öffentlichkeit zu schützen versuchen?
Dieser Workshop will diese Fragen anhand von theoretischen und praktischen Ansätzen erörtern und dabei ethisches Orientierungswissen suchen und vermitteln.
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