2. Entstehung der Technik
Während seines Studiums stellte Tony
Buzan fest, daß es kaum Bücher zu Themen wie zum Beispiel der
effektivsten Nutzung des Gehirns gab. Er begann sich mit grundlegenden
Fragen zu dieser Thematik zu beschäftigen, wie zum Beispiel:
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Wie lernt man das Lernen?
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Was ist das Wesen des Denkens?
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Was sind die besten Memorierungstechniken?
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Worin bestehen die besten Techniken für
kreatives Denken?
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Besteht die Möglichkeit zur Entwicklung
neuer Denktechniken oder einer allumfassenden Technik?
Dabei beschäftigte er sich mit verschiedenen
Gebieten, wie Psychologie, Neurophysiologie des Gehirns, Neurolinguistik,
Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Mnemotechniken, Wahrnehmung
und kreativem Denken.
Er erkannte, daß die verschiedenen
physischen Aspekte und intellektuellen Fähigkeiten des Gehirns harmonisch
zusammenarbeiten müssen, damit das Gehirn besser und effizienter arbeitet.
Die Forschung hat gezeigt, daß das
menschliche Gehirn sich während des gesamten Lernprozesses hauptsächlich
an folgendes erinnert:
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Dinge vom Anfang des Lernabschnitts (Primacy-Effekt)
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Dinge vom Ende des Lernabschnitts (Recency-Effekt)
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Dinge, die mit bereits gespeicherten Daten
oder Mustern assoziiert oder mit andeen Aspekten dessen, was gelernt wird,
verknüpft werden
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Dinge, die als irgendwie herausragend oder
einzigartig betont werden
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Dinge, die besonders stark einen der fünf
Sinne ansprechen
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Dinge, die für die betreffende Person
von besonderem Interesse sind
Dieses Wissen veranlaßte Buzan zur
Entwicklung des Mind Mapping.
Er erkannte, daß es bei linearen
Notizen an den zwei Hauptfaktoren des Erinnerns: "Betonung" und "Assoziation"
mangelt. Während er sich fragte, wie
er es fertig bringen könnte in Notizen
Assoziation und Betonung zu vermitteln, gelangte er Ende der 60er, Anfang
der 70er Jahre zu einer frühen Form der Mind Maps.
Zusammenhang zwischen MindMaps und der
Arbeitsweise des Gehirns
Während des Denkvorgangs, während
ein Botschaft, ein Gedanke oder eine Erinnerung von Gehirnzelle zu Gehirnzelle
weitergeleitet wird, wird ein biochemischer elektromagnetischer Pfad errichtet.
Diese neuronalen Bahnen sind als "Erinnerungsspuren" oder "geistige Landkarten"
bekannt.
Jedesmal, wenn man einen Gedanken denkt,
wird der biochemische/elektromagnetische Widerstand entlang des Pfades
verringert, desto öfter man also bestimmte Gedankenmuster wiederholt,
desto weniger Widerstand begegnet man.
Je mehr Pfade und Wege geschafft und benutzt
werden, um so klarer, schneller und leistungsfähiger wird das Denken.
Das MindMap stellt nach Buzan einen äußeren
Spiegel des eigenen Radialen Denkens dar und sind somit graphische Repräsentationen
der geisten Landkarten des Gehirns.
1971 beschloß Buzan seine Forschungsarbeiten
in einer Reihe von Büchern zu veröffentlichen. Er entwickelte
das Konzept des Radialen (strahlenden) Denkens (radiant thinking) und des
MindMapping. Die MM Technik wurde erstmals 1974 durch den Vorläufer
des Mind-Map-Buchs (mit dem Titel "Kopftraining) vorgestellt.
3. Grundregeln für MindMaps
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Das Papier wird im Querformat genutzt. Es
sollte mindestens ein Größe von DIN A3 haben. In der Mitte der
Seite sollte wenn möglich ein einprägsames Bild oder eine kleine
Skizze gezeichnet werden, die das Thema der Mind Map darstellt.
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Von dem zentralen Bild ausgehend wird für
jeden tiefergehenden Gedanken bzw. Unterpunkt eine Linie gezeichnet.
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Auf diese Linien werden die einzelnen Schlüsselworte
zu den Unterpunkten geschrieben. Er sollten dafür immer Großbuchstaben
verwendet werden.
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Von den eingezeichneten Linien können
wiederum Linien ausgehen. Auf Ihnen werden die Hauptgedanken weiter untergliedert.
Von diesen Linien können wieder weitere Linien ausgehen, usw...
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Es sollten unterschiedliche Farben verwenden
werden. Man kann so die Übersichtlichkeit erhöhen und zusammengehörende
Gedanken durch gleiche Farben kennzeichnen.
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Symbole, wie Pfeile, Figuren, Bilder, Ausrufe-
oder Fragezeichen sollten so oft wie möglich verwendet werden.
4. Vorteile der MindMap Technik
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Das Hauptthema beziehungsweise die Grundidee
wird zentral angeordnet und kann somit schnell erfaßt werden. Ein
kurzer Blick auf eine Mind Map genügt, um festzustellen worum es geht.
Die graphische Darstellung unterstützt beim Denken.
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Durch die Verästelungen wird eine Hierachisierung
und Strukturierung der Gedanken und Ideen vorgenommen.
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Eine Mind Map offenbart Lücken. Aufgrund
der graphischen Darstellung ist sehr leicht ersichtlich, welche Gedanken
bereits gut bzw. welche bisher wenig entwickelt sind (wie eine Leere Zelle
in einer Tabelle)
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Durch die Verwendung von wenigen Schlüsselwörtern
kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren; gleichzeitig werden Zeit
(zum Erstellen u. Lesen) und Raum (auf dem Papier) gespart
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Die Mind Map eignet sich hervorragend zur
Wiederholung eines Stoffes, da die Grundgedanken sind bereits verstanden
sind. Zur Rekonstruktion und Erinnerung reichen Schlüsselwörter
aus, die Assoziationen hervorrufen.
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Eine Mind Map spart Platz, es reicht meistens
eine Seite Papier (DIN A4, besser: DIN A3) aus. Information wird also lokal
zusammengefaßt, wodurch der Inhalt leichter und schneller aufgenommen
werden kann. Es kann sich schnell ein Überblick verschafft werden.
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Die Mind Map ist stets für Erweiterungen
offen, es können jederzeit problemlos weitere Verästelungen hinzugefügt
werden.
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Jede Mind Map sieht anders aus, dadurch kann
man sich an den Inhalt gut erinnern.
5. Nachteile der Mind Map Technik
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An die Mind Map Technik muß man sich
zuerst gewöhnen. Es besteht eine geringe Akzeptanz bei Personen die
mit der Form der Aufzeichung nicht vertraut sind.
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Mind Maps wirken auf den ersten Blick unübersichtlich
und verwirrend.
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Mind Maps, die man nicht selbst erstellt hat,
sind kaum nachzuvollziehen, da man die verwendeten Schlüsselwörter
nicht richtig assoziieren kann.
6. Anwendungsgebiete der Mind Maps
6.1 Entscheidungsfindung
Mind Maps sind gut dafür geeignet
Entscheidungen zu treffen, denn sie erlauben es dem Gehirn unverzüglich
eine ganze Reihe von Informationen aufzunehmen, sie konzentrieren sich
auf alle für die Entscheidung wichtigen Punkte.
Oftmals führt das Erstellen einer
Mind Map schon zur Entscheidung oder die Entscheidung wird
Zumindest dadurch ausgelöst.
Mind Maps bringen eine größere
Anzahl entscheidungsrelevanter Argumente als jede Listenmethode hervor
und gewährleisten so eine treffende Entscheidung.
6.2 Eigene Ideen ordnen
Mind Maps eignen sich gut zum Ordnen von
Ideen, da sie es ermöglichen, komplexe Daten in einer vollständigen
Form auf einer einzigen Seite zu sammeln, außerdem werfen sie Schlaglichter
auf die wichtigsten Fragen.
6.3 Die Ideen anderer ordnen/Aufzeichnungen
Durch die zahlreichen Assoziationen beim
Erstellen von Mind Maps, macht man sich automatisch eigene Gedanken zum
Thema der Aufzeichnungen.
Lernziele können schneller erreicht
werden und die Klarheit des analytischen Denkens nimmt zu.
Die Aufzeichnungen in Form einer Mind Map
können mühelos zu Aufsätzen, Reden, öffentlichen Darstellungen
und anderen kreativen Formen umgestaltet werden.
Aufzeichnungen mit Mind Maps machen mehr
Spaß, das Vergnügen am Lernen steigt.
Die Mind Maps stellen auch einen ständigen
und leicht zugänglichen Bericht aller bedeutsamen Lernerfahrungen
dar.
6.4 Mind Maps als Gedächtnishilfe
Mind Maps nutzen alle kortikalen Fähigkeiten
und vergrößern somit drastisch die Wahrscheinlichkeit, sich
an etwas zu erinnern, denn sie aktivieren das Gehirn auf allen Ebenen.
Sie sind im Grunde als Gedächtnishilfe
angelegt.
6.5 Kreatives Denken
Mind Maps fördern in starker Weise
das kreative Denken, weil sie alle mit Kreativität verbundenen Fähigkeiten
(wie Vorstellungskraft, Ideenassoziation, Flexibilität) nutzen.
Durch sie werden sehr viele Elemente auf
einmal betrachtet und so erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit der kreativen
Assoziationen.
Sie befähigen das Gehirn, neuen Ideen
nachzuspüren, die normalerweise an den Randzonen des Denkens verborgen
liegen.
6.6 Gruppen Mind Maps
Zitat zu Gruppen Mind Maps von Michael
Bloch vom Sperry Laboratory in seinem Thesenpapier "Improving Mental Performance":
"In unsrem Alltagsleben
häufen wir unglaubliche und ganz individuelle Erfahrungen an.
Wegen dieser Einzigartigkeit
verfügt jeder einzelne über ein ganz indivuelles Wissen und einen
ganz individuellen Blickwinkel. Daher ist die Zusammenarbeit mit anderen
bei der Lösung von Problemen so segensreich. Indem wir unser Mind-Map-Wissen
mit dem anderer Menschen kombinieren, fördern wir sowohl unsere Assoziationen
wie auch die anderer Menschen"
Hauptanwendungsmöglichkeiten für
das Gruppen Mind Mapping
- Vereinte Kreativiät
- Vereintes Erinnerungsvermögen
- Problemlösungen und Analyse in
der Gruppe
- Entscheidungsfindung in der Gruppe
- Projektmanagement in der Gruppe
- Gruppenaus- und Weiterbildung
Vorteile
Während des Gruppen Mind Map Prozesses
liegt auf dem einzelnen Mitglied
und der ganzen Gruppe die gleiche und
beständige Betonung.
Gruppen Mind Mapping läßt automatisch
einen Konsens entstehen, schafft somit Teamgeist und konzentriert den Geist
aller auf die Gruppenziele
Jede Idee jedes Mitglieds wird akzeptiert.
Gruppen Mind Mapping fungiert als Anhaltspunkt
für das Gruppengedächtnis.
7. Mind Manager